Der erste Bücher- und Antikmarkt in Hausen feierte anlässlich des Hebel-Jubiläums eine gelungene Premiere.
Bücher- und Antiquitätenmärkte bilden bekanntlich ein Kabinett der Kuriositäten: So fand sich an der Auflage anlässlich des Hebel-Jubiläums neben dem Papst und Lady Di auch das Bildnis eines Johann Peter Hebels.Es war ein regional eher wenig bekanntes Porträt, und auf eine gesetzte Weise gezeichnet, dass man sich am Stand bei Wolfgang Koch noch einmal vergewisserte. Der Endinger hatte das gerahmte Bild als Hingucker platziert. Es zeigt den Hausener Dichtersohn in seinen älteren Lebensjahren, und stamme wohl aus Karlsruhe. Zumindest, wenn man dem Aufkleber auf der Rückseite glaube. Da Hebel den Lebensabend nicht in Hausen verbracht hatte, schien das Bild einen Austausch wert.
Auch weitere Bilder und Bücher der tausenden Exemplare an den Ständen rund um die Schule dienten der Anregung. „Lautrec par Lautrec“ war da zu lesen. Der Maler Henri de Toulouse-Lautrec spricht über sich selbst für all jene, die für Post-Impressionismus schwärmen. Ein Buch galt dem Matterhorn, ein anderes den Puppen im Orient und eines handelte von Verrückten Teekannen. Das Titelbild zeigte einen Pagen mit Koffer als dekorativ-irre Kanne. Manchmal genügte den Verlagen als Buchtitel nur ein Wort oder Name, manchmal musste man ihn zweimal lesen. „Der Seel ein Küchel“, formulierte die Eremiten Presse. Ein anderer Herausgeber entschied sich für „Bin dein Liebestropfes Tier“, ein Zitat eines Dada-Gedichts, absurd und sinnlos, und als Bruch mit der Logik ein Protest gegen den Ersten Weltkrieg. Bildung allenthalben, und unter den Autoren, von denen man nie gehört hatte, immer auch jene, die Bestseller schrieben. Val McDermid aus Schottland lag als Hörbuchfassung bei einem Anbieter aus Müllheim. Lange sei er Lastwagem gefahren, zu diesem Beruf passe das Hörbuch, erzählt er. Viele Kisten voller Musik hatte er mitgebracht, gleichwohl ging weder eine Platte noch eine CD an diesem Tag weg. Auch Comics häuften sich unberührt. Hinzu kamen Tische voller Glaswaren, Hausrat aller Art mit eindeutig nostalgischem Flair und Bilder über Bilder. Eine Winterlandschaft war an einen Baum gelehnt, ein Strauß Sonnenblumen leuchtete dem Publikum entgegen und unzählige abstrakte Darstellungen fluteten die Kisten der Sammler.
Ein wahres Sammelsurium tat sich am Tisch des Standbetreibers aus Rottweil auf, darunter vier Chuchichäschtli aus feinster Handarbeit. Klar geordnet indes die Tischreihe mit Reihen von Lektüre. „New Adult“ kündet ein Schild inmitten farbig lockender Ansichten von Liebesromanen.