Das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte – die Zeit des Nationalsozialismus – läßt Jörg Böcking nicht los. Seine letzte Veröffentlichung liegt inzwischen eineinhalb Jahre zurück – und nun sein neuestes Werk über die KZ-Häftlinge aus der Bergstadt.
„Ich hatte ursprünglich gar nicht vor, etwas über Georg Glenz zu schreiben“, sagte Jörg Böcking beim Gespräch mit unserer Redaktion. Aber es kam anders. Das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte - die Zeit des Nationalsozialismus – läßt ihn einfach nicht los. Zu wichtig sei das Erinnern an diese schreckliche Zeit. Seine letzte Veröffentlichung - über Adam Göbel - liegt inzwischen eineinhalb Jahre zurück. Und nun sein neuestes Werk über die KZ-Häftlinge aus der Bergstadt.
Anhand biografischer Skizzen wird das Leben von Georg Glenz und – kürzer – das seiner Leidensgenossen Erich Stockburger, Wilhelm Heinzmann, Horst Heinrich Hug, Karl Maier, Fritz Mayer, Oskar Adam Laier, Hermann Fr. H. Müller, Karl Friedrich Lauble, Eugen Baur sowie Mathias Blum dargestellt. Glenz war engagierter Demokrat und Mitglied in der SPD. So gerieten er und weitere Gegner des Faschismus zwangsläufig ins Visier des NS-Regimes.
Schriftliche Aufzeichnungen
Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20.Juli 1944 starteten die Nationalsozialisten mit dem sogenannten Himmler-Kommando eine reichsweite Racheaktion. Im Zuge dessen landeten viele Gegner in KZ. Glenz kam Anfang November 1944 wieder frei. Nach dem Krieg hat er sich, wie seine Leidensgenossen, beim demokratischen Wiederaufbau unseres Landes engagiert.
Wie war eigentlich die Quellenlage, die Jörg Böcking bei seinen Recherchen nutzen konnte? Er habe sich, so erläuterte er, dabei vor allem auf schriftliche Aufzeichnungen, die Glenz in den 1970er Jahren fertigte, gestützt. Diese hätten sich im Abgleich mit anderen Quellen als außerordentlich exakt erwiesen. Das von Adam Göbel vor der Vernichtung gerettete SPD-Mitgliederverzeichnis, die Protokolle des Arbeitsausschusses der organisierten St.Georgener Arbeiterschaft, die des SPD-Ortsvereins sowie Zeitungsartikel von Brigach-Bote, Volkswille und – ab 1945 – unter anderem vom Schwarzwälder Boten, seien hilfreich gewesen. Hinzu kämen die Veröffentlichungen von Kurt Anschütz, Dokumente aus dem Staatsarchiv Freiburg und weitere Quellen. Otto Rapp habe zur Klärung lokaler, auch personenbezogener Zusammenhänge viel beigetragen. Dieses Büchlein sei ein Beitrag zum Erhalt und Stärkung unserer Demokratie.
Aufbau der Demokratie
Negativ beeindruckt bei den Recherchen habe ihn, Böcking, das herzlose Verhalten der Behörden ab 1945 in Bezug auf Entschädigungen der Opfer. Andererseits sei die Tatsache, dass die Verfolgten sich, trotz erlittenen Unrechts, beim Aufbau unserer Demokratie aktiv beteiligten, doch sehr erstaunlich. Das Buch habe eine Auflage von 500 Exemplaren, koste 7,50 Euro, von denen 2,50 Euro für Projekte im Rahmen einer örtlichen Erinnerungskultur zurückgelegt würden. Der SPD-Ortsverein St.Georgen/Königsfeld sowie die Stadt St.Georgen hätten dankenswerterweise die Druckkosten übernommen.
Erhältlich sei das Büchlein in der Buchhandlung Haas, der Geschichtstruhe oder direkt beim Autor.