Architektin Carmen Feuchter übergibt den symbolischen Schlüssel in Form eines Hefezopfs an Ortsvorsteher Peter Weigold (Mitte) und Bürgermeister Christoph Enderle. Foto: Frey

Mit einem großen Fest feierten die Lombacher den gelungenen Umbau und die Renovierung ihres Bürgerhauses.

Loßburg - Im Mittelpunkt des Umbaus stand der barrierefreie Zugang, der mit einem seitlich angebauten Aufzug umgesetzt wurde.

Die beiden ältesten Einwohner Lombachs, die 94-jährige Klara Ziegler und der 95-jährige Erwin Eisenbeis, begleitet von Bürgermeister Christoph Enderle und Ortsvorsteher Peter Weigold, durften den Aufzug mit der ersten Fahrt einweihen. Das Projekt wurde von der Leader-Aktionsgruppe Nordschwarzwald mit rund 140 000 Euro gefördert.

Das Fest zur Einweihung war gut geplant, entsprechend groß war der Andrang. Mit einem Festgottesdienst begannen die Feierlichkeiten, die sich bis in den Abend zogen.

Dank an Handwerker

Ortsvorsteher Peter Weigold betonte in seiner Begrüßung, dass es für die Gemeinde Loßburg und den Ortschaftsrat wichtig sei, die Bedürfnisse der Bürger wahrzunehmen und die Anforderungen auch umzusetzen. Er gab einen Überblick über das Programm, das die Vereine maßgeblich mitgestaltet hatten. Sein besonderer Dank galt den am Bau beteiligten Handwerkern.

"Und was sagt man, wenn der Chef kommt?", fragte Weigold in die Runde. "Natürlich die Wahrheit", also könne er Bürgermeister Enderle bestätigen, dass er ein Schaffer und Macher sei, immer da für seine Gemeinde und die Teilorte.

Das nahm der Schultes auf und rief den Lombachern zu: "Nutzen Sie dieses Haus, diese Angebote, erfüllen Sie es wieder mit Leben." Auch Enderle freute sich über die Leader-Förderung. Damit sei es möglich geworden, das Bürgerhaus auch über die Barrierefreiheit hinaus zu sanieren. "Neue Fenster, eine frisch herausgeputzte Fassade, ein neues Geländer, eins kam zum anderen", sagte Enderle. Heraus kam ein echtes Schmuckstück. Das Bürgerhaus bildet nun zusammen mit der ebenfalls renovierten Kirche, dem Waaghäusle, dem Backhäusle und der generalsanierten Grundschule ein harmonisches Ensemble, eine sehenswerte Dorfmitte.

Gutes Miteinander

In Lombach werde ein gutes Miteinander gepflegt, auch Neubürger würden mit einem guten Konzept integriert, und nicht zuletzt hätten viele ehrenamtliche Helfer mit angepackt, so Enderle. Auch das Bauamt und der Bauhof seien stets zur Stelle gewesen, besonders das stimmige Farbkonzept der Gebäude trage eine eigene Handschrift. Sowie der geplante Radweg von Loßburg über Lombach nach Glatten realisiert werden kann, solle eine Ladestation für E-Bikes am Dorfplatz entstehen.

"Der erste Strich war im Jahr 2017", berichtete Architektin Carmen Feuchter. Und die Frage lautete: "Wohin kommt der Aufzug?" Schnell sei klar geworden, dass gegenüber der Kirche – am bisherigen Fluchttreppenhaus – der geeignetste Standort sei. Im Juli 2020 sei die Baugenehmigung erteilt worden.

Durch die Anträge auf Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum sei eine zeitliche Verzögerung entstanden, diese seien mehrfach abgewiesen worden. Dafür klappte es mit der Leader-Förderung. Baustart war im Juli 2021. "Der Aufzugschacht ist in Betonoptik gestaltet worden, die Podeste in grauem Stahl, angelehnt an die Gestaltung des Kircheneingangs", erläuterte die Architektin. Und da auch die Treppe und das Parkett saniert wurden, ergebe sich nun eine einheitliche Holzoptik. Zugleich wurde die Toilettenanlage barrierefrei umgebaut.

Die bisherige Fassade hatte auf jeder Seite eine andere Farbe, so Feuchter, nun ergebe sich mit der Farbwahl passend zur Kirche und auch zur Grundschule ein schöner Gesamteindruck. Auch Feuchter dankte den Handwerkern und freute sich, dass so viele Gewerke mit örtlichen Betrieben abgedeckt werden konnten.

Echte Inklusion

Pfarrerin Regina Stierlen brachte ebenfalls ihre Freude über den gelungenen Umbau und den neuen Aufzug zum Ausdruck. Im Bürgerhaus sei nun wieder gelebte Gemeinschaft möglich, also echte Inklusion.

Zwischendurch erfreute der Männergesangsverein Lombach mit musikalischen Beiträgen, bevor der ehemalige Ortsvorsteher Hans Burkhardt das letzte Grußwort sprach. "Das wandelnde Archiv von Lombach", wie Peter Weigold ihn scherzhaft nannte, erzählte aus der Geschichte des 1810 erbauten Bürgerhauses. Es war Rathaus, Schulhaus, wurde auch von der Kirche für Veranstaltungen genutzt. Nun werde es stark von den Vereinen belegt und trage damit zu einer guten Dorfgemeinschaft bei.

Die Vereine hatten auch ein reichhaltiges Angebot an Bewirtung organisiert. Für die Kinder war im Hof der Grundschule eine Torwand aufgebaut, dort wurden auch Besichtigungen und informative Vorträge angeboten. Und außerdem gab es für die Kinder Fahrten mit dem Feuerwehrauto.