Bürgermeister Jonathan Berggötz informierte bei dem Bürgeraustausch mit Einwohnern über die schwierige finanzielle Gesamtsituation. Die Veranstaltung war gut besucht.
Das Stadtoberhaupt offenbarte bei dem Bürgerdialog zunächst eine Art Liebeserklärung zur Stadt. Für die 13.600 Einwohner zählende Vielortschaft sieht er eine große Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in einer guten Gemeinschaft.
Berggötz nannte den Sport, die Feste, explizit den Radsport, die vielen Aktivitäten der Kur- und Bädergesellschaft, aber auch das soziale Wirken der Vereine und Kirchen, was insgesamt, auch mit der Zurverfügungstellung von Orten, das Leben in der Stadt bewegen würde. Er brachte auf den Punkt:„Bad Dürrheim sind wir alle.“
Berggötz erläuterte den Haushaltsplan für 2026, der Einnahmen und Erträge von 44,9 Millionen Euro gegenüber Ausgaben und Aufwendungen mit 48,9 Millionen Euro vorsieht. 20,9 Millionen Euro (47 Prozent) der Einnahmen sollen durch Steuern generiert werden, 17,7 Millionen Euro Zuwendungen und Umlagen, 2,7 Millionen Euro durch öffentliche Leistungen oder Einrichtungen und jeweils 1,0 Millionen Euro durch privatrechtliche Leistungsentgelte, Kostenerstattungen und Sonstiges.
Dem gegenüber fallen mit Transferaufwendungen (18,5 Millionen Euro), Personalkosten (14,1 Millionen Euro), Aufwendungen für Abschreibungen aus Sach- und Dienstleistungen (9,3 Millionen Euro), sonstige ordentliche Aufwendungen (3,5 Millionen Euro) und Abschreibungen und Sonstiges (2,9 und 0,6 Millionen ) vor. Der Großteil der Kosten ist durch Personal und Umlagen fix gebunden. Für das Grundsteueraufkommen werden 3,8 Mio Euro hochgerechnet.
Berggötz verband das Defizit von 4.0 Millionen Euro mit der Aussage: „Das ist eine gewaltige Zahl. Wir leben über unsere Verhältnisse, wir leben von der Substanz.“
Dagegen sollen Maßnahmen ergriffen werden. Die Konsolidierung soll mit Mehreinnahmen und weniger Ausgaben verbunden mit strukturellen Maßnahmen erlangt werden. Auf der Einnahmeseite stehen die beschlossene Parkraumbewirtschaftung, die Grundsteuererhöhung und etwa Anpassungen von Gebühren an. Bei den Ausgaben sollen freiwillige Leistungen und andere Angebote kritisch hinterfragt, die Verwaltung effizienter und Strukturen zukunftsfähig gestaltet werden.
Trotz des dicken einkalkulierten Minus des Haushaltsplans, wurde dieser von der über geordneten Aufsichtsbehörde genehmigt. Allerdings auch mit Auflagen, wie zusätzlich Einnahmen zu generieren – wie beispielsweise durch die Parkgebühren.
Die Schulbildung in Bad Dürrheim besitzt für den Bürgermeister in Bad Dürrheim einen sehr hohen Stellenwert. Insgesamt gibt die Stadt in diesem Jahr 8,5 Millionen Euro für die Schulen aus, was mit einem Defizit von 4,7 Millionen Euro verbunden ist. Berggötz sieht mit den eingesetzten Geldern einen sehr beeindruckenden Gegenwert für die Kinder und Jugendlichen.
Die Kinderzahlen würden zurückgehen, deswegen gibt es Veränderungen in den Kindergartengruppen, um Kosten zu sparen. Für den erweiterten Schulverbund – Realschule und Werkrealschule sind am Salinensee vereinigt, werden für die erforderlichen Baumaßnahmen insgesamt 14,3 Millionen Euro veranschlagt.
Das Straßennetz von Bad Dürrheim mit seinen Teilorten zählt 937 Kilometer, davon 160 Kilometer die Kernstadt. Die Erhaltung schlägt auch mit hohen Geldern auf das Budget. Den Gebäudebestand der Stadt soll evaluiert werden um mögliche Verkäufe zu ermöglichen.