Bei der Signierung (von links): Aliyah Bruder, Dekan Anton Bock, Kunstlehrerin Anke Menze, Verleger Thomas Lindemann, Gudrun Krüper ( Thalia), Adrian Sonder und Stefan Zielasko. Foto: Monika Schwarz

Seit 2011 hat Adrian Sonder seine Gedanken zum Thema „Zuversicht“ gesammelt und aufgeschrieben. Sein daraus entstandenes Buch hat er jetzt vorgestellt.

Die Taborkirche ist nicht unbedingt der übliche Ort für eine solche Buchvorstellung. Die kurzfristig getroffene Entscheidung, hat sich in Anbetracht der mehr als 250 Besucher jedoch als richtig erwiesen. „Es ist luftig und hat mehr Platz und es ist ein würdiger Raum“, betonte auch Dekan Anton Bock.

 

Bevor Sonder selbst das Wort ergriff, bewarb sein Verleger Thomas Lindemann das Buch mit einer kurzweiligen Ansprache, bei der er auf weitere berühmte „Lieblingsliteratur“ zum Thema „Zuversicht“ – nämlich Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ sowie Rilkes „Stundenbuch“ – verwies. Zu diesen Werken geselle sich nun auch Sonders Werk.

Entstanden sei ein schöner, kleiner Band mit Gedankenanstößen für den Alltag, die auch gut in die Adventszeit passten. Veranstalterin Gudrun Krüper von der Thalia Buchhandlung betonte schmunzelnd, dass sie mit allem gerechnet habe, nur nicht mit einem Buch, als Sonder auf sie zukam. Ein solches Engagement und die Tatsache, dass er den Erlös an die Frauenhilfe spende, sei großartig.

Persönliche Gedanken, Lebenserfahrungen und Ereignisse

Sonder selbst ließ die Zuhörer anschließend an ganz persönlichen Gedanken, Lebenserfahrungen und Ereignissen teilhaben. Die ersten Gedanken für das Buchs habe er bereits im Jahr 2011 nach einem Todesfall in der Familie aufgeschrieben – ohne daran zu denken, diese irgendwann in einem Buch zu veröffentlichen. Diese Idee sei viel später entstanden.

Seine Gedankenanstöße spiegelten deshalb auch seine Lebensphasen in den Entstehungsjahren des Buches wider, in denen auch er sich weiterentwickelt habe. Sein Anspruch sei es gewesen, dabei „persönlich, authentisch, aber auch nicht unbedingt geschliffen“ das zum Ausdruck zu bringen, was ihn zu den Themen bewegt.

Zuversicht ist ein lebenslanger Prozess

Sonder startete mit zwei Gedanken zum Thema Tod. Er selbst habe als junger Mensch viel Zeit in Pflegeheimen und Hospizen verbracht. Menschen beim Sterben zu begleiten, habe ihn stets bewegt. „Die Auseinandersetzung mit dem Tod kann auch eine Bejahung des Lebens bewirken“, ist deshalb eine der Erfahrungen im Buch.

Auch zum Thema „Entscheidung und Orientierung“ hat Sonder geschrieben. Er spricht exemplarisch auch über die Zuversicht. „Kein Naturzustand, sondern ein lebenslanger und erlernbarer Prozess“, schreibt er dazu und ergänzt, dass Zuversicht für ihn nie etwas Lautes und Triumphales, sondern ein „trotz alledem“ gewesen sei.

Eine große Bedeutung messe er auch dem Thema Selbstvertrauen bei. Er spricht offen über eine Sprachbehinderung, wegen der er in einer Sonderschule für sprachbehinderte Kinder unterrichtet wurde. Das Selbstvertrauen für die Kandidatur als Oberbürgermeister habe er schrittweise aufgebaut.

Zeit spielt bei Begegnungen eine entscheidende Rolle

Ein weiteres Thema war die Offenheit von Begegnungen, die ihn beschenkt und geprägt haben. Unter anderem im Hospiz sei ihm klar geworden, dass Zeit bei Begegnungen eine entscheidende Rolle spielt. Sie sei das Einzige, das man nicht wieder bekomme. Exemplarisch greift Sonder auch das Thema „Zuhören“ auf. Zuhören zeuge von Respekt, beschenke auch einen selbst und habe mit Achtsamkeit zu tun.

Ihm sei bewusst, dass er für vieles Gute in seinem Leben nichts könne, es sich gar nicht verdient habe und vieles auch einfach Glück sei. „Und dafür bin ich dankbar.“ Trage das Buch dazu bei, die ein oder andere Person einen Ticken zuversichtlicher zu stimmen, dann sei er „zufrieden“.