Eindrucksvoll war die Bilanz, die Bürgermeister Frank Schroft beim siebten Bürgerempfang vorgelegt hat: Nur an einem Projekt beißen sie sich die Zähne aus.
Was hat die Stadt Meßstetten in den vergangenen Jahren für ihre Bürger geleistet und womit wollen Gemeinderat und Verwaltung die Lebensqualität weiter steigern? Bürgermeister Frank Schroft verriet es beim Bürgerempfang.
Das Sportzentrum Geißbühl nutzten Schulen und Vereine ein Jahr nach der Einweihung intensiv. 2,3 Millionen Euro habe sich die Stadt ihr „sportliches Herzstück“ kosten lassen, dessen Bedeutung jüngst durch das Faustball-Länderspiel der U18-Nationalmannschaften Deutschlands und der Schweiz deutlich geworden sei. Der Bau eines Funktionsgebäudes – ein Massivbau mit Holzfassade – für Umkleide- und Sanitär- sowie multifunktionale Räume werde durch Optimierung der Planung 150 000 Euro günstiger als vorgesehen, so Schroft, der die Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro als „deutliches Zeichen für die Förderung des Sports“ in Meßstetten wertet.
Neue Baugebiete würden in fast allen Stadtteilen erschlossen. Beispielhaft nannte Schroft „Grund/Hülbenwiesen“ in Hartheim mit 64 Bauplätzen auf 59 000 Quadratmetern und „Flachsländer“ in Hossingen mit 40 Plätzen.
Der Anbau für drei Millionen Euro mache den Kindergarten Bueloch zur Heimat für sieben Gruppen und einem der größten Kindergärten der Region. Mit der zweigruppigen Kita im geplanten Sozial- und Gesundheitszentrum und der Erweiterung des Kindergartens Heinstetten schaffe die Stadt bis zu 105 zusätzliche Betreuungsplätze und unterstreiche ihren Anspruch, eine „familienfreundliche Stadt zu sein“.
Ihre Feuerwehr stärke die Stadt Meßstetten konsequent, wie Schroft betonte: Jüngste Anschaffungen seien ein hochmoderner Vorausrüstwagen zur Unfallrettung, ein Einsatzleitwagen für Großschadenslagen, ein Kommandowagen und ein Gerätewagen Logistik 2 für bessere Löschwasserversorgung in abgelegenen Gebieten; bestellt seien ein Gerätewagen Logistik, der noch 2025 geliefert werden solle. Die Gesamtkosten für alle fünf Fahrzeuge: 1,1335 Millionen Euro. Das Feuerwehrhaus Heinstetten werde drei Millionen Euro kosten.
In Hoch- und Tiefbau investiere Meßstetten 2024 und 2025 insgesamt 22 Millionen Euro, Wasserversorgung und Breitbanderschließung mitgerechnet sogar 28 Millionen Euro – „ohne neue Schulden im Kernhaushalt“.
Digitalisierung habe in Meßstetten „Fahrt aufgenommen“ mit der Stabsstelle im Rathaus, das zum effizienten und papierlosen Dienstleistungszentrum werde und bis 2029 alle Verwaltungsleistungen digital anbiete, was freilich die Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen voraussetze. Die neue App der Stadt mit digitalen Verwaltungsleistungen, Mängelmelder, Abfallkalender, Notdiensten, Anmeldung für Kita und Ferienbetreuung sowie interaktiver Übersicht über Wanderwege, Ausflugsziele und Gastronomie gehe in den nächsten Wochen an den Start.
Finanzielle Stabilität garantierten die Beteiligungen der Stadt, etwa das 320 001 starke EnBW-Aktienpaket und die Beteiligung am Konsortium „EnBW vernetzt“ mit 3,4 Millionen Euro und Fondsanlagen im Wert von 9,5 Millionen Euro. Der Kernhaushalt solle schuldenfrei bleiben, weshalb die Stadt nicht umhin komme, „Standards zu überprüfen und neu zu bewerten“ sowie „ehrliche Aufgabenkritik“ zu betreiben. Zumal teure, aber wichtige Projekte wie das Zentralklinikum im Zollernalbkreis zu finanzieren seien: „Kleine, nicht spezialisierte Häuser werden künftig kaum noch bestehen können. Wer jetzt nicht handelt, dem wird irgendwann die Entscheidung abgenommen“, mahnte Schroft. Meßstetten trage das Projekt deshalb mit Überzeugung mit.
Enttäuschung des Bürgermeisters floss ein, als er auf die Baulückeninitiative zu sprechen kam. Die Nutzung innerörtlicher Brachen scheitere oft an fehlender Verkaufsbereitschaft. Dabei dienten solche Initiativen dem Gemeinwohl.