In der neuen Ausgabe des Geroldsecker Landes wird in 13 Abhandlungen historischen Persönlichkeiten und Ereignissen aus Lahr und der südlichen Ortenau eine Bühne gegeben. Elise Voerkel und Thorstens Mietzner stellten das Jahrbuch im Museum vor.
Eine neue Auflage des Geroldsecker Landes ist erschienen. Stadthistorikerin Elise Voerkel und Stadtarchivar Thorstens Mietzner stellten das Jahrbuch im Foyer des Museums vor. Zudem las der Autor Christian Stengler auch aus einem Kapitel vor.
Etwa die Hälfte der Artikel beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten des Dritten Reichs in der Region. Voerkel und Mietzner begründeten das bei der Präsentation mit dem Jahrestag 8. Mai 2025.
Zu diesem Datum ist das Ende des Zweiten Weltkrieges 80 Jahre her. Beide, die zusammen mit Hans Schmieder die Redaktion bilden, stellten die insgesamt 13 historischen Abhandlungen im Wechsel vor. „Das Märchen, das ein Albtraum war“, behandelt Erinnerungen des Anwaltes Hugo Schleicher aus Nonnenweier und die Repressalien, die er nach 1933 erlitten hatte.
Buch lebt von engagierten Autoren
Martin Frenk gehört zu den Autoren, die seit Jahren regelmäßig Texte beisteuern. Maria Bohnet aus Schuttern hat den Untergang der Wilhelm Gustloff am 30. Januar 1945 überlebt. Ihre Erinnerungen hat Alfred Kopf aufgeschrieben. Walter Caroli, der als Autor viel zur Geschichte Lahrs veröffentlicht hat, beschreibt den Leidensweg der SPD-Landtagsabgeordneten Hans Dürr und Gustav Richter unter dem braunen Terror. Christian Stengler hat das Kapitel „In der Heimat, da gibt’s ein Wiedersehen“ geschrieben. Als Student der Fotografie hat er seine Abschlussarbeit über die Fotoalben der eigenen Großmutter geschrieben. Ein Teil davon waren Bilder des Großonkels Hans, der 18-jährig im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen ist. Stengler stellte das Album bei der Präsentation vor und las kurze Absätze aus dem Kapitel vor.
Der Lahrer Schriftsteller Michael Paul hat eine „persönliche Zeitreise“ geschrieben. In seinem Kapitel geht es um die Werderstraße im Wandel, genauer um Erinnerungen des Autors am Ende der 1960er-Jahre und den frühen 70er-Jahren. Mietzner betonte bei dem Kapitel über die Friesenheimer Mühlengeschichte von Ekkehard Klem die Bedeutung dieser Art von Abhandlungen. Die Landwirtschaft habe lange einen großen Teil des gesamten Lebens bestimmt.
Der promovierte Historiker Werner Schönleber, der in Lahr mit seinen Untersuchungen zur Geschichte des Militärflughafens bekannt geworden ist, beschreibt die Lahrer Festwoche, ein Sportereignis im Jahr 1964. „Von welcher Bausau stammt dieser Saubau?“: Gabriele Bohnert, ehemals Leiterin des Stadtarchivs und Museums und lange Jahre Schriftführerin des Geroldsecker Landes, hat ein Kapitel über die gleichnamige Ausstellung im Museum bis Anfang dieses Jahres verfasst. Kapitel über das Kloster in Ettenheimmünster, die Kirche in Grafenhausen und das Markuskreuz in Rust gehören ebenso dazu. Neben Aufsätzen zur Geschichte beinhaltet diese Ausgabe auch kurze Erzählungen der Autorinnen Ulrike Derndinger und Simone Schneider.
Oberbürgermeister Markus Ibert, der die Besucher vor der Präsentation begrüßte, freute sich, dass die Finanzierung des Jahrbuchs „auf neuen Füßen steht“ und so gesichert ist. Die Stadt Lahr ist Herausgeber des Werks. Ähnlich positiv sah das Thorsten Mietzner. Er erinnerte allerings auch daran, dass das Geroldsecker Land davon lebt, dass es Autoren gibt, die sich für diesen wichtigen Teilaspekt der Geschichte interessieren.
Buch kostet 18,50 Euro
Das Jahrbuch „Geroldsecker Land“ ist im Museum, im Stadtarchiv und in den drei Lahrer Buchhandlungen erhältlich. Die Ausgabe des Jahrbuchs zur Geschichte des alten Lahrer Landkreises kostet 18,50 Euro.