Hans-Peter Fauser (von links), Jens Keucher, Giuseppe Mastragostino und Sara Tafel Foto: Schwind

Beim Bürgerdialog in Mühlheim steht die über 100 Jahre alte Grundschule mit ihren nicht ausreichenden Räumlichkeiten im Gespräch. Aber auch das Neubaugebiet wird genannt.

Auf ihrer Stadtteiltour machten der Sulzer Bürgermeister Jens Keucher und sein Kämmerer und erster Beigeordneter Hans-Peter Fauser Halt bei der Ortschaftsratssitzung in Mühlheim zum Bürgerdialog. Dabei stellte sich heraus: Im 1000-Seelen-Ort Mühlheim im unteren Mühlbachtal lässt es sich ganz gut leben.

 

Derzeit sind wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des Stadtteils in Arbeit. Mit der Planung des neuen Baugebiets „Etzelsteige“ sollen zusätzliche Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. Besonders hervorzuheben sei die geplante neuartige Wärmeversorgung, die das Baugebiet energetisch zukunftsfähig machen und nachhaltige Standards setzen soll, so Keucher. Je nachdem, wie sich die vorbereitenden Maßnahmen ab dem Jahr 2026 und über 2027 hinaus entwickelten, sollen spätestens ab 2028 die Bagger rollen.

Neuer Wohnraum und Glasfaser

Ebenso erklärte er, dass kostenintensive Erschließungsmaßnahmen von größeren Neubaugebieten künftig nicht zeitgleich, sondern versetzt realisiert werden sollen. Der Grund: es müsse haushaltsverträglich und mit den vorhandenen Personalressourcen vereinbar sein. Ab etwa 2027 plant der Landkreis Rottweil, den Straßenbelag der Ortsdurchfahrt der Kreisstraße 5502 zu erneuern. Im kommenden Jahr wird die „gute Stube von Mühlheim“ rund um Kirche und Rathaus im Rahmen des Sanierungsprogramms einladend verändert und gestaltet werden.

Die unschönen, zusammengefallenen Hausruinen in der Ortsmitte würden, wie Keucher erläuterte, bald der Vergangenheit angehören. Durch einen Investor soll neuer Wohnraum entstehen – in Kombination mit einem Dorfgemeinschaftsraum für die Mühlheimer. Die Telekom befindet sich in Vorbereitung, um den Sulzer Stadtteil mit schnellem Glasfaser-Internet zu versorgen.

Lösungen werden besprochen

Trotz der positiven Entwicklung Mühlheims – oder gerade deswegen – steht die örtliche Grundschule vor Herausforderungen. Sie erfreut sich großer Beliebtheit und hat einen sehr guten Ruf – aber aktuell mit einer hohen Schülerzahl und begrenzten Kapazitäten an Schulräumen zu kämpfen. Das Schulgebäude sei bereits 112 Jahre alt und zeige auch einige Baumängel auf, so Schulleiterin Petra Plocher. Elternbeirat Eric Zacher und die Schulleiterin schilderten die Probleme im Schulalltag recht deutlich.

Neben den fehlenden Räumen gebe es einen matschigen Schulhof und eine fehlende Pflege rund ums Schulgebäude. Bürgermeister Jens Keucher nahm sich der Situation sofort an und diskutierte gleich mögliche Lösungen. Eines war ihm aber dabei sehr wichtig: dass die Schulqualität der Mülheimer Grundschule keinesfalls darunter leiden dürfe.

Für den Sulzer Bürgermeister ist aber auch klar: Es werde keinen Anbau ans Gebäude geben, denn er geht davon aus, dass die hohen Schülerzahlen in den nächsten drei bis vier Jahren anhalten werden, dann aber laut Prognosen wieder fallen. Keucher versprach, die Stadtverwaltung werde im Dialog mit der Schulleitung und dem Elternbeirat Lösungen erarbeiten, um den Schulstandort Mühlheim langfristig zu stärken und die hohe Schulqualität zu sichern.