Hohe Nebenkosten und steigende Lieferpreise setzen zu: Die „Buchlese“ in Schramberg und Dornhan beendet ihren Betrieb Ende Mai.
Alle Anstrengungen der vergangenen Wochen und Monate waren letztlich vergeblich: Britta Blaurock wird die Buchhandlungen Buchlese in Schramberg und Dornhan nicht weiterführen.
„Am Montag, 20. April, startet der Ausverkauf“, teilte sie unserer Redaktion mit. Ende Mai sollen beide Standorte endgültig schließen. Eine alternative Lösung für den Standort in der Talstadt habe sich nicht gefunden. „Leider hat es sich nicht ergeben, anderweitig in Schramberg unterzukommen“, so Blaurock.
Branche im Abstieg
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen einen Weiterbetrieb nicht zu. In einer kleinen Stadt sei ein Buchhandel unter den aktuellen Bedingungen kaum noch tragfähig. „Da macht die Investition in einen neuen Standort keinen Sinn, wenn man in zwei Jahren wieder an der gleichen Stelle landet“, erklärt sie. Blaurock betont, sie habe bis zuletzt für den Fortbestand gekämpft. Dennoch sieht sie den stationären Buchhandel insgesamt in einer schwierigen Lage. „Das ist eine Branche im Abstieg“, sagt sie und rechnet damit, dass auch andere Buchhandlungen in der Region betroffen sein könnten.
Persönliche Zukunft
Zu ihren persönlichen Zukunftsplänen äußert sie sich zurückhaltend: „Erst mal dieses Projekt zu Ende bringen, dann sieht man weiter.“
Bereits im März hatte Blaurock die wirtschaftlichen Probleme erläutert. „Die Schere zwischen Umsatz und Kosten geht immer weiter auseinander“, sagte sie. Während die Nebenkosten kontinuierlich steigen, hätten sich insbesondere die Lieferkosten zuletzt stark erhöht. Gleichzeitig seien die Gewinnmargen im Buchhandel ohnehin gering. Aufgrund der Buchpreisbindung könne sie die Preise nicht selbst anpassen, während Verlage Preiserhöhungen nur verzögert weitergäben.