Zum 50-jährigen Jubiläum gab es eine Hommage an die Eulen von ehemaligen Mitgliedern der Gruppe, die nach langer Zeit mal wieder in das Eulen-Häs schlüpfen durften. Foto: Andreas Wagner

Der Bürgerball des Narrenvereins Dießen gehört zu den Höhepunkten der regionalen Fasnet.

Das abwechslungsreiche Programm aus Tanz, Gesang, Sketchen und Büttenreden füllte am Sonntag beim Bürgerball den Gemeindesaal bis auf den letzten Platz.

 

Die Zunftmeister Steffen Schäfer und Michael Schröter führten gewohnt souverän durch den Abend. Mit schauspielerischem Talent und viel Humor waren ihre Moderationen selbst ein Highlight, das sich wie ein roter Faden durch die Show zog. In den Umbaupausen hielt Alleinunterhalter Marcel Kipp das Publikum mit Party-Hits am Keyboard bei bester Stimmung.

Ursel (links) serviert Kaffee, der ihrer Besucherin nicht so recht schmeckt. Da hilft auch keine Milch mehr. Foto: Andreas Wagner

„Der Sportverein – der hat tatsächlich fusioniert – mit dem „SVO“ (Oberiflingen) ganz ungeniert. Jetzt müssen die Spieler XXXXXL-Leibchen tragen – das ist krass – damit all die 13 Dörfer drauf passen – ohne Spaß“, stellten die Narren im Hinblick auf ihre Spielgemeinschaft fest.

Ferner mutmaßte das Duo, dass es in der Zukunft aufgrund vermehrter Fusionen nur noch zwei Teams im Neckartal geben wird. „Dann spielt ,Über’m Neckar drüba’ gegen ,Über’m Neckar hiaba’“, so Schäfer und Schröter.

Der Dießener Fasnetssong

Zum Jubiläum hatten die Narren einen Fasnetssong mit dem Titel „An der Diassener Fasnet“ kreieren lassen, der eingangs samt Tanz zum Besten gegeben wurde. Der Song nach der Melodie von „An der Nordseeküste“ besitzt kein Copyright, so dass der Fasnetssong nach Texten von Sigi Kucharski und Arnold Rapp von Sänger Rouven Lohrer (Gündringen) aufgenommen werden konnte.

Viele „Enten“ schwammen in Dießen im närrischen Trubel mit. Foto: Andreas Wagner

Anschließend wurden die Gäste Zeuge eines Kaffeeklatsches, bei dem der Kaffee der Gastgeberin Ursel ihrem Besuch nicht mundete. So drohte die Nachfrage nach Milch beinahe schon in einen Streit zu eskalieren, als der Besuch feststellte, dass die Milchtüte noch geschlossen war. „Wegen mir brauchen wir jetzt die Milch nicht öffnen“, ruderte der Besuch zurück. Nach einem ewigen Hin und Her öffnete Ursl letztlich genervt die Milch und schenkte ihrem Besuch ein. Doch die Dame verzog erneut das Gesicht, als sie am Kaffee nippte. „Hast du vielleicht Zucker?“, drohte sich die Diskussion zu wiederholen.

Silke Wüstholz und Bürgermeister Ralph Zimmermann vermessen unter den Augen von Michael Schröter die Länge der Büttenrede von Roland Herrmann. Ergebnis: 3,31 Meter Foto: Andreas Wagner

Pannen und Kurioses

Als Urgestein und Highlight gilt auch Dießens Büttenredner Roland Herrmann. Heuer präsentierte er weitere Pannen und kuriose Erlebnisse aus seinen Urlaubsreisen. Sehr amüsant verpackte der Redner seine Erlebnisse in kreative Reime, bei denen kein Auge im Saal mehr trocken blieb. So erfuhren die Besucher unter anderem von einer Schiffsreise auf der Donau, die aufgrund eines spektakulären Wendemanövers zu nahe am Ufer letztlich eingestellt wurde, da ein Baumstamm die Schiffsschrauben demolierte. „Der hot verhäkselt der ganze Donaugrond – fast no an Angler dazua, samt em Hund“, berichtete Herrmann.

Urgestein und Highlight gilt auch Dießens Büttenredner Roland Herrmann Foto: Andreas Wagner

Jubiläum der Schlosseulen

Im Fokus standen auch die Schlosseulen, die ihren „50er“ feierten. Ihr Schlossgeist beging sein 40-jähriges Bestehen. Die Geburtsstunde der Eulen führt auf eine Ausschusssitzung vom 15. Oktober 1975 im Gasthaus Linde zurück, in der auch die Anschaffung von zehn neuen Masken für die Gruppe beschlossen wurde. So durfte der Eulentanz natürlich nicht fehlen im Programm, welcher mit einer Eulenpyramide zum Schluss gekrönt wurde.

Amüsante Sketche

Eine Hommage an die Gruppe steuerte Werner Baiker mit ehemaligen Mitgliedern der Eulen bei, die für ihren Auftritt nach vielen Jahren wieder in das Eulen-Häs steigen durften. Sehr amüsant waren die Sketche über das Problem, wie man der Tochter Rechenwege in Mathematik veranschaulichen kann sowie Missverständnisse in Sachen rechtlicher Formulierungen. „Hier steht doch, ich soll in Sachen meiner verstorbenen Frau erscheinen“, gab der in Frauenkleider gestylte Witwer dem Rechtsanwalt zu verstehen. Musikalisch wurde es gegen Ende mit dem Musikverein aus Dießen, bevor sich letztlich alle Akteure im Finale vor dem Publikum präsentierten.