Groß war das Interesse am Bürgerempfang in Rümmingen. Foto: Herbert Frey

Rümmingen geht schuldenfrei und mit ausgeglichenem Haushalt ins neue Jahr. Bürgermeisterin Joana Carreira lud beim Bürgerempfang alle dazu ein, dieses aktiv mitzugestalten.

Wer dachte, der enorme Andrang zum Neujahrstreff 2025 sei eine Ausnahme gewesen, weil es eben der erste der neuen Bürgermeisterin Joana Carreira war, der sah sich am Sonntag getäuscht: In der Gemeindehalle reichten auch diesmal die Sitzplätze nicht aus.

 

Nach erfrischendem musikalischem Auftakt durch die Mädchen und Jungen der Naturpark-Grundschule Rümmingen unter der Leitung von Christian Vollbrecht ging Carreira auf wichtige Weichenstellungen 2025 ein: Die „Seniorenwohnanlage am Chanderli“ nehme auf dem Möschlin-Areal nun Gestalt an und werde Mitte 2027 fertiggestellt sein. Der Friedwald könne Ende Januar eröffnet werden.

Auch dem, was noch nicht erreicht wurde, räumte sie Platz ein und sagte bezüglich der Ansiedlung eines Einzelhandelsmarkts an der Schallbacher Straße: „Ich weiß, Sie warten. Und ich hätte mir ebenfalls gewünscht, dass dieses Projekt heute schon weiter wäre.“ Sie bat um Geduld und versicherte: „Wir sind dran. Und wir bleiben dran.“

Ein Vollsortimenter sei für einen Ort der Größe Rümmingens keine Selbstverständlichkeit, und da die Gemeinde weder Bauherr noch Vertragspartner von Rewe sei, seien ihre Einflussmöglichkeiten begrenzt. Die Raumplanung stehe über der örtlichen Planungshoheit. Man habe sich nach intensiven Gesprächen nun aber planungsrechtlich auf einen gemeinsamen Nenner verständigt und sie könne damit verkünden, dass der Investor an seinem Vorhaben festhalte.

Stau reduzieren

Beim Dauerbrenner Verkehr herrsche ebenfalls kein Stillstand: Die Umgestaltung der Schallbacher Straße starte und die Neugestaltung der Lörracher Straße werde planerisch weiter vorangetrieben, informierte die Bürgermeisterin. Für einen Kreisverkehr, der den Verkehrsknoten in der Ortsmitte leistungsfähiger machen und den Stau auf der Lörracher Straße reduzieren soll, stünden Planungsmittel bereit.

Die Entwicklung der Gemeinde sei das zentrale, übergeordnete Ziel. Ein Gesamtentwicklungskonzept solle Potenziale ermitteln und transparent aufzeigen. Rümmingen solle künftig nicht mehr nur als reine Wohngemeinde, sondern als ein Ort wahrgenommen werden, an dem man sich gerne aufhalte und etwas unternehmen könne.

Bürgermeisterin Joana Carreira dankte TSV-Vorsitzendem Mathias Hengst für das Überlassen des Vereinsheims. Foto: Herbert Frey

Ganz wesentlich trügen Vereine und Kirchengemeinde zur lebenswerten Gemeinschaft vor Ort bei. Einen Verein hob Carreira diesmal heraus: den TSV Rümmingen, der der Gemeinde sein über Jahrzehnte in ehrenamtlicher Arbeit aufgebautes Vereinsheim überließ. Sie wisse, wie schwer diese Entscheidung gefallen sei, die der Gemeinde nun die Chance eröffne, für die Gemeinschaft einen neuen Ort der Begegnung zu schaffen und das Sportareal insgesamt weiterzuentwickeln. Sie forderte alle dazu auf, sich mit Ideen in diesen Prozess einzubringen und bedankte sich beim Vorsitzenden Mathias Hengst mit einem Zertifikat sowie einem symbolischen Euro.

In Infrastruktur investieren

Die beste Nachricht verkündete Joana Carriera dann gegen Ende ihrer Ansprache: „Nur sechs Prozent der Gemeinden in Deutschland haben einen ausgeglichenen Haushalt. Und Rümmingen ist dabei.“ 2025 seien zudem alle laufenden Kredite abgelöst worden, so dass die Gemeinde seit dem 1. Januar 2026 ganz offiziell schuldenfrei sei. Weiterhin soll gemeinsam und gezielt in die Infrastruktur investiert werden, etwa in die Umgestaltung des Friedhofs, der als Begegnungsort noch attraktiver werden solle. Auch das Sondervermögen von Bund und Land, 1,3 Millionen, werde man mit Bedacht investieren.

Rümmingen mute angesichts dieser Zahlen fast wie ein „Schlaraffenland“ an, würdigte Landrätin Marion Dammann in ihrem Grußwort das solide Wirtschaften über Jahre hinweg. Herausforderungen und Transformationsdruck seien dennoch groß und würden interkommunales Zusammenstehen sowie klare Zielsetzungen erfordern. Sie sehe Rümmingen da strategisch bestens aufgestellt.

Bürger dürfen Programmvorschläge äußern

Carreira dankte dem Gemeindeteam für die Organisation des Empfangs und den Landfrauen für ein üppiges Büfett. Sie forderte die Anwesenden dazu auf, für den nächstjährigen Neujahrstreff, der bewusst in Bürgerempfang umbenannt wurde, Programmvorschläge zu unterbreiten.

Auf solch einen Bürgervorschlag ging auch der abschließende Auftritt von Bond‘s Bigband der Weiler Musikschule zurück, die unter Christian Leitherer mit Rock, Pop und Filmmusik schwungvoll zum gemütlichen Teil überleitete.