Freiwillige Helfer haben den Uhlandsgarten in Tailfingen im Rahmen einer Bürgeraktion barriereärmer gemacht und so die Aufenthaltsqualität aufgewertet.
Mit Schaufeln, Rechen und Rüttler wurde am vergangenen Freitag und Samstag der Tailfinger Uhlandsgarten um ein weiteres Stück besucherfreundlicher gestaltet. Aufgerufen zu der Bürgeraktion hatten der Kulturverein Tal-Gang-Art und die Nabu-Gruppe Albstadt. Unterstützung bei der Organisation und Koordination erhielten die Vereine vom Stadtplanungsamt um dessen Leiter Axel Mayer, der am Freitag selbst mit anpackte.
Hauptziel der jüngsten Aktion war es, den bisherigen recht groben Schotterbelag im Uhlandsgarten abzutragen, um anschließend einen weitaus feineren Kiesbelag aufzubringen. Dieser wurde mit einem Rüttler anschließend auf den Boden gepresst. So wird der Uhlandsgarten für Rollatoren und Rollstühle deutlich besser befahrbar. Ein ausdrücklicher Wunsch, insbesondere von den Senioren aus der nahe gelegenen Seniorenwohnanlage „Schmiecha Gärten“, wie Susanne Feil, Vorsitzende des Vereins Tal-Gang-Art, erläuterte. Verzichtet wurde indes bewusst darauf, die Fläche zu pflastern. Die Oberfläche soll wasserdurchlässig bleiben, wie Mayer informierte.
Anwohner zuvor befragt
Um die Wünsche der Bürger zu berücksichtigen, hatten die beteiligten Vereine zuvor die Anwohner nach deren Anliegen befragt. Zu Wort kamen dabei auch die Jugendlichen aus dem Tailfinger Jugendtreff, der ebenfalls in unmittelbarer Nähe beheimatet ist. Jugendsozialarbeiter und Inklusionsbeauftragter Sebastian Conzelmann berichtet, dass die Jugendlichen ihre Ideen mittels einer Beteiligungsaktion äußern durften.
Neben den bereits im Vorjahr installierten Spielgeräten wie beispielsweise einer neuen Tischtennisplatte sowie einer neuen Schaukel, sprach sich der Nachwuchs aus dem Jugendtreff für einen überdachten Unterstand am Uhlandsgarten aus, sodass auch bei schlechtem Wetter Zeit draußen verbracht werden kann. Zudem ist angedacht, eine Ladebank für Smartphones aufzustellen. In der Sitzfläche sollen PV-Module Strom erzeugen und die Akkus der Smartphones per Induktionsladen füttern, erklärt Axel Mayer das Konzept.
Gewinn an Aufenthaltsqualität
Perspektivisch soll der Uhlandsgarten weiter an Aufenthaltsqualität gewinnen. Die Projektbeteiligten sind optimistisch, dass das gelingt. Bereits die neuen Spielgeräte aus dem Vorjahr hätten zu einer deutlichen Belebung des in Tailfingen zentral gelegenen Platzes geführt.
Für den Jugendtreff hat er eine besondere Bedeutung. Rund 40 Jugendliche nehmen das niederschwellige Angebot des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Albstadt täglich an. Der Uhlandsgarten, berichtet Sebastian Conzelmann, sei für den Jugendtreff ein gut zu erreichender Freizeitort.
Susanne Feil freute sich über die rege Beteiligung an der Bürgeraktion von Menschen verschiedenster gesellschaftlicher Schichten. Ob Geflüchtete aus der Ukraine, Mitglieder örtlicher Vereine oder die Jugendlichen aus dem Jugendtreff selbst: „Hier entsteht etwas von Bürgern für Bürger“, betonte Feil. Das Projekt zeige, dass, wenn die Menschen einer Stadt gemeinsam eine Sache anpacken, auch ein tolles Ergebnis dabei entstehen kann.
„Das Projekt wird sukzessive weiterentwickelt“
Axel Mayer vom Stadtplanungsamt ergänzt: „Der Uhlandsgarten wird seit der Aufwertung im Vorjahr sehr gut von unterschiedlichen Bevölkerungsschichten genutzt.“ Sebastian Conzelmann sieht als positive Folge, dass die Menschen aus dem Stadtteil so zusammenwachsen. In Zukunft soll peu à peu auch noch die Bepflanzung schöner gestaltet werden. „Das Projekt wird sukzessive weiterentwickelt“, informiert Axel Mayer.
Finanziert wurde die jüngste Aktion unter anderem aus Fördermitteln der Stadt, die für bestimmte Projekte anlässlich des Stadtjubiläums beantragt werden konnten. Hinzu kommt, dass die Aktion ohne Sponsoren, darunter die Sparkasse, die Albstadtwerke, Edeka Koch, der GHV Tailfingen sowie einem Teilerlös aus dem Nikolausmarkt, nicht möglich wäre. Damit auch der geplante überdachte Unterstand und die Handyladebank gebaut werden können, bedarf es noch weiterer Sponsorengelder.