Das Lehrschwimmbecken ist Geschichte, das Grundschuldach undicht: „Aachokalypse“ im Dornstetter Stadtteil. Büttenredner Sebastian Kläger hat bei Bürgerfasnet eine Idee.
Die Fasnetsparty mit einer vollen Turn- und Festhalle bereits am Freitag, die Bürgerfasnet mit Bühnenprogramm als Höhepunkt am Samstag und der Kindernachmittag am Sonntag bildeten auch diesmal das Erfolgstrio der Aacher Fasnet, die die Sportfreunde nun schon seit über einem halben Jahrhundert veranstalten und die diesmal unter dem Motto „Aachokalypse“ stand.
Gut gelaunt und in bewährter Weise führten Ex-SF-Vorsitzender Sebastian Zaun und Sandro Gaiser durch das Programm der Bürgerfasnet. Gleich zu Beginn holten sie zur Vorstellung und Taufe den neuen Vorstand der Sportfreunde mit Thorsten Haug, Leonhard Stahl, Lukas Schnaars und Rick Schölldorf auf die Bühne.
Dort traten auch Bürgermeister Bernhard Haas und Feuerwehrkommandant Marco Majer zu einem Spiel an, bei dem überwiegend der Kommandant punktete. Eigentlich hatte auch Ortsvorsteher Karlheinz Raisch teilnehmen sollen, doch der musste erkrankt passen.
Sebastian Kläger steigt in die Bütt
Im Verlauf des Abends wirbelten die Schwarwaldmädle der SG Hallwangen ebenso über die Bühne wie die Tanzgarde der Narrenzunft Dornhan. Nicht fehlen durfte natürlich auch das Männerballett der Sportfreunde: „Die Taktlosen“ sind längst fester Bestandteil des abendfüllenden Programms. Zwischendurch sorgte die Partyband „Prof. Alban & die Heimleuchter“ ebenfalls für beste Stimmung beim bunt verkleideten Narrenvolk.
Für die Bütt hatten die Sportfreunde Sebastian Kläger gewinnen können. „Ich habe ihn letztes Jahr beim Stadtfest überzeugen können, dass er die richtige Person ist“, berichtete Sandro Gaiser.
„Einmal Aacher – immer Aacher“
„Ich wohne leider nicht mehr hier, aber einmal Aacher – immer Aacher“, betonte Kläger, der Lehrer in Herrenberg ist und in Tübingen wohnt. Und so hatte er aus der Ferne einiges zusammengetragen, was sich im Ort so ereignet hatte.
Gleich zu Beginn erinnerte Kläger an eine Ehrung für Frank Schäfer bei der Feuerwehr. Der hatte vom Kreisbrandmeister anstatt der Urkunde „auf die Glatz einen Schmatz mit Schall“ bekommen. „Einer verschwindet ganz still und leis“, beobachtete der Büttenredner nun im Publikum – „hat Angst um sei eigene Glatze, dass auch auf sie ein Schmatzer klatsche“. Aber Kläger, frisch mit Lippenstift präpariert, ließt Bürgermeister Haas nicht entwischen und setzte auf der Bühne seine Ankündigung in die Tat um: „Aber dass du ned ungeküsst heimganga musch, kriegsch von mir jetzt auf die Glatz an Kuss.“
Lösung fürs Schulhaus
Nicht fehlen durfte das Thema Grundschule samt Sanierungsbedarf. „Doch jetzt wird’s brenzlig, des Dach isch net dicht, da tropft’s von oben, ond des isch koi G’schicht“, reimte Kläger. „Ond jetzt wird’s no trauriger, des sag i glei, des Schwimmbad in Aach isch vorbei, zuagmacht von dr Stadt, ganz offiziell, kei Plansch, kei Platsche, ganz schnell. Sogar der Förderverei, so viel Idealismus ond Mut, hat sich auflöse müsse, des tut net gut. Jo gut, vielleicht für d’ Buchhaltung fei, aber für die Kinder des muss Aachokalyse sei.“
Kläger hatte jedoch eine Lösung parat „Doch mir Aacher mir send flexibel, mir send schlau, die Lösung liegt nahe – direkt im Schulhausneubau. Weil wenn’s Schuldach no länger undicht bleibt, ond d‘r Rega sei Werk ganz ruhig betreibt, no wird d’ Grundschul bald ’s neue Schwimmbad sei. Mit Schwimmflügel im Unterricht, Taucha im Gang – so fängt d’ Aachokalypse an“.
Zum Programmabschluss sorgten die Kniebiser Grenzweg-Sinfoniker für mächtig Stimmung und trieben die Besucher auf die Bänke. Doch in der Halle, im Partyzelt und in der Kellerbar ging es noch lange bei bester Stimmung weiter.