Die Venus als Symbol für Frieden, Toleranz und Weitblick begleitet das Bündnis in seinem Zukunftsprogramm „Demokratie morgen“. Die Figur ist – unterschiedlich gestaltet – auf Flyern und anderem zu finden. (Archivbild) Foto: Helga Michel

Das Bürgerbündnis „Nie wieder ist jetzt“ hat einiges auf der Agenda. Neben den Vorbereitungen zu Freudenstädter Jahrestagen im April und Mai will das Bündnis verstärkt auf die Jugend zugehen. Und zur Bundestagswahl bringt es sich mit einer Resolution ein.

Einen großen Schritt weiter gekommen ist das Bürgerbündnis „Nie wieder ist jetzt“ in seiner vierten Sitzung. Wieder waren rund 50 Vertreter der 65 angeschlossenen Vereinen, Gemeinden, Kirchen, Schulen und Einzelpersonen in den großen Sitzungssaal des Rathauses gekommen.

 

In zwei Stunden konzentrierter Arbeit entwickelten sie ihre Vorstellungen von Demokratie und Menschenrechten weiter, die künftig unter dem Zeichen der Freudenstädter Venus fortentwickelt werden sollen. Dabei greift das Bündnis mit einer Resolution unter dem Titel „Demokratie morgen – Wir haben die Wahl“ auch in den aktuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl am 23. Februar ein.

Der Sprecherkreis mit Holger Egger, Gisela Blickle, Lieselott Sinner, Amanuel Tsegaberhan und Thomas Trautmann war seit der letzten Zusammenkunft im November nicht untätig gewesen und hatte Gespräche mit Oberbürgermeister Adrian Sonder und dem Freundeskreis Asyl geführt.

Auftritt findet rege Beachtung

Vor allem über die neuen Medien wird sich das Bündnis künftig noch stärker an junge Menschen, Schulen und Schüler wenden. Sein Auftritt im Internet auf Instagram bezieht in klarer, jugendgerechter Sprache, mit Bildern und kleinen Filmen politisch neutral Stellung, gibt Antworten und Argumentationshilfen zur Bundestagswahl und bei Diskussionen darüber. Es gibt Informationen über das Bündnis selbst und seine Aktivitäten sowie ein Interview mit Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder.

Der Instagram-Auftritt finde bereits rege Beachtung, so Lieselott Sinner, die über diese Aktivitäten berichtete. „Ich bin nach diesem Abend sehr zuversichtlich“, sagte Sprecher Holger Egger, der den Abend leitete, zufrieden am Schluss der Sitzung.

Vorbereitungen in enger Zusammenarbeit mit Stadt

Das Bündnis bereitet derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Freudenstadt Veranstaltungsreihen im April und Mai vor. So soll mit einer Woche vom 14. bis 20. April an die Zerstörung Freudenstadts vor 80 Jahren erinnert werden.

Darüber hinaus gibt es einen „Monat der Rück- und Voraussicht“ im Mai zur Befreiung Freudenstadts vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945. Die Veranstaltungsreihen sollen sowohl zum Nachdenken anregen als auch den Blick mutig in die Zukunft richten.

Über den weit gediehenen Stand der Vorbereitungen berichteten seitens der Stadt Bürgermeister Wolfgang Fahrner und Fabienne Janz sowie seitens des Bündnisses Gisela Blickle und Thomas Trautmann.

Es gibt zu beiden Themen eine große Zahl von unterschiedlichsten Veranstaltungen, die von Ausstellung bis zu Kundgebungen, Vorträgen, Musik und Spaziergängen reichen, die von verschiedenen „Mitgliedern“ des Bündnisses organisiert werden. Dem Gedenktag 8. Mai wird unter dem Motto „Schulen gegen Rassismus“ besondere Bedeutung zukommen.

Für alle Aktionen sind informative Flyer, Plakate und andere Werbemittel für die Beteiligten in Vorbereitung. Sie stehen unter dem Zeichen der Freudenstädter Venus, die in verschiedenen Formen, Zusammenstellungen und Farben abgewandelt ist. Dazu Thomas Trautmann: „Die Venus, 1952 von David Fahrner geschaffen, ist ein ausdrucksstarkes Kunstwerk im Herzen von Freudenstadt.“

Es verkörpere symbolkräftige Werte wie Frieden, Toleranz, Weitblick, Freiheit und den gemeinsamen Neuanfang. Die Venus erinnere bis heute daran, wie wichtig es ist, Offenheit, Kreativität und demokratische Werte zu bewahren.

Bündnis „Nie wieder ist jetzt“ bezieht Stellung zur Bundestagswahl

Resolution
Mit einer Resolution bezieht das Bündnis „Nie wieder ist jetzt“ Stellung zur Bundestagswahl . Darin heißt es: „Die Wahl im Februar 2025 wird richtungsweisend – insbesondere für die Stärkung der Demokratie. Bei den hitzigen politischen Debatten darf eines nicht in Vergessenheit geraten: Die Gestaltung der Zukunft gelingt nicht mit simplen, ausgrenzenden Parolen oder leeren Versprechungen. Demokratie lebt von Beteiligung, Vielfalt und der Kraft des gemeinsamen Handelns. Jede Stimme zählt, denn Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie ist der Garant für Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte.“ Wählen bedeute, diese Werte zu schützen – für heute und morgen. Besonders Jungwähler hätten jetzt die Chance, aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken. Sich breit zu informieren, sei dabei essenziell. Weiter heißt es unter anderem: „Mit digitalen Plattformen und unabhängigen Quellen lassen sich Wahlprogramme leicht vergleichen. Tools wie der Wahl-O-Mat bieten Orientierung und erleichtern den Einstieg in den Entscheidungsprozess.“