Die Sache ist entschieden: VS bekommt ein gemeinsames Bad im Zentralbereich. Die eigentliche Arbeit, sagt Bäder-Chef Gregor Gülpen, beginnt erst jetzt. Groß ist die Freude bei den Schwimmvereinen über das Mehrheitsvotum von rund 60 Prozent.
Bis 22.30 Uhr zählten die fleißigen Helfer in der Nacht auf Dienstag aus – dann war’s klar: Die Mehrheit hat sich im Rahmen eines Bürgerentscheids für den Neubau einen gemeinsamen Hallenbads im Bereich Klosterhof entschieden.
Insgesamt waren 64 944 Personen wahlberechtigt. Das Quorum von 12 989 gültigen Stimmen wurde locker erfüllt. Insgesamt wurden 18 115 gültige Ja-Stimmen und 12 267 gültige Nein-Stimmen abgegeben.
Am Dienstagmorgen waren im Schwenninger Rathaus daraufhin lauter Männer mit bester Laune zugegen. Wahlleiter Joachim Wöhrle war glücklich, weil die Auszählung reibungslos geklappt hatte, und Bäder-VS-Geschäftsführer Gregor Gülpen sowie Christian Helbig, Betriebsleiter der Bäder VS, strahlten um die Wette, als das Ergebnis nun auch ganz offiziell vorgestellt wurde. Sie hatten gemeinsam mit vielen anderen in den vergangenen Monaten und Wochen mächtig für das Großprojekt getrommelt.
„Ein deutliches Zeichen“
Oberbürgermeister Jürgen Roth wertet das Votum als „ein klares Statement“ und „ein deutliches Zeichen für Villingen-Schwenningen“. 55 Millionen Euro sind für das Großprojekt eingepreist. Über die konkrete Ausgestaltung entscheidet der Gemeinderat. Die nächsten Schritte sind jetzt der Grunderwerb (Roth: „Da ist alles im Fluss“), die Finanzierung (die Stadt hofft auch auf Zuschüsse), eine Planungsphase (mit etwa eineinhalb Jahren angesetzt ) und dann der Bau.
Fünf Jahre als Zeitfenster
Wann das neue Bad eröffnet wird? Da lächelt die Riege. „Vier, fünf Jahre ist das Zeitfenster“, sagt OB Roth. Bis es soweit ist und im Bad am Klosterhof geschwommen werden kann, bleiben die beiden bestehenden Bäder auf jeden Fall in Betrieb.
Wie es danach mit diesen weitergeht, ist noch offen. Für das Villinger Hallenbad ist angedacht, daraus eine Turnhalle zu machen. Was aus dem Schwenninger Neckarbad wird, werde man sehen, so Roth – noch ist offen, welche Nachnutzung an dem Standort mitten im Industriegebiet kommen wird.
Ein spannender Abend
Für die doppelstädtischen Schwimmvereine rund um DLRG, Wasserballgemeinschaft, Villinger Schwimmclub (SCV) sowie Schwimm- und Skiclub Schwenningen (SSC) sei es ein spannender Abend gewesen, als die Mitglieder via Handy den Liveticker mitverfolgt und mitgezittert haben, erzählt Fred Meckes, SSC-Ehrenvorsitzender und Leiter der Synchronschwimmabteilung. In der bestehenden Whats-App-Gruppe habe man sich hin- und hergeschrieben – und letztendlich gemeinsam gefeiert. „Es ist ein ganz, ganz gutes Ergebnis“, freut er sich – und die Bestätigung, dass die Vereine in den vergangenen Wochen noch mal richtig Gas gegeben hatten in Sachen Werbung für das gemeinsame Bad. Dass die Schwimmvereine dabei an einem Strang ziehen, hätte viele Bürger dazu bewegt, in ihrer anfänglichen Nein-Position doch noch umzuschwenken.
B-Variante ist Favorit
Doch Fred Meckes betont auch: „Für uns ist das Ergebnis nur ein Zwischenschritt. Jetzt geht es darum, sich mit der Bäder VS und den Fraktionen zusammenzusetzen.“ Von den drei vorgeschlagenen Möglichkeiten sei die B-Variante die größte und beste, um adäquaten Schwimmsport anzubieten.
„Wasserfläche ist das A und O“
„Nicht die Anfahrt, sondern die Wasserfläche ist das A und O“, sagt derweil Michael Müller vom Villinger Schwimmclub. Es reiche nicht, eine Bahn mehr zu bauen, sondern die Bahnen zu verdoppeln – nicht nur für die Leistungsschwimmer, sondern auch für Schwimmanfänger und -fortgeschrittene. Schließlich müssten die langen Wartelisten endlich abgebaut werden. Für ihn war das klare Endergebnis eine „große Überraschung“ nach vielen negativen Stimmen im Vorhinein.