Die Hohenzollerische Heimatbücherei in Hechingen hat zwei jahrhundertealte Bücher restaurieren lassen.
Strahlende Gesichter in der Hohenzollerischen Heimatbücherei in Hechingen: Der Wunder-Spiegel von Benignus Kybler und das Kopialbuch des Klosters Stetten sind wieder im Bestand der Hohenzollerischen Heimatbücherei. Zurückgebracht hat sie der Restaurator Matthias Raum aus Römerstein.
Er ist Spezialist in der Buch- und Papierrestaurierung. Die Seiten waren verdreckt, verschlissen und sogar gerissen, beide Einbände gebrochen und der Buchblock lose. Jetzt sehen die beiden Bücher fast wieder aus wie neu.
Wunder-Spiegel aus dem Jahr 1678
Der Wunder-Spiegel von Benignus Kybler stammt aus dem Jahr 1678. Der Jesuiten-Pater hat auf mehr als 1500 Seiten sowohl erbauliche als auch abschreckende religiöse Geschichten gesammelt, die von seinen Lesern für Sonntags- und Fest-Predigten genutzt werden konnten. Oder man konnte in dem Buch schmökern. Das haben offenbar Generationen von Lesern getan. Einige haben Bemerkungen in den Band geschrieben, 1916 war das Buch bereits in höchster Gefahr. Eine neue Besitzerin notiert im Deckel, den Band aus einer Rumpelkammer in Grosselfingen gezogen zu haben.
Zuletzt lag das Buch verstaubt auf einem alten Dachboden in Stein. Römer-Chef Gerd Schollian hat der Wunder-Spiegel seine Rettung zu verdanken.
Ruthild Mangler unterstützt mit einer Spende
Das Kopialbuch des Klosters Stetten ist aus dem Besitz des Stettener Schuhfabrikanten Joseph Wolf in die Heimatbücherei gekommen. Angelegt wurde der Band von Notar Johann Bernardus Molitor. 388 handgeschriebene Seiten, am 10. Mai 1704 hatte er alles beisammen. Siegel und Unterschrift stehen am Schluss. Der Einband war schon gerissen, als Joseph Wolf das Buch zuhause stehen hatte. Er verstärkte den Rücken mit einem Streifen Schusterleder. Zuletzt löste sich aber auch dieser Lederrücken.
Die Büchereileiter Rolf Vogt und Hanne Grunert staunten nicht schlecht, als Matthias Raum die Bände zurück nach Hechingen brachte. Wunder-Spiegel und Kopialbuch sind kaum wiederzuerkennen. Auf lange Zeit bleiben sie nun erhalten. Gefreut hat sich auch Ruthild Mangler: Die frühere Stadtführerin hat sich an der Finanzierung der Kosten mit einer Spende beteiligt.