Lehrgeld bezahlte Aufsteiger BSV 07 Schwenningen bei seiner dritten Saisonniederlage. Das 1:3 beim SV Nehren verblüffte Trainer Jago Maric wegen der Begleitumstände. Der späte Elfmeter wurmte ihn zudem etwas.
„Ich habe ja schon sehr viel erlebt, aber neben diesem tiefen Platz war ich doch manchmal sprachlos, wie die Zuschauer sich außerhalb des Spielfeldes verbal benommen haben. Da fehlen einem echt die Worte“, war es schon eine enorme Herausforderung für den Coach und einige Spieler, sich nicht provozieren zu lassen, ob des einen oder anderen unpassendes Satzes, der den Schwenningern entgegengeschrien wurde.
Dünne Personaldecke
Die personellen Ausfälle vor dem Spiel von Christian Balde und Kim Tursak oder das schon längerfristige Fehlen von Mario Buccelli ließen Jago Maric zum Fazit kommen, „dass unsere Kaderdecke in Nehren dünn besetzt war. Bucelli hat uns schon extrem gefehlt, er hätte auf so einem tiefen Platz die Bälle festmachen können“. Zu allem Übel verletzte sich Nico Effinger noch an der Leiste und musste in der 72. Minute frühzeitig vom Feld.
Ominöse 72. Minute
Minute 72 brachte die Wende und veränderte die Statik des BSV-Spiels: Effinger musste raus, Christoph Hall kam rein und verursachte in der 87. Minute den entscheidenden Elfmeter, der zum Nehrener 2:1 führte. Zudem holte sich Guiseppe Mastrantonio noch Gelb-Rot ab und ist damit für das Derby daheim gegen den VfB Bösingen am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gesperrt.
Gigantengipfel
Sportlich hat das 1:3 zur Folge, dass Tabellenführer FC Rottenburg durch das 1:1-Unentschieden beim FC Albstadt mit 27 Punkten auf vier Zähler wegzog. Der SV Zimmern konnte wie der BSV auf 23 Punkte aufstocken, während die SG Empfingen (25) vorbeizog. Am kommenden Wochenende kommt es zum Gigantengipfel: Die Top-Sechs der Tabelle treffen in drei direkten Duellen aufeinander.
Mit dem Regioduell Empfingen – Zimmern geht es am Freitag-Abend los. Dann folgt am Samstag das Derby BSV – Bösingen (22) und am Sonntag Rottenburg und der VfL Nagold (22) aufeinander.
FSV Schwenningen
Almir Smakovic, der zusammen mit Michail Tsamourlidis das Team betreut und trainiert, ahnte schon vor der Saison, „dass wir es schwer haben werden. Durch die vielen personellen Abgänge wichtiger Spieler und dem verschärften Abstieg wird der Klassenerhalt ein immenses Unterfangen. Dies war uns jedoch von vorneherein klar.“
Leistungsträger wie Ömer Bulut (VfB Villingen) oder Almami Camara (SG Mönchweiler/Peterzell) verließen den Club. In den vergangenen Wochen kamen die Ausfälle von Cevher Atar oder Ex-Profi Tsamourlidis (früher AEK Athen) noch hinzu, was die Personaldecke immer weiter ausdünnen hat lassen.