Dass Windräder auch Waldschutz bedeuten, halten unsere Leser Willy Harpein und Klaus Vosseler für unseriös. Sie plädieren dafür, beim Bürgerentscheid mit „JA“ zu stimmen.
Als Vorstandsmitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Kirchberg sehen wir uns in der Pflicht, die Aussage der drei Fraktionssprecher des Sulzer Gemeinderates fachkundig und nach Sachlage einzuordnen.
Bislang wurden von den Fraktionsvorsitzenden vor allem finanzielle Argumente angeführt – es sollen ja hohe Pachteinnahmen winken, was ein für den Gemeinderat nachvollziehbarer Anreiz wäre. Doch für uns als Waldbesitzer zählen andere Aspekte, nämlich den Schutz und Erhalt eines intakten Waldgebietes.
Fundamente und Zuwege
Beim Bürgerentscheid am 23. Februar wird darüber abgestimmt, ob die Verpachtung kommunaler Waldflächen in Sulz am Neckar an Windanlagenbetreiber/-investoren unterbleiben soll. Die vor diesem Hintergrund getroffene Aussage der drei Fraktionsvorsitzenden, Windräder würden auch Waldschutz bedeuten, ist schlicht unseriös und irreführend.
Mit der Behauptung von „minimalen Waldeingriffen“ sollen die Wähler vermutlich beruhigt werden. Allerdings führt bei Windkraft im Wald kein Weg daran vorbei, dass für Fundamente, Aufstell- und Revisionsflächen, Zuwegung und Stromtrassen erhebliche Rodungen unvermeidlich sind.
Wald ist in gutem Zustand
So wurden in Veringenstadt für den Bau einer einzigen Windanlage 4,4 Hektar intakter Wald geopfert. Schneisen von solchem Ausmaß in einem zuvor geschlossenen Waldbestand machen die angrenzenden Bäume dauerhaft anfällig für Stürme, Borkenkäfer und Trockenschäden. Das bedeutet, dass neben den Bäumen, die direkt für den Bau der Windanlagen gefällten werden, auch der Wald in der unmittelbaren Umgebung geschwächt und unweigerlich weiteren Schaden nehmen wird.
Unser Wald auf der Dicke ist zum Glück bislang in einem so guten Zustand, dass es sich in hohem Maße lohnt, für seinen Erhalt zu kämpfen – und beim Bürgerentscheid mit „JA“ zu stimmen.
Willy Harpein, Vorstand & Klaus Vosseler, Schriftführer FBG Kirchberg, Sulz-BergfeldenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.