Sanierung der Bergstraße, Bereitstellung von Bauplätzen in der Buchhaldstraße – das waren zwei der Themen, die Jochen Stoll beim Bürgergespräch im Fünfbronner Bürgersaal ansprach. Und dass der 250 Einwohner zählende Ortsteil im Jahr 2034 sein 750-jähriges Bestehen feiern kann.
Seit 2009 ist Stoll Bürgermeister von Simmersfeld und möchte das auch gerne weitere acht Jahre bleiben. Weil der Diplom-Verwaltungswirt einziger Kandidat ist, gilt die Wiederwahl als sicher. Die Bürgergespräche in den Ortsteilen dienten nun dazu, eine Bilanz seiner kommunalpolitischen Tätigkeit in den letzten acht Jahren zu ziehen und Vorhaben zu beleuchten, die er künftig in Angriff nehmen möchte.
Nach Ettmannsweiler am 16. April stellte sich der Familienvater in Begleitung seiner Ehefrau Birgit am Dienstagabend im Bürgersaal Fünfbronn vor, informierte über zahlreiche Projekte und beantwortete Fragen der Zuhörer. Auf dem Tisch lagen Bewerbungsbroschüren mit der Überschrift „Miteinander auf einem guten Weg“. Dort konnte man in Stichpunkten erfahren, was dem Schultes am Herzen liegt (bezahlbarer Wohnraum, erschwingliche Bauplätze, Seniorenwohnen, Angebote für Jugendliche und andere Punkte). Und es finden sich Angaben zu seiner Person.
Geboren wurde der 57-Jährige in Baiersbronn-Obertal. Nach der Schulzeit schlug Stoll die gehobene Verwaltungslaufbahn ein, studierte an der Hochschule in Kehl und ist seit 16 Jahren Bürgermeister der 2200 Einwohner zählenden Gemeinde Simmersfeld.
Stoll zieht Bilanz seiner zweiten Amtszeit
In Kurzform blickte der Diplom-Verwaltungswirt auf seine zweite Amtszeit zurück. Unter anderem nannte er den Anschluss von Simmersfeld an die Sammelkläranlage in Altensteig, die Breitbandversorgung in allen Ortsteilen, die Zusammenführung der Kinderbetreuungseinrichtungen auf dem Gelände der Albblickschule, die zwei Jahre dauernde Sanierung der Reute und Otto-Kaltenbach-Straße im Kernort, der abgeschlossene Verkauf aller Grundstücke im Paradiesweg, die Unterbringung von Flüchtlingen, Bereitstellung von Flächen für Windkraftanlagen, Verlegung von Glasfaserleitungen für ein schnelles Internet.
Beim Blick in die Zukunft richtete der Rathauschef den Fokus auf das Millionenprojekt Bürgerzentrum. Mit der Fertigstellung und dem Umzug der Gemeindeverwaltung in die Ortsmitte von Simmersfeld rechne er noch im Laufe dieses Jahres. Beim Windpark – durch die Errichtung von Anlagen der Firma Boysen könne die Gemeinde hohe Pachteinnahmen erzielen – seien gegenwärtig Untersuchungen im Gange über Windrichtungen und ob Tiere in ihrem Lebensraum beeinträchtigt werden.
Noch „einige Eisen im Feuer“
Für die Erweiterung der Gewerbegebiete – fünf Hektar im „Forchenbusch“ und zehn Hektar im Interkom – lägen bereits Anfragen von Firmen vor, die sich hier niederlassen möchten. Bei der Realisierung der geplanten Seniorenwohnanlage im Kernort sei es schwierig, einen Investor zu finden. Man habe aber noch „einige Eisen im Feuer“.
Im Bürgersaal sprach sich der Rathauschef für die Beibehaltung der unechten Teilortswahl aus. Es sei gut und wichtig, dass im Simmersfelder Gemeinderat Kommunalpolitiker aus den Ortsteilen vertreten sind.
Zuletzt ging der 57-Jährige auf Maßnahmen und Vorhaben im Ort ein. Mit der Sanierung der Bergstraße sei begonnen worden. Problematisch gestalte sich die Bereitstellung von sieben Bauplätzen in der Buchhaldstraße. Bei der erforderlichen Entnahme von Apfel- und Birnenbäumen auf gemeindeeigenen Grundstücken gebe es Einsprüche von Naturschutzverbänden. Sie müssten, so Stoll, davon überzeugt werden, dass die Bereitstellung von Bauplätzen im vorliegenden Fall höher zu bewerten sei als der vollständige Erhalt der Obstbaumwiese.
Vorausschau aufs Jubiläum
Kritisiert wurde von einem Zuhörer, dass die Einnahmen der Feuerwehr Fünfbronn bei der bevorstehenden Hocketse am 1. Mai zum ersten Mal besteuert werden. Damit werde nur eine gesetzlich angeordnete Regelung umgesetzt, erklärte Stoll. Das könnte dazu führen, dass die Feuerwehr in Zukunft ganz auf die Bewirtung der Besucher verzichte, grummelte ein anderer Zuhörer.
Zum Schluss teilte der Bürgermeisterkandidat mit, dass Fünfbronn 2034 ein Jubiläum feiern dürfe: der Ort sei dann 750 Jahre alt.
An diesem Freitag ist der Diplom-Verwaltungswirt um 20 Uhr im Bürgersaal Beuren, für Sonntag, 27. April, lädt er zu einem Spaziergang durch Simmersfeld ein (Start um 14 Uhr am Rathaus) und am Montag, 28. April, zum letzten Gesprächsabend um 20.30 Uhr im Bürgersaal Aichhalden.