Das Bürgerforum zur Altersversorgung der Landtagsabgeordneten votierte bereits im Jahr 2018 für eine allgemeine Bürgerversicherung an Stelle der Trennung von Rente und Pension. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die repräsentative Demokratie hat an Ansehen verloren. „Die da oben“, so der weit verbreitete Eindruck, machen sowieso, was sie wollen. Mehr direkte Demokratie hat aber auch ihre Tücken. Seit einigen Jahren entstehen mehr und mehr Bürgerforen.

Der Demokratie geht es nicht gut, das haben die jüngsten Wahlen erneut gezeigt. Die Welt ist unübersichtlich geworden, vieles gerät ins Rutschen, Gewohntes zählt nicht mehr: Das fördert den Wunsch nach einfachen Antworten und begünstigt die Neigung zu autoritären Lösungen mit ethnonationalistischem Einschlag. Davon profitiert die AfD – nicht nur, aber besonders in Ostdeutschland. „Die Ost-West-Verwerfung wird eine wichtige gesellschaftliche Konfliktachse bleiben“, sagt der Soziologe Steffen Mau von der Humboldt-Universität. Der 55-Jährige ist gelernter „Ossi“, stammt aus Rostock und hat gerade das Buch „Ungleich vereint“ (Suhrkamp-Verlag) vorgelegt.