Daniel Dingeldey (links) und Beurens Ortsvorsteher Peter Gantner wollen mit einer Projektgruppe das Alte Feuerwehrhaus wieder einer Bestimmung zuführen. Foto: Benjamin Roth

Für das Alte Feuerwehrhaus in Beuren soll nach Jahren des Leerstands eine neue Bestimmung gefunden werden. Beispielsweise gibt es Ideen für ein Bürgercafé oder einen Lebensmittelautomat. Für die Umsetzung hat sich eine neunköpfige Projektgruppe gegründet.

D as historische „Alte Feuerwehrhaus“ am Beurener Ortseingang steht seit dem Jahr 1997 leer. Damals ist die Feuerwehr ins Dorfgemeinschaftshaus umgezogen. Das Gebäude ist aber nach wie vor ortsbildprägend und soll nun wieder eine Bestimmung erhalten.

 

Konkret heißt das Projekt „Dorftreff Altes Feuerwehrhaus Beuren“ und wird von neun Beurener Bürgern federführend vorangetrieben. Ansprechpartner der Projektgruppe ist Daniel Dingeldey. Er betont: „Es gab schon seit vielen Jahren Ideen für das ‚Alte Feuerwehrhaus‘. Es hat nur an einer genügenden Anzahl an Personen gefehlt, die sich für die Umsetzung engagieren.“

Der richtige Zeitpunkt kam aber nun im Rahmen des Bürgerdialogs zur Erstellung des Integrierten Städtischen Entwicklungskonzeptes (ISEK) der Stadt Hechingen. „Die Bürger in Beuren hatten viele Wünsche“, erinnert sich Ortsvorsteher Peter Gantner. Am Ende sei zwischen ÖPNV, Baugebiet Wernesäcker und „Altem Feuerwehrhaus“ priorisiert worden. Die Wahl ist auf das historische Gebäude, dass seit den 1970er-Jahren als Feuerwehrhaus diente, gefallen.

Konkrete Nutzung noch nicht festgelegt

Was soll dort nun entstehen? „Die konkrete spätere Nutzung ist noch nicht klar. Fest steht, dass die 70 Quadratmeter große Räumlichkeit so umgebaut werden soll, dass wir uns viele Nutzungsoptionen offen halten“, informiert Dingeldey.

Vorstellbar sei ein Bürgercafé, sollte eine Küche eingebaut werden. Die Lage am „Alten Feuerwehrhaus“ sei dazu ideal. Auf dem Vorplatz könne gestuhlt werden, Kinder sich auf dem angrenzenden Spiel-, Bolz- und Bouleplatz austoben. Das sei auch der Vorteil zum Dorfgemeinschaftshaus, wo stets die Feuerwehr ausrücken können muss. Auch an der Barrierefreiheit mangele es dort. Beuren hat dazu keinen klassischen Dorfplatz, vergleichbar mit jenen in anderen Hechinger Stadtteilen.

Projekt ist „mittelfristig“ angelegt

Bestes Beispiel, dass ein „Dorftreff“ am „Alten Feuerwehrhaus“ funktionieren könne, sei die Dorfweihnacht, die dort bereits stattgefunden hat. „Es sollen Impulse für das Dorfleben geschaffen und die Aufenthaltsqualität im und vor dem Gebäude erhöht werden“, so Dingeldeys Zielsetzung. Möglich sei auch der Gedanke eines Lebensmittelautomaten. Beuren hat keine Nahversorgung, auch mobile Bäcker oder Metzger kommen nicht mehr in Hechingens höchstgelegenen Stadtteil. „Es wäre natürlich schon schön, wenn sich Kinder beim Spielen ein Eis aus einem Automaten holen könnten“, lässt Gantner Gedankenspiele zu.

Doch noch sind die Ideen Zukunftsmusik. „Das Projekt ist mittelfristig angelegt“, erläutert Dingeldey. Einen Zeithorizont bis zur Umsetzung will er nicht aufzeichnen.

Beratung beginnt am kommenden Montag

Aber es geht voran: Der Antrag der Projektgruppe für die Förderung im Rahmen des Projekts „Gut Beraten!“ des Landes Baden-Württemberg war erfolgreich. Das Programm fördert zivilgesellschaftliche Initiativen in Baden-Württemberg mit bis zu 4000 Euro. Themenschwerpunkt der Förderung ist die Zukunftssicherung des ländlichen Raums.

Für die Beratungen mit Architekt Paul Gemmeke von der Hähnig-Gemmeke Architekten und Stadtplaner Partnerschaft aus Tübingen sind zunächst drei Termine im „Alten Feuerwehrhaus“ angesetzt. Am kommenden Montag geht es los. „Erstmal sind die Fragen zu klären, welche Nutzung infrage kommt und für wen das Angebot letztlich dienen soll“, erklärt Gartner. Sprich, ob nur die Einwohnerschaft oder auch Gäste profitieren.

Bürgermeister Philipp Hahn steht dem Projekt jedenfalls wohlwollend gegenüber – ohne den Bürgermeister hätte kein Förderantrag gestellt werden können. Klar ist aber auch: Die Projektgruppe steht noch am Anfang.