Viele Heiligenbronner und Bewohner anderer Schramberger Stadtteile nahmen am Bürgerdialog in Heiligenbronn teil. Foto: Fritsche

Tempo 30, Blitzer, Bebauungspläne, Mobilfunk und Klimaneutralität waren Themen beim Bürgerdialog in Heiligenbronn.

Ende Juni vor zwei Jahren fand das neue Veranstaltungsformat Bürgerdialog zum ersten Mal in Heiligenbronn statt. Hat die Stadtverwaltung seit damals ihre Hausaufgaben gemacht?Am Dienstagabend informierten Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Elisabeth-Glöckner-Saal über die aktuellen Projekte in Heiligenbronn.

 

Sicherheit des Verkehrs

Die Bilanz zur Verkehrssicherheit von Fachbereichsleiter Rehfuß sah nicht schlecht aus: Die Rennstrecke L 419 durch Heiligenbronn wurde durch den Blitzer etwas entschärft (Eisenlohr ließ durchblicken, dass auf Wunsch der Heiligenbronner durchaus auch ein zweiter noch drin wäre) Falsches Parken wird durch regelmäßige Kontrollen eingedämmt. Die Umrüstung der Fußgängerampel auf Geschwindigkeitsabhängigkeit ist in Arbeit.

Bauliche Entwicklung

Fachbereichsleiter Bent Liebrich berichtete über den Stand der Bebauungspläne Heiligenbronn I und Hausteile: „Alle Flächen bei Hausteile sind inzwischen im Besitz der Stadt“. Als nächste Schritte kommen jetzt die abschließende Abstimmung mit der Stiftung, die Entwürfe der Planunterlagen, dann Abwägung, Offenlage und Satzungsbeschluss. Als Ergebnis eines Verkehrsgutachtens wird es bei Hausteile keinen Kreisverkehr, sondern einen Linksabbieger geben. Gute Nachricht für die Surfer: Im August will die Telekom den Mobilfunkmast auf Sankt Klara errichten. Und Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer freuen sich, dass die Bushaltestellen barrierefrei umgebaut wurden.

Umgang mit Lärm

Ein Ingenieurbüro hat die Lärmpegel im Tag- und Nachtzeitraum berechnet: Nachts wird der gesetzliche Grenzwert auf dem größten Teil der Waldmössinger Straße überschritten, weshalb dort nachts auf Tempo 30 beschränkt wird. Etwas, was sogar ein direkter Anwohner beim von ihm wahrgenommenen niedrigen nächtlichen Verkehrsaufkommen als „Schwachsinn“ bezeichnet. Eisenlohr musste deshalb mehrmals auf die Gesetzeslage verweisen und dass es keine Entscheidung der Stadt sei, diese aber zur Umsetzung gezwungen sei. Sie rechnet frühestens Ende des Jahres mit der Begrenzung auf Tempo 30.

Kommunale Wärmeplanung

Mit der „kommunalen Wärmeplanung“ kommt eine neue von der Politik gewollte gesetzliche Herausforderung auf Kommunen, Hausbesitzer und Mieter zu: Bis 2040 soll eine Stadt der Größe Schrambergs Klimaneutralität beim Heizen erreichen. Dafür müsse der Wärmebedarf durch bessere Gebäudedämmung und die Umstellung von Öl und Gas auf erneuerbare Energien gesenkt werden, erklärte Liebrich.In Heiligenbronn gebe es „eine hohe Wärmedichte im Gebiet“, so Liebrich weiter. Denkbar wären eine zentrale oder eine dezentrale Wärmeversorgung. Bei der zentralen brauche es ein Heizwerk mit Biogas, Wärmepumpen, Solarthermie und Geothermie zu Wärmeerzeugung. Bei der dezentralen Versorgung kämmen Luft-Wasser-Wärmepumpen in Frage. „Wir suchen für den Bestand ein finanzierbares Konzept“, versprach Liebrich. Die Frage, welche Heizung man zur Zeit anschaffen sollte, ließe sich aber noch nicht beantworten.

Stiftung als Vorreiter

Bei der Stiftung Sankt Franziskus gibt es schon eine gasbeheizte Nahwärmeversorgung für einen Teil der Gebäude. An ein umfassenden zu entwickelndes klimaneutrales Nahwärmenetz würde die Stiftung auch Hauseigentümer in ihrem Umfeld anschließen, teilte ein von der Stiftung beauftragter Berater beim Bürgerdialog mit. Die Stiftung werde auf die Hausbesitzer zukommen und abfragen, wer dabei mitmachen wolle.