Die Mühlheimer Störche sind weit genug weg von etwaigen Windkraftanlagen auf Vöhringer Gemarkung. Foto: Polet

Mit Blick auf den Bürgerentscheid in Vöhringen meldet sich nun auch der NABU Oberndorf/Sulz zu Wort.

Für einen wirkungsvollen Klimaschutz brauche es eine konsequente und schnelle Energiewende. Windenergie sei ein maßgeblicher Baustein, teilt Beatrix Lamprecht vom NABU Oberndorf/Sulz mit. Klimaschutz und Naturschutz müssten aber konsequent zusammengedacht und naturverträgliche Lösungen gefunden werden.

Das bedeute nicht, dass man automatisch jeden Bau einer Anlage unterstütze, so Lamprecht. Aber man stehe jedem Projekt erst einmal offen entgegen, schaue sich die Standorte und die Gutachten genau an. „Eingriffe in die Natur sollten immer sorgfältig überlegt und das Verhältnis zum Nutzen abgewogen werden.“

Klagen wegen Fehlplanungen

Zwischen 2010 und 2019 habe der NABU 45 Klagen wegen Fehlplanungen eingereicht. Dazu kämen einige Projekte, die aufgrund der Artenschutzgutachten erst gar nicht mehr weiterverfolgt werden.

Die Vorgängerregierungen hätten bereits vor Jahren die richtigen Weichen für die Energiewende stellen müssen, findet Lamprecht. „Wir können jetzt lamentieren und den Kopf in den Sand stecken oder aktiv an der Energiewende mitarbeiten.“

Bei der Storchenberingung in Mühlheim habe sich eine Bürgerin besorgt gezeigt, dass die Vögel von den Anlagen geschreddert würden. Diese Sorge sei in Bezug auf die Weißstörche unbegründet, sagt Lamprecht. Der Weißstorch in Mühlheim sei weit genug entfernt. Viel gefährdeter sei der Schwarzstorch, der seinen Lebensraum im Wald habe und als windkraftsensibel gelte. Er komme auch hier vor. Ein Abstand von mindestens 3000 Metern müsse eingehalten werden. Das zeige aber auch: „Vogel ist nicht gleich Vogel. Bei jedem Standort muss individuell betrachtet werden, wie die Flora und Fauna in der Umgebung aussieht“, so Lamprecht.