Keine Getränke und keine Corona-Tests mehr: Der Bubble-Tea-Laden in der Oberndorfer Talstraße ist Geschichte. Zu schwer haben die Krisen der vergangenen Jahre das Geschäft getroffen. Doch der Traum ist noch nicht ganz ausgeträumt, verrät die Geschäftsführerin.
Im Juli 2021 eröffnete Inhaberin Odett Fricke zusammen mit ihren Töchtern Kim und Paula den Bubble-Tea-Laden in der Talstraße. Die beiden Töchter waren dabei die Initiatorinnen des Projekts.
Trotz Corona lief es zunächst – den Umständen entsprechend – gut. Das Trendgetränkt kam in den heißen Sommermonaten in der Neckarstadt gut an. Für den Winter bauten sich die drei ein zweites Standbein auf. Ab Dezember 2021 war der Bubble-Tea-Laden zugleich eine Corona-Teststation.
Doch der Traum vom eigenen Laden ist für die Bochinger Familie vorerst geplatzt, wie Odett Fricke im Gespräch verrät. Bereits zum 1. März hatte man sich entschieden, das Geschäft aufzugeben. Die Corona-Testverordnung lief an diesem Tag aus, für den Besuch im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim war von da an kein Testnachweis mehr nötig. Die Nachfrage ging bereits in den vergangenen Monaten zurück, da die Testpflicht nach und nach gelockert wurde.
Telefon klingelt weiter
Dennoch erhält die Familie heute noch täglich bis zu 15 Anrufe von Personen, die vom Wegfall der Testpflicht noch nichts mitbekommen haben oder die sich selbst positiv getestet haben und nun ein PCR-Testergebnis haben wollen. Allerdings habe man keine Berechtigung mehr vom Gesundheitsamt, das Testzentrum weiterzuführen, so die Inhaberin.
Doch auch wenn Odett Fricke zugibt, durch die Tests gut verdient zu haben, die drei seien froh, dass die Verordnung ausgelaufen sei. Insbesondere ältere Bürger hätten aus dem ganzen Stadtgebiet den Weg zu ihrem Testzentrum auf sich genommen, nur um Angehörige besuchen zu können. „Für die Menschen ist das nun eine Erleichterung“, sagt Odett Fricke.
Preise explodieren
Anfang März sollte dann der Verkauf der Bubble Teas wieder losgehen – so zumindest der Plan. Während zuvor Corona die Familie vor Herausforderungen gestellt hatte, machten nun Inflation und Energiekrise den dreien einen Strich durch die Rechnung. Insbesondere bei den Bubbles, den kleinen Kügelchen, die mit Flüssigkeiten verschiedener Geschmacksrichtungen gefüllt sind, seien die Preise explodiert. „Die sind um rund 600 Prozent teurer geworden“, sagt Odett Fricke.
Aus finanziellen Gründen habe man sich daher entschlossen, das Geschäft aufzugeben. Die Krisen der vergangenen Jahre hat der Bubble-Tea-Laden nicht überstanden. „Wir haben die volle Breitseite abbekommen.“ Laut Fricke soll in den Räumen in der Talstraße nun ein T-Shirt-Druckgeschäft einziehen.
Traum noch nicht ausgeträumt
Wie geht es nun weiter? Die Bochinger Familie schmiedet bereits neue Pläne für die Zukunft. Das Thema Selbstständigkeit ist noch nicht vom Tisch. In welche Richtung es gehen soll, sei aber noch unklar. Die Töchter wollen derweil einen Verein gründen, um in Oberndorf eine Art Tauschbörse unter dem Namen „Fairtauscht“ zu starten. Hier sollen der soziale Gedanke und das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Menschen, die beispielsweise neue Kinderkleidung oder ein Geburtstagsgeschenk benötigen, aber kein Geld dafür haben, könnten diese im Tausch gegen ihre eigenen gebrauchten Artikel erwerben. Sobald die Pläne hierfür reif sind, wolle man in Oberndorf wieder an den Start gehen, so Fricke.