Stabwechsel beim Naturpark (von links): stellvertretender Vorsitzender Klaus Mack (Bad Wildbad), Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker, der neue Vorsitzende Jürgen Bäuerle (Rastatt), sein Vorgänger Klaus Michael Rückert (Freudenstadt) und stellvertretender Vorsitzender Siegfried Scheffold (Hornberg). Foto: Naturpark

Verein wählt Jürgen Bäuerle zum Nachfolger von Klaus Michael Rückert. Mitgliederbeitrag verdoppelt sich bis 2016.

Bühl - Mit überwältigender Mehrheit haben die Mitglieder des Naturparkvereins Schwarzwald Mitte/Nord bei ihrer Mitgliederversammlung gestern in Bühl den Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt.

Bäuerle folgt Landrat Klaus Michael Rückert aus Freudenstadt, der sich vom Naturparkvorsitz zurückgezogen hat, weil er im Januar zum Vorsitzenden des Nationalparkrats gewählt wurde.

"Es ist sinnvoll und besser für den Naturpark, wenn Naturparkvorsitz und Vorsitz im Nationalparkrat von unterschiedlichen Personen wahrgenommen werden", begründete Rückert seine Entscheidung, die ihm nach eigener Aussage "nicht leicht" gefallen ist.

"Der Naturpark war eine meiner schönsten Aufgaben", betonte Rückert in seinem Rechenschaftsbericht, in dem er auf drei Jahre Naturparkvorsitz zurückblickte. Dabei zog er eine positive Bilanz und wies insbesondere auf die herausragenden touristischen Projekte wie den Naturpark-Radweg oder die Weiterentwicklung der Regionalvermarktungsprojekte, die unter seiner Regie vorangetrieben wurden, hin.

Insbesondere in der Regionalvermarktung sah er das wichtigste Thema des Naturparks in den vergangenen Jahren. "Mit den Naturpark-Genussmessen und den Naturpark-Marktscheunen in Berghaupten und ab 2015 auch in Baden-Baden sind wir hier ein erhebliches Stück weitergekommen", betonte Rückert.

Jürgen Bäuerle setzte in seiner Bewerbungsrede auf Kontinuität. "Wir müssen und werden den Naturpark nicht neu erfinden. Unser Naturpark hat seit der Gründung im Jahr 2000 sehr viel auf den Weg gebracht, und wer mit offenen Augen in unserer Region unterwegs ist, kann unschwer die Ergebnisse der guten Arbeit erkennen", stellte er heraus.

Der Nationalpark Schwarzwald war auf der Mitgliederversammlung des Naturparks ebenfalls ein wichtiges Thema. "Der Nationalpark wird auf die Arbeit des Naturparks ausstrahlen", sind sich Rückert und Bäuerle einig. "Wichtig ist, dass beide Großschutzgebiete konstruktiv, partnerschaftlich und auf Augenhöhe zusammenarbeiten", fügte Bäuerle hinzu.

Neben dem Stabwechsel beim Vorsitzenden waren die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge und die Verabschiedung des Maßnahmenprogramms 2014 inhaltliche Schwerpunkte der Mitgliederversammlung. Bei der Beitragserhöhung folgten die Mitglieder dem Vorschlag des scheidenden Vorsitzenden Klaus Michael Rückert, die Mitgliedsbeiträge bis 2016 zu verdoppeln. "Wir alle wollen, dass der Naturpark weiter Impulse für unsere Region setzen kann. Dann lassen sie uns auch gemeinsam dafür sorgen, dass wir über die entsprechenden Finanzmittel verfügen", begründete Rückert die Beitragserhöhung. Sowohl Rückert als auch Bäuerle dankten den Mitgliedern für die Bereitschaft, den jährlichen Obolus in zwei Stufen deutlich zu erhöhen. Ab 2016 werden so immerhin gut 200.000 Euro jährlich an Mitgliedsbeiträgen in die Vereinskasse des Naturparks fließen.

Beim Maßnahmenprogramm 2014 verabschiedeten die Mitglieder eine im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgespeckte Fassung. Grund dafür sind die noch nicht erfolgten Umstellungen im Zusammenhang mit der neuen EU-Förderperiode 2014 bis 2020. So wurden überwiegend eigene Projekte des Naturparks, Folgeprojekte beziehungsweise bestimmte Einzelprojekte wie zum Beispiel die pädagogischen Elemente beim Baumwipfel-Pfad in Bad Wildbad in das Maßnahmenprogramm aufgenommen. "Im nächsten Jahr können wir hier mit frischen Mitteln wieder durchstarten", blickte Bäuerle in die Zukunft.