Schlechtes Wetter gibt’s nicht für die Pflanzarbeit: Dorothea Müller (links) und ihre Mitstreiterinnen bei den Vorbereitungen zum Dahlienpflanzen. Foto: IG Gartenschau

Zart sprießendes Grün in allen Schattierungen, erste intensivfarbige Blüten, akkurate Beete hier, üppige Pflanzenvielfalt dort – die Bürgergärten, bereits im vierten Jahr von der IG Gartenschau ehrenamtlich gepflegt, sind wieder prächtig anzusehen und laden Bad Herrenalber und Gäste zum Bummeln und Genießen ein. Die Früchte unermüdlicher fleißiger Arbeit der verschiedenen Teams sahen sich die Sprecher der Gärten jetzt bei einem Spaziergang erstmals wieder gemeinsam an.

Bad Herrenalb - "Ich freue mich richtig, dass wir uns nach gut eineinviertel Jahren erstmals wieder in einer kleinen Runde tatsächlich sehen können", erklärte Christa Sagawe, zweite Vorsitzende des Vereins und Ansprechpartnerin vonseiten der Stadt, aus tiefstem Herzen. Vorbereitungen im Herbst, Arbeiten im zeitigen Frühjahr bei Kälte und Regen – die Früchte unermüdlicher fleißiger Arbeit der verschiedenen Teams sahen sich die Sprecher der Gärten bei einem Spaziergang erstmals wieder gemeinsam an.

Wolfram Müller, Sprecher des Klostergartens, berichtete nicht nur voller Stolz vom kompletten Rückschnitt plus Füllung der Beete mit Kompost im Herbst, sondern auch davon, dass mittlerweile mit dem Meerrettich die Heilpflanze des Jahres angesiedelt wurde: "Den ersten Pflanzen wurde über Nacht von Schnecken der Garaus gemacht. Da habe ich schnell neue geholt." Auch Waldmeister sei jetzt zu finden, und der Fenchel habe sich dieses Jahr schon erstaunlich prächtig entwickelt. Zudem kann die Anlage von drei stabilen neuen Bänken aus in aller Ruhe betrachtet werden.

Zu den Bänken hatte Reinhold Rau als Vereinsvorsitzender zu ergänzen, dass diese durchaus eine große Investition für die IG gewesen seien. Er habe jedoch stets einen wachen Blick auf die Finanzen des Vereins, der jüngst durch eine Stiftung und eine größere Privatspende unterstützt worden sei. Außerdem fördern Stadt und Land (nicht-investive Städtebauförderung) die IG. Einen Blick auf die Gärtendetails hat Rau aber auch und "springt mit Tat auch überall dort ein, wo Hilfe nötig ist". So rückte er im Klostergarten zu wild wuchernden Kräutern zu Leibe, kümmerte sich um die Ramblerrosen am Torbogen und hat vor, im Kirchgarten nächstens die Bänke zu streichen.

Bauhof liefert robuste Holz-Sitzwürfel

Nach dem Klostergarten ging es weiter zum Fantasiegarten am Eingang des Kurparks, wo Traudi Maier und ihr Team nicht nur geschnitten und ausgegrast, sondern schon üppige Pflanzenpracht gestaltet – und auch ein bisschen Raum für wild Wachsendes gelassen haben.

"Die Wildblume des Jahres, den Großen Wiesenknopf, habe ich mehrfach gepflanzt", deutete sie auf das gezahntblättrige, noch unscheinbare Pflänzchen, "wir sind gespannt, ob er in diesem Boden wächst". Vom Bauhof wurden einige robuste Holz-Sitzwürfel umgehend geliefert, Bücherschrank und Wasser-Mühlstein würden hier sehr gut angenommen, freute sie sich. Und auf die ersten Freiluft-Kulturveranstaltungen "Auf der Rolle", die hoffentlich demnächst möglich werden, sind alle gespannt.

Im Kleinen Kurgarten unweit der Kurhaus-Nordterrasse hatten Herbert Krempel und seine Mitstreiter mehrere Tage fleißig gewerkelt und rund um den Springbrunnen gründlich ausgegrast sowie frisch bepflanzt. Durch den lebhaft besuchten Kurpark wurde am Dahliengarten der nächste Halt eingelegt. 330 Pflanzen, selbst aufgezogen, hatte Dorothea Müller, wie sie berichtete, mit ihrem Team jüngst in die selbst vorbereiteten Beete eingepflanzt. Die anderen Arbeitskreissprecher konnten sich vom guten Anwachsen überzeugen. Ganz wichtig, so Dorothea Müller, sei jetzt das Gießen. Der bereits erstellte Gießplan wird momentan mit Namen gefüllt, und es tat gut, dazu gleich die ein oder andere persönliche Absprache treffen zu können. Letzter Halt war schließlich der Garten des Treffpunkts Kirche, der pflanzentechnisch federführend ebenfalls von Wolfram Müller gepflegt wird. Vor Rhododendronbüschen und Holzkreuz konnten sich hier alle fünf Mit-Spaziergänger noch einmal – mit gebührendem Abstand – niederlassen und von Wolfram Müller hören, welche Erfolgsgeschichte die Gottesdienste im Grünen in den vergangenen Jahren sowie gerade während der Pandemie geschrieben haben: "Wir haben konstant hohe Gästezahlen."

Durch Corona wird der IG im zweiten Jahr der Erlös ihrer Feste wegbrechen, ein großer finanzieller Verlust – auch wenn die Termine im Herbst und Winter noch nicht ganz aufgegeben sind: "Wenn etwas möglich wird, werden wir alle zusammenhelfen. Das gute Miteinander aller rund 75 Mitglieder des Vereins fördert die Motivation", so Rau mit Stolz. Wolfram Müller motiviert alle Mitglieder – zu denen sich gerne noch weitere gesellen dürfen – zusätzlich durch regelmäßige Text- und Bildbeiträge zum aktuellen Geschehen, Sagawe stellt Beiträge dazu über Facebook ein. Und Pläne gibt es in jedem Fall auch dieses Jahr: Die "Kultur-Rolle" am Fantasiegarten soll nach Vorstellung der Vereinsmitglieder – sobald überhaupt möglich – auch für interessierte Kleinkünstler verschiedener Genres offenstehen.

Jeden Monat findet am Treffpunkt Kirche eine Spezialandacht statt, so hält an diesem Sonntag, 6. Juni, ab 16 Uhr Anita Müller-Friese die Andacht, umrahmt von der Musik des hoch motivierten Bernbacher Akkordeon­orchesters.

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