Die Ideen des Bürgerforums stoßen im Gemeinderat auf großes Interesse. So soll Sulz eine attraktive Stadt für alle werden.
Die Gemeinderäte sind begeistert. „Das wird die Lebensqualität in Sulz erhöhen“, erklärt Gabriele Brucker (GAL). „Das finde ich toll!“
Auch Eberhard Stiehle (FWV) findet lobende Worte. „Ich finde es spannend, dass man Plätze entsprechend den Jahreszeiten schafft“, sagt er.
Wasser erlebbar machen
Grund für die gute Stimmung ist die Vorstellung von Carina Ziegler und Lidia Melito-David zur Bürgerbeteiligung attraktive Innenstadt. Gemeinsam mit Hans-Ulrich Händel, Beauftragter für Bürgerengagement, erläutern die beiden gelosten Zufallsbürgerinnen des Bürgerforums, wie eine Stadt für alle aussehen könne.
„Das Neckarufer soll abgeflacht und so das Wasser zugänglich werden“, skizziert Ziegler die Zukunft. Das dafür die erste Reihe der bisher stehenden Bäume weichen müsse, darüber sei man sich im Klaren.
Natürlich komme es deswegen zu Neupflanzungen, etwa von klimaresilienten Arten.
Mehr Grün in den Straßen
Neben einem ganzjährig geöffneten Lokal im Wöhrd-Park sollen auch Aktivitäten auf dem Wasser, wie Stocherkahnfahrten oder ein Kanuverleih neue Attraktionen bieten, führt die Dürrenmettstetterin aus.
Pflanzen und Wasser sind auch Melito-David wichtig, als sie über eine neugestaltete Innenstadt spricht. So habe man sich für eine straßenbegleitende Begrünung und Wasserspiele, beispielsweise am Torplatz, ausgesprochen.
30-Minuten-Parken möglich
„Viele Menschen stören die parkenden Autos am Straßenrand der Innenstadt“, nennt sie einen Diskussionspunkt. Deshalb wolle man Dauerparkplätze aus dem Zentrum auslagern und stattdessen auf Kurzzeitparkplätze setzen.
„Hier kann man 30 Minuten parken, um einzukaufen, sonst stellt man das Auto ,draußen’ ab und läuft die fünf Minuten zum Marktplatz“, veranschaulicht sie die Idee.
Eine hohe Zustimmung
Während im Frühling und Sommer bisherige Parkflächen als Sitzmöglichkeiten für Passanten dienen sollen, könnten diese im Winter wieder Stellplätze für Autos werden, erläutert die Holzhausenerin das saisonale Konzept.
Bemerkenswert findet sie, dass ihre Mitbürger im Forum, von denen ebenfalls viele aus Teilorten stammen, mit dem Vorschlag des Außerhalb-Parkens sofort einverstanden waren.
Möglichkeit der Mitfahrbank
Doch zuallererst müsse man erst mit dem Einzelhandel und Bürgern ins Gespräch kommen. „Wir wollen nicht einfach Parkplätze wegnehmen und etwas Neues schaffen, sondern die Leute darauf vorbereiten“, beschreibt sie das langfristig gedachte Vorgehen.
Cornelia Bitzer-Hildebrandt (FWV) betont, dass die Möglichkeit des Parkens für die Geschäfte im Ort essenziell sei. Und Heinrich von Stromberg (CDU) hebt Mitfahrbänke zu den Ortsteilen als Alternative zum eigenen Fahren hervor.
Gemeinderat steht hinter Ideen
Das Votum des Gemeinderats, dass die Verwaltung die Empfehlungen des Bürgerforums bis zur Umsetzung weiter entwickeln soll, ist einstimmig.
Nur ein Bürger in den Zuschauerrängen, der dem Parkplatzkonzept skeptisch gegenübersteht, kommentiert die Entscheidung mit einem lauten „Pfui“.