Diverse Entwicklungsthemen stehen in Rohrdorf in den nächsten Jahren an. Die Palette reicht von der Neugestaltung des Friedhofs bis zum Seniorenwohnen.
Im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung wurde auch die Friedhofsplanung für Rohrdorf vorgestellt. Der Friedhof ist mitten im Ort, und Stadtplanerin und Landschaftsarchitektin Annette Sinz-Beerstecher stellte den Bürgern erste Ideen und Pläne vor.
Die Laufzeit der Gräber beträgt zwischen 25 und 40 Jahren – Annette Sinz-Beerstecher betonte: „Heutzutage gibt es andere Grabformen als früher.“ Immer weniger Menschen wollen Gräber-Pflege, ist ihre Einschätzung. Die Fachplanerin erläuterte, dass ein Friedhof und dessen Gestaltung „ein dynamischer Prozess ist.“
Annette Sinz-Beerstecher erklärte, dass die Zeit vorbei sei, in der man Leichenhallen gebaut habe. Sie habe versucht, ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Urnengräber seien relativ neu – im unteren Bereich des Friedhofs gebe es Rasengräber und Reihen-Tiefgräber. „Man muss aber wissen, wo man hinwill.“ Entscheidend sei auch, wie der Friedhof in die Rohrdorfer Ortsmitte eingebunden ist. Von der Lage her gebe es viel Kreuzungsverkehr, da der Friedhof in der Ortsmitte angesiedelt ist.
Ruhiger und atmosphärischer
Momentan gebe es mehr Urnenbestattungen als Erdbestattungen, auch dem müsse Rechnung getragen werden. Die Grundidee des Konzepts ist, eine neue Durchwegung des Friedhofsareals und ein barrierefreies Durchkommen. Der Uferweg soll ein Spazierweg werden, und der Friedhof soll einen richtigen Eingang mit einem Tor bekommen. Die Heckensituation soll zum Nagoldufer hin geöffnet werden.
Wichtig ist der Planerin, dass Trauerarbeit stattfinden kann – hierzu gebe es geschützte Bereiche. Es soll neue Baumpflanzungen geben mit Bäumen, die dem Klimawandel angepasst sind. „Der Rohrdorfer Friedhof wird kleinteiliger, ruhiger und atmosphärischer.“
Derzeit kommt man nur über Treppenanlagen in den Friedhof – daher sind auch neue Wege geplant sowie ein Rundweg, der zum Urnenfeld führt. Alte Grabsteine sollen als Zeitzeugen in den Friedhof integriert werden. Es soll auch Themengrabfelder geben sowie einen Schmetterlingsgarten und einen Rosengarten.
In Städtebauförderung aufgenommen
Ein weiteres wichtiges Thema war die Ortsentwicklung. Planer Thomas Sippel berichtete den Bürgern ebenso wie Bürgermeister Joachim Flik, dass das Rohrdorfer Sanierungsgebiet in die Städtebauförderung aufgenommen worden sei. So gebe es Fördermöglichkeiten in der Gemeinde – die Frage sei nur, was von den Ideen auch umgesetzt werden kann.
Es gebe viele Mängel und Defizite, aber auch Chancen. So etwa die Ortsmitte mit ihrer schönen Aufenthaltsfunktion, der Kugelwasen, die Ortsdurchfahrt. Oder auch das Schreinerei-Gelände mit dem angrenzenden Friedhof. Dazu gebe es die ersten „planerischen Aufschläge.“
Thema Seniorenwohnen
Thomas Sippel sagte, dass es einer klaren Friedhofskante und Planung bedarf, zudem sei Seniorenwohnen wichtig – doch zuerst müssten die „Leitplanken“ geklärt werden. Beim Seniorenwohnen müsse geklärt werden, was man unterbringen könne. Hierzu stellte die Immobilienabteilung der Volksbank erste Ideen vor.
Themen wie Tagespflege, Betreuung von alten Menschen oder die Pflegesituation seien entscheidend für die Zukunft der Senioren im Ort. Hier müsse ein Angebot in Rohrdorf umgesetzt werden.
So geht es weiter
Die Planungen für den Kugelwasen und auch für die Ortsmitte würde man in Rohrdorf bis zur Bürgermeisterwahl am 2. Februar offen lassen. In den Jahren 2025/2026 werde es hierzu dann weitere Informationen und auch Planungen geben.
Man werde sich dann in der nächsten Legislaturperiode des neuen Bürgermeisters Gedanken darüber machen.