Die Sonne hielt sich zwar am Samstagvormittag zurück, aber das hinderte die engagierten Mitglieder der Genossenschaft „Bürger-Energie Unterkirnach“ nicht daran, sich riesig über ihr drittes Projekt, die PV-Anlage auf dem Dach der Firma Merz Reisen zu freuen.
Mit Schwung wurde auf den Start-Knopf für die neue Photovoltaik-Anlage (PV) gedrückt – im Besucherraum der Firma Merz hatten sich viele Mitglieder aus Unterkirnach eingefunden, denn das dritte Projekt musste gefeiert werden.
Martina Braun, seit 2016 Grünen-Abgeordnete im Landtag, hatte sich die Zeit genommen, zu dem Startschuss zu kommen. Sie strahlte ganz besonders, war sie doch am Vorabend wieder nominiert worden als Kandidatin für die kommende Landtagswahl. Und da sie die Unterkirnacher Genossenschaft sehr schätzt, trat sie auch umgehend der Genossenschaft bei.
„Wir haben schon 96 Mitglieder und sind auch im Genograph zu finden“, begrüßte Patrick Seng die zahlreichen Besucher und hatte die gute Kunde: „Wir werden dieses Jahr eine Gewinnausschüttung haben“ – das gab Beifall.
Restbudget ist noch vorhanden
„Wir sind noch nicht am Ende“, so Seng. Er dankte Mathias und Serap Merz für ihre Bereitschaft, die Anlage anzubringen, eine weitere Anlage könne auch noch aufgebaut werden. „Wir haben noch ein Restbudget und werden noch eine weitere Anlage montieren. Wir wollen zuerst alle Dachflächen mit Anlagen bebauen, bevor wir auf Freiflächen gehen“, versprach er.
Martina Braun erklärte: „Sie haben Mut bewiesen und in einem halben Jahr drei Projekte umgesetzt, alle Achtung.“ Baden-Württemberg sei das erste Bundesland mit einer PV-Pflicht. „Wir haben bis dato nur 13 Prozent PV-Anlagen auf Dächern in Baden-Württemberg.“ Das müsse sich ändern, bekräftigte sie. Martina Braun lobte die Genossenschaft Unterkirnach für ihr Versprechen, erst PV-Anlagen auf Dächern zu montieren, bevor es an Freiflächen gehe.
„Wir brauchen Strom, aber auch etwas zum Essen“
„Ich sehe die Freiflächen sehr zwiespältig, weil wir auch Tierhaltung haben: Wir brauchen Strom, aber auch etwas zum Essen“, betonte sie.
„Zur Zeit bekommen wir sieben Cent pro eingespeister Kilowattstunde Strom, das ist kaum auszurechnen“, wurde die Frage eines Besuchers beantwortet.
„Wir als Landwirte sind vom Klimawandel extrem betroffen, das wechselhafte Wetter macht uns sehr zu schaffen“, so Martina Braun.
Nach einer Besichtigung des Akkus im Keller der Firma Merz, gab es Brezeln und Getränke. Bei guten Gesprächen endete das dritte Erfolgsprojekt.