Groß war das Interesse der Einwohner von Rohrbach am Thema Windkraft. Foto: Stephan Hübner

Im Ortschaftsrat war die Rede von „wahnsinniger Angst“, Gesundheitsgefahren durch Ultraschall und Feinstaub. So wollen die Bürger jetzt mobil machen.

Eindeutig gegen einen Windpark Rappeneck mit fünf Anlagen positionierten sich bei der Sitzung des Ortschaftsrats Gemeindevertreter und Zuhörer, die sich in großer Anzahl eingefunden hatten.

 

Ratsmitglied Michaela Volk erklärte, angesichts der Pläne „wahnsinnige Angst“ zu haben.

Von Bürgern angemahnt wurde zum Beispiel, dass viele junge Familien aus Rohrbach wegziehen, Grundstücke hohe Wertverluste erleiden könnten. Befürchtet wurden Gesundheitsgefahren durch Ultraschall oder Feinstaub, von denen nach Aussage einer Bürgerin im Jahr sieben bis acht Kilo pro Windrad entstehen.

Ein Bürger befürchtete aufgrund entsprechender Vorprüfungen weitere Anlagen. Die jetzige Planung sei vom Regionalverband erstellt, es gebe aber Planungen für weitere, private Anlagen, sagte Ortsvorsteher Georg Kaiser. Er sei gegen die Anlagen, aber wenn sie kämen, dann lieber an einem Platz, anstatt die gesamte Fläche zu „zerspargeln“.

Fragen zum Radweg

Bürger äußerten Befürchtungen, dass im Radweg Richtung Schönenbach eine 110 KV-Leitung zum Transport des produzierten Stroms verlegt werden soll. Laut Kaiser war bisher nur von 20 KV die Rede, um eine Oberleitung zu ersetzen. Zustimmung fand Kaiser mit der Aussage, dass man den Radweg nicht mit Windkraft vermengen solle, auf jeden Fall aber schauen müsse, dass der Radweg gebaut wird. In diesem Zusammenhang informierte Kaiser, dass die für den Bau nötige Bachverlegung Anfang Juni beginnen und in vier Wochen erledigt sein werde.

Landratsamt will „vereinfachtes Verfahren“

Zu Einspruchsmöglichkeiten erklärte Kaiser, dass vom Landratsamt ein vereinfachtes Verfahren ohne Bürgerbeteiligung angestrebt ist. Wenn sich eine große Mehrheit wehre, könne man vielleicht etwas tun. Politisch gewollt sei, im Süden grünen Strom zu produzieren. Vieles, was Windkraft früher blockiert habe, sei zerschlagen worden. Der Ertrag spiele wohl keine so große Rolle, da ohne Zuschüsse keine Anlage gebaut würde. Von einer Entschädigung Betroffener sei keine Rede mehr.

Befürwortet wurde vom Ortschaftsrat der Vorschlag von Bürgern, eine Unterschriftenliste samt einer Stellungnahme des Gremiums an Furtwangen und den Regionalverband weiterzuleiten. Ratsmitglied Kai Stäudinger sah größere Chancen, wenn man auch Bürger aus Langenbach und Vöhrenbach dazunehmen würde.

Gerätehaus: Planung läuft

Ein Bürger fragte nach dem Stand zum Anbau ans Feuerwehrgerätehaus. Laut Kaiser schreiten die Planungen wie besprochen voran. Eine Schwarzweißtrennung halte er eher für zweitrangig, wichtiger sei ein MTW. Er sei am Abklären anderer Möglichkeiten zur Fahrzeugunterbringung.

Kaiser informierte über eine Bitte an den Rat um Stellungnahme zu Freiflächen-Photovoltaik. Er sei kein Freund davon, Agrarflächen sinnlos zuzupflastern, sagte der Ortsvorsteher. Es gebe keine konkreten Anfragen. Der Rat stimmte geschlossen gegen solche Anlagen.

Kindergarten wird 25 Jahre alt

Kaiser erinnerte an das 25-jährige Bestehen des Kindergartens, das am 18. Mai gefeiert werden soll. Er lud außerdem zum Umwelttag im Rahmen der Aktion „Saubere Landschaft“ ein. Treffpunkt ist am 26. April um 10 Uhr, danach gibt es für die Helfer ein kleines Vesper und Umtrunk.