Rund 50 Teilnehmer kamen zum einem ersten Treffen, um über die künftige Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs in Dörlinbach zu sprechen.
Anlass war die Schließung des einzigen Lebensmittelladens im Ort zum 31. März 2026, der seit Jahrzehnten von Familie Griesbaum betrieben wird. Die Poststelle, die in dem Laden integriert ist, wird zum 30. Juni 2026 schließen. Vor diesem Hintergrund soll aus der Bürgerschaft heraus ein Arbeitskreis „Nahversorgung Dörlinbach“ entstehen.
Zu Beginn des Treffens informierten die Gemeinderätinnen Julia Zehnle und Andrea Fehrenbacher die Interessierten ausführlich über die Lage. Ziel des Arbeitskreises sei es zunächst, den tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung zu erfassen. Auf dieser Grundlage sollen anschließend konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Sofern sich ein ausreichender Bedarf zeige, sollen diese Maßnahmen auch umgesetzt werden.
Als erster Schritt sei eine Bürgerumfrage geplant. Ein entsprechender Fragebogen, den Zehnle und Fehrenbacher bereits vorbereitet hatten, soll Anfang Januar an alle Haushalte verteilt werden. Die Rückgabe ist bis Ende Januar vorgesehen. Ende Februar oder Anfang März sollen die Ergebnisse dann in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden.
Bereits beim ersten Treffen in der „Alten Schule“ wurde nun rege diskutiert. Auf Nachfrage, ob es für ein mögliches Vorhaben bereits ein konkretes Gebäude gebe, verneinten Zehnle und Fehrenbacher. Die Standortfrage solle erst nach der Auswertung der Fragebögen besprochen werden. Es wurde betont, dass kein Konzept eins zu eins vom Dorfladen Schweighausen übernommen werden soll. Dennoch haben die dort Verantwortlichen signalisiert, für Fragen und einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung zu stehen, teilte Zehnle mit.
Eine Bürgerin regte an, auch den den Ortsteil Schuttertal in die Überlegungen einzubeziehen, da sie wisse, dass auch viele Bürger von dort in Dörlinbach einkaufen würden. Im benachbarten Ortsteil gebe es, außer einem kleinen Laden, der überwiegend Backwaren verkaufe, keinen Lebensmittelladen mit einem größeren Sortiment. Eine weitere Besucherin regte an, die Bürger in Schweighausener ebenfalls in die Überlegungen mit einzubeziehen.
Eine Umfrage soll wichtige Erkenntnisse liefern
Weitere Teilnehmer fragten, ob auch Einzelinteressenten aus der Bürgerschaft oder Interessenten von außerhalb berücksichtigt würden, die sich vorstellen könnten, einen Lebensmittelladen in Dörlinbach zu eröffnen. Dies sei grundsätzlich möglich, erklärten Zehnle und Fehrenbacher, jedoch solle auf jeden Fall zunächst die Bürgerumfrage abgewartet werden und vorher in dieser Hinsicht keine Entscheidung getroffen werden.
Mehrfach wurde betont, dass sorgfältig überlegt werden müsse, welches Konzept tatsächlich zum Dorf passe. Dabei spiele auch die vorhandene Kaufkraft eine entscheidende Rolle. Die Teilnehmer verglichen zudem Erfahrungen aus anderen Orten und deren Ladenkonzepte.
Ein Bürger wies darauf hin, dass eine zentrale Lage sowie Barrierefreiheit wichtig seien. Auch die Schließung des Getränkeladens Kürz in Schweighausen zum Ende diesen Jahres wurde thematisiert, da sich hier möglicherweise zusätzliche Kundschaft gewinnen ließe.
Fehrenbacher machte darauf aufmerksam, dass die mögliche Gründung einer Genossenschaft mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen würde. Nun seien jedoch zunächst die Bürger gefragt, sich an der Umfrage zu beteiligen. Durch das Ausfüllen und Zurückgeben der Fragebögen solle eine fundierte Grundlage geschaffen werden, auf deren Basis die Ergebnisse ausgewertet und diese Ende Februar/Anfang März 2026 der Bevölkerung vorgestellt werden können. Nach Ende des Treffens diskutierten die Anwesenden noch eine Weile weiter und tauschten sich rege aus.
Kontakt für Fragen und Anregungen
Für Rückfragen und Anregungen zum Thema Nahversorgung in Dörlinbach kann man sich an Andrea Fehrenbacher, Telefon 0176/30 32 82 36, oder Julia Zehnle, Telefon 0151/54 89 51 35 wenden. Willkommen sind auch Bürger, die im Arbeitskreis mitarbeiten wollen.