Bürgermeisterin Kristin Fuchs, Heimleiterin Irene Sorg und Welf Dieterich freuen sich über den besonderen Blickfang im neu gestalteten Eingangsbereich des Bürgerheims. Foto: Stadt Rheinfelden

Ein Werk von Rheinfeldens Ehrenbürgerin Therese Herzog-Rennau hat einen neuen Platz erhalten.

Seit kurzem hat der neu gestaltete Eingangsbereich des Bürgerheims einen besonderen Blickfang: ein Landschaftsgemälde von Therese Herzog-Rennau. Die Freude über die Schenkung ist auf beiden Seiten groß. Das Werk, das den Luganer See zeigt, stammt aus dem Familienbesitz.

 

Für Welf Dieterich ist es ein bewegender Moment. Das Bild seiner Großmutter habe nach langer Suche endlich einen passenden Platz gefunden, sagt er. Seine Großmutter war mit ihrer Schwester eine der ersten Frauen, die Medizin studieren durften, und arbeitete ab 1913 in Rheinfelden. „Es ist genau der richtige Ort, um das soziale und karitative Wirken dieser bemerkenswerten Frau zu würdigen“, betont er bei der Übergabe.

Viele ältere Menschen in Rheinfelden kennen ihren Namen bis heute. Mit 27 Jahren eröffnete Therese Herzog in der Gartenstraße eine hausärztliche Praxis mit Geburtshilfe, später zog sie ins Bampi-Schlösschen. Ein besonders enges Verhältnis verband die engagierte Ärztin mit den Dinkelbergdörfern. In den Nachkriegsjahren fuhr sie, wenn sie gerufen wurde, mit dem Fahrrad hinauf und wurde im Winter je nach Wetterlage auch mal mit dem Pferdeschlitten zurückgebracht.

Nachdem sie die Praxis an ihre Tochter Hadumoth Dieterich-Herzog übergeben hatte, zog sie Mitte der 1950er Jahre mit ihrem Mann ins Tessin und widmete sich dort ganz der Malerei. Aus dieser Zeit stammt auch das jetzt ausgestellte Landschaftsbild. „Wir freuen uns sehr über die Initiative der Familie Dieterich, die es uns ermöglicht, in unseren neuen Räumen ein Werk mit besonderem Bezug zu Rheinfelden zu zeigen“, betont Bürgermeisterin Kristin Fuchs in einer Pressemitteilung.

Für ihre Verdienste um die Stadt wurde Therese Herzog-Rennau 1961 mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet. Bis heute ist sie die einzige Frau, die diese Ehre erhalten hat. Auch der nach ihr benannte Therese-Herzog-Weg erinnert an ihr Wirken. Sie verstarb 1980 im Alter von 93 Jahren.