Trinkwasser läuft in einer Küche in ein Glas: In Horb nimmt man aktuell immer mal wieder Chlorgeruch war. (Symbolbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa

In Horb sorgt gelegentlich ein Chlorgeruch im Leitungswasser für Fragen. Wir haben bei den Stadtwerken nachgefragt, was der Grund ist.

In den vergangenen Wochen haben Anwohner in Nordstetten und wahrscheinlich auch in anderen Ortsteilen und Gemeinden wiederholt einen leichten Chlorgeruch im Trinkwasser wahrgenommen – nicht das erste Mal.

 

Bereits im September 2023 gab es sorgenvolle Nachfragen. Aufgrund der Installation einer neuen Wasseraufbereitungsanlage hatte die Stadt dann im Oktober 2024 die Bürger informiert, dass Chlorgeruch für einige Zeit auftreten könne.

Die aktuelle Lage hat allerdings nichts damit zu tun. Die Stadtwerke liefern eine technische Erklärung – und betonen ausdrücklich, dass keine gesundheitliche Gefahr besteht.

Das ist der Grund für den Chlorgeruch

Was ist der Grund? „Am 28. Oktober 2025 wurden im Wasserwerk neue Aktivkohlefilter in Betrieb genommen“, berichtet die Pressestelle der Stadt Horb nach Rückfrage bei den Stadtwerken.

Die Filter sollen zusätzliche organische Spurenstoffe aus dem Rohwasser entfernen. Genau das führe nun zu einer veränderten Reaktion im Leitungsnetz. Die Stadtwerke erklären: Durch die neuen Filter „wird bei unveränderter Chlordosierung weniger Chlor verbraucht“. Die Folge: Die Restchlorwerte steigen leicht an, das Desinfektionsmittel bleibt länger nachweisbar.

Warum die Wirksamkeit der Desinfektion erhöht ist

Wie in allen Versorgungsnetzen sei auch im Horber Leitungsnetz ein geringer Biofilm vorhanden. Durch die „nun erhöhte Wirksamkeit der Desinfektion“ werde dieser Biofilm allmählich abgebaut. Dabei könne „vorübergehend ein leichter Chlorgeruch“ entstehen. Es handle sich um eine rein technische Erscheinung, „hygienisch wie gesundheitlich vollkommen unbedenklich“.

Die Stadtwerke nennen auf Anfrage unserer Redaktion auch konkrete Werte: Vor der Inbetriebnahme der Aktivkohlefilter lag der Chlorwert am Werkseingang bei 0,16 mg/l. Nach der Umstellung stieg er kurzzeitig auf 0,21 mg/l – der gesetzliche Grenzwert für freies Chlor liegt bei 0,30 mg/l. Daraufhin wurde die Dosierung angepasst, sodass der Wert wieder bei 0,16 mg/l liegt.

Stadt: So verschwindet der Geruch

Der Geruch trete „nur punktuell und zeitlich begrenzt auf“ und verschwinde, sobald der Biofilm weitgehend abgebaut sei. Durch regelmäßige Wasserentnahme lasse sich dieser Prozess sogar beschleunigen.

Wer einen Hauswasserfilter nutzt, sollte ihn nun prüfen, rät die Stadt: Rückspülen oder Austauschen nach Herstellerangaben könne helfen, da sich während der Umstellung Partikel absetzen können.

Eine Einschränkung der Trinkwassernutzung bestand laut Stadtwerken zu keiner Zeit. Im Gegenteil: Die Maßnahmen sollen die „mikrobiologische Sicherheit im gesamten Leitungsnetz dauerhaft erhöhen“.