Ausbaufähig: das Balinger Radnetz. Die Balinger sind aufgerufen zu sagen, was ihrer Meinung nach getan werden sollte. Foto: Maier

Nicht nur auf vier, sondern auch auf zwei Rädern sind viele Balinger in ihrer Stadt unterwegs. Welche Infrastruktur sie sich für die Fortbewegung mit ihren Drahteseln wünschen, wo es aus Radler-Sicht Verbesserungsbedarf gibt – das soll nun eine große Umfrage klären.

Balingen - Beauftragt mit der Erarbeitung des Radverkehrskonzepts ist das Planungsbüro VAR+. Dieses soll der Stadt Vorschläge liefern, um den Radverkehr sicherer und attraktiver zu gestalten.

Brief und online

In diesem Rahmen sollen die Balinger umfassend zu Wort kommen. 4000 Bewohner der Gesamtstadt im Alter von 16 bis 80 Jahren erhalten deswegen in den nächsten Tagen Post, erläuterte Tiefbauamtsleiter Markus Streich im Technischen Ausschuss. Sie werden darum gebeten, ihre Erfahrungen mit dem Radfahrverkehr zu schildern. Die 4000 Balinger seien per Zufallsgenerator aus dem Datenbestand des Einwohnermeldeamts ausgewählt worden. Wie es der Zufall mit sich bringt, können darunter auch Personen sein, die gar kein Rad fahren.

Parallel dazu findet allerdings eine Online-Befragung statt, an der sich jedermann beteiligen kann. Was hält die Menschen davon ab, öfter mit dem Fahrrad zu fahren? Wo gibt es unsichere Stellen? Wo fehlen Wege? Welche Wege werden bereits heute gerne befahren?

Kreativität nutzen

Alle Radfahrer sind aufgerufen, ihre Ideen und Vorschläge auf einer Karte einzuzeichnen und zu beschreiben. Die Ideen anderer können angeschaut, kommentiert und bewertet werden. Das Portal ist unter www.balingen.varplus.de von diesem Freitag an erreichbar und bis 17. Oktober aktiviert. Man wolle die "kollektive Ortskenntnis und Kreativität der Bevölkerung nutzen", so die Stadtverwaltung und das Planungsbüro. Die Vorschläge sollen in die Planungen einfließen, Ziel sei es, ein Radverkehrsnetz zu entwickeln.

Dafür sollen sogenannte Hauptstraßen für den Radverkehr herausarbeiten werden. Und man wolle Lücken identifizieren, an denen neue Wege entstehen könnten. "Die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger werden uns dabei helfen, herauszufinden, welche Wege wichtig sind und wo dringend neue Wege benötigt werden", heißt es. Auf Basis dieses Netzes werde man dann konkrete Vorhaben vorschlagen: zum Beispiel, dass an einem Ortseingang eine Querungshilfe gebaut werden sollte oder dass ein Radfahrstreifen eingerichtet werden könnte.