Lange auf die Folter gespannt hat Bürgermeister Frank Schroft die 800 Zuschauer beim siebten Bürgerempfang, bis er verriet, wer die Verdienstmedaille der Stadt in Gold erhält.
Einer der Längsten war Viktor Kapla nie, aber einer der Größten in Meßstetten – und in seinem Heimatort Hartheim sowieso – ist er schon sehr lange.
Seit dem siebten Bürgerempfang hat er das nun amtlich, denn Bürgermeister Frank Schroft belohnte Viktor Kapla für seine mehr als sechs Jahrzehnte andauernde Leistung im Ehrenamt mit der Verdienstmedaille der Stadt Meßstetten – in Gold.
Gold hat Kapla schließlich in der Kehle und bereichert damit seit 61 Jahren als aktiver Sänger den Chor des Gesangvereins „Eintracht Hartheim“, wo er außerdem auf 44 Jahre „maßgebliche Mitarbeit im Vorstand“ blicken kann. 22 Jahre sind in der Leitung der Theatergruppe des Gesangvereins Eintracht Hartheim zusammengekommen, in der Kapla in unzähligen Lustspielen auf der Bühne stand – der talentierte Laienschauspieler gehört zu den Stars der munteren Truppe.
15 Jahre lang habe sich Kapla als Ortschaftsrat seines Heimatorts informiert, fuhr Schroft fort. Und noch heute ist er oft Zuhörer in den Sitzungen und hilft mit seinem großen Hintergrundwissen aus, wenn am Ratstisch Fragen zur Geschichte eines Projekts offen sind. Außerdem sei Kapla zehn Jahre lang Mitglied des Pfarrgemeinderats der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus gewesen 16 Jahre lang im Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins Meßstetten engagiert und vier Jahre lang ehrenamtlicher Schöffe am Jugendschöffengericht Hechingen. Wer so viel geleistet habe, dürfe „zu Recht stolz sein auf ein großartiges ehrenamtliches Engagement“, betonte Schroft und zitierte Marcus Tullius Cicero: „Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen!“ Viktor Kapla habe „unsere höchste Anerkennung und Achtung mehr als verdient“.
57 Jahre in herausgehobenen Funktionen
Wer wie Viktor Kapla „seit 1968 bis zum heutigen Tage ununterbrochen 57 Jahre lang in herausgehobenen Funktionen ehrenamtlich tätig ist, der ist ein leuchtendes Vorbild für Solidarität, Verantwortungsbereitschaft, Glaubwürdigkeit, Freiwilligkeit und den Dienst in und an unserer Gesellschaft“. Da sich Kaplas Tätigkeiten zeitlich überschnitten, „kommen im Endeffekt weit mehr als die genannten 57 Jahre in Summe zusammen“.
40 Prozent sind im Ehrenamt tätig
Schroft vergaß aber auch nicht, den Wert des Einsatzes aller Ehrenamtlichen hervorzuheben: 40 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren seien für andere im unbezahlten Einsatz – und sie seien damit die „freiwilligen Leistungsträger unserer Gesellschaft“, ohne die vieles nicht möglich wäre. Sie seien „wie Sie, sehr geehrter Herr Kapla, Motor, Herz und Seele unserer Gesellschaft“. Das hervorzuheben, war Schroft „gerade im Kontext eines zunehmenden Rückzugs vieler Menschen ins rein Private sehr wichtig“.
In der Bibel hatte Schroft eine Stelle gefunden, die zum ehrenamtlichen Pfarrgemeinderatsmitglied Kapla passte: „So gebt jedem, was ihr ihm schuldig sei: Ehre, wem die Ehre gebührt“, zitierte Schroft aus dem Römerbrief, Kapitel 13, Vers sieben. Die Kriterien für eine solche Ehrung in den Richtlinien der Stadt Meßstetten habe Viktor Kapla „weit übertroffen“ – und das sei nur mit der Unterstützung von Kaplas Frau Lisbeth möglich gewesen. „Die Ehrung Ihres Mannes ist auch ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung Ihnen gegenüber“, betonte Schroft. Sein Wirken „wäre ohne Ihre Unterstützung, Ihr Verständnis, Ihren Verzicht nicht möglich gewesen“.
Der Größte beim Einsatz für andere
Als beide mit Frank Schroft und den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat – Matthias Schwarz, Ernst Berger und Oliver Rentschler sowie Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Holl die Bühne betraten, wurde deutlich: Optisch mochten die Kommunalpolitiker Viktor Kapla überragen. In Sachen Einsatz für andere war er der Größte auf der Bühne.