VfB-Kapitän Noah Kimmich (rechts) kann den schnellen George Esendige stoppen. Der BSV gewann aber das spannende Bezirksderby mit 3:2. Foto: Wittmann

Nach sechs sieglosen Landesliga-Partien landete der BSV vor der Winterpause einen eminent wichtigen Derby-Erfolg gegen Bösingen.

Landesliga WFV: B SV 07 Schwenningen – VfB Bösingen 3:2 (2:0). Der VfB vermochte sich also nicht für die 3:4-Hinspielniederlage zu revanchieren. Beide Kontrahenten gingen stark ersatzgeschwächt in das Derby. So fehlte beispielsweise bei Schwenningen das Brüderpaar Mauro und Fabio Chiurazzi urlaubsbedingt.

 

Die erste Halbzeit

Die Gastgeber hatten unter den Augen ihres ehemaligen Top-Torhüters Edmund Rottler zunächst mehr Spielanteile. Nach einem Bösinger Eckball fuhr der BSV einen gefährlichen Konter, Deniz Kaya vergab aus aussichtsreicher Position. In der 20. Minute trat David Seiferling einen Freistoß, der Ball kam zur Marc Agyemang und der traf zum 1:0.

Auf der anderen Seite zog Torsten Müller ab: Nullsiebener-Goalie Semih Gökdag war auf dem Posten (32.). Kurz darauf schoss Marvin Schlosser am Schwenninger Torpfosten vorbei. Wenig später köpfte Drion Panxhaj gefährlich, VfB-Keeper Ron Armbruster holte das Leder jedoch noch mit einem super Reflex heraus.

In der 40. Minute konnte Andreas Griesser den agilen Seiferling nur per Notbremse zu stoppen. Die Rote Karte für Griesser und ein Freistoß für Schwenningen waren die Folge. Seiferling zirkelte den Freistoß unhaltbar zum 2:0 in den Winkel.

Die zweite Hälfte

George Esendige verpasste nach dem Seitenwechsel die Großchance zum 3:0. Stattdessen zimmerte Torsten Müller die Kugel zum Anschlusstreffer für Bösingen in die Maschen (65.). Glück war für den BSV, dass der Schiedsrichter in der 67. Minute ein Foulspiel an Torsten Müller im Strafraum übersah.

Nach einem Eckball von Seiferling bugsierte Unglücksrabe Leon Schlosser den Ball in den eigenen Kasten, es hieß 3:1 (71.). Trotz Unterzahl wirkte Bösingen aber in der Schlussphase erstaunlich fit und gab sich nicht geschlagen. Julian Bihler hatte mit einem abgefälschten Schuss an den Schwenninger Außenpfosten Pech.

Dann folgte ein super Solo des besten Mannes auf dem Platz: Seiferling zeigte dabei Bewegungen, die an Bayern-Jungstar Lennart Karl erinnerten. Der Ball ging aber nur gegen den Pfosten.

In der 85. Minute kam Bösingen zurück. Razvan-Adrian Dobricean hatte einen Freistoß getreten. Der eingewechselte Neuzugang Lucjan Teclaw stand richtig. Julian Bihler besaß die Riesenausgleichschance. Er jagte das Leder aber über den BSV-Kasten. Dann war Schluss, die Schwenninger jubelten.

Die Stimmen

BSV-Trainer Jago Maric sagte: „Wir wussten, dass es nach sechs sieglosen Spielen generell nicht einfach wird. Die Jungs haben aber Charakter und Willen gezeigt. Das frühe 1:0 war gut für uns. In der zweiten Halbzeit können wir das 3:0 machen, bekommen aber das 2:1. Das 3:1 brachte mehr Ruhe, aber Bösingen kam noch mal heran. Wir hatten dann noch bei ein oder zwei Situationen Glück. Wir haben am Schluss aber auch Rettermentalität gezeigt.“

VfB-Coach Peter Leopold meinte: „Das Ergebnis ist enttäuschend für uns. Wir wussten um die Stärke des BSV bei Standards und bekommen drei Gegentore bei Standards. Die Rote Karte war ärgerlich, das Foul hätte es nicht gebraucht. Physisch waren wir aber auch in Unterzahl stark. Torsten Müller wurde gefoult, da hätte es Elfmeter geben müssen. Am Ende hat uns das Quäntchen Glück gefehlt, um das 3:3 zu machen.“

Die Statistik

BSV 07 Schwenningen: Gökdag, Osada, Bonny, Sprem, Miletic (74. Markovic), Kaya (82. Buccelli), Seiferling, Agyemang, Panxhaj, Esendige (90. Hall), Ovuka.

VfB Bösingen: Armbruster, Wulle (75. Botzenhart), Leon Schlosser (80. Ruf), Kimmich, Bihler, Dobricean, Marvin Schlosser (65. Teclaw), Griesser, Zimmermann, Torsten Müller, Marius Müller.

Tore: 1:0 Agyemang (20.), 2:0 Seiferling (41.), 2:1 Torsten Müller (65.), 3:1 Leon Schlosser (71., ET), 3:2 Teclaw (85.).

Besondere Vorkommnisse: Griesser (Bösingen) 40. Minute Rote Karte

wegen Notbremse.

Schiedsrichter: Jonas Toranzo (Wessingen).

Zuschauer: 120.