Das Brustkrebsrisiko steigt mit dem Alter massiv an. Foto: dpa//Daniel Karmann

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Vor allem ab 45 sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig, wie AOK-Daten zu den Erkrankungen zeigen.

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. In diesem Text geht es um die Fakten zu Brustkrebs in Baden-Württemberg, basierend auf Daten der AOK Baden-Württemberg. Diese werten wir für unser Projekt „Gesundheitsatlas BW“ aus. Wie man Brustkrebs behandelt und was bei der Prävention hilft, schreiben wir hier.

 

Je älter man wird, desto höher ist das Risiko, zu erkranken. Bis 45 trifft es gerade 0,2 Prozent aller Frauen, zwischen 45 und 65 rund zehnmal so viele. Unter Senioren ist das Risiko dann nochmals deutlich erhöht. Die Tabelle zeigt die Verteilung nach Altersgruppen:

Brustkrebs wird heute häufiger diagnostiziert als noch 2012, der Anteil der Erkrankten ist von 1,7 auf 2,0 Prozent gestiegen. Das Wachstum fiel in allen Altersgruppen ungefähr gleich stark aus.

„Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist individuell sehr unterschiedlich und wird von einer ganzen Reihe von Faktoren beeinflusst", sagt die AOK-Ärztin Sabine Knapstein, „einige davon sind nicht veränderbar, sondern erblich". Ein gesunder Lebensstil, eine höhere Zahl von Schwangerschaften und eine längere Stillzeit senken dagegen das Risiko.

Je älter, desto höher das Brustkrebs-Risiko - gilt das ab 80 nicht mehr? Doch, das Risiko zu erkranken steigt weiter an, etwa jede achte Frau in dieser Altersgruppe ist betroffen. Vorsorgeuntersuchungen zahlt die gesetzliche Krankenkasse aber nur bis zum 70. Lebensjahr. Im Alter sei „die Gesamtüberlebensprognose bei der Diagnostik zu berücksichtigen", sagt Sabine Knapstein. Heißt: die Kosten der Therapie überwögen möglicherweise den Nutzen. 

Brustkrebs in Baden-Württemberg

Wie verteilen sich Brustkrebs-Diagnosen in Baden-Württemberg und in der Region Stuttgart? Das zeigen die folgenden Karten. Zunächst visualisieren wir die Verteilung über alle Altersgruppen hinweg. Dunkelblau eingefärbte Stadt- und Landkreise liegen über dem Altersschnitt, hellblau eingefärbte darunter.

Auffällig sind die Kreise Esslingen und der Enzkreis. Im Kreis Esslingen (wie auch im Kreis Böblingen) sind besonders viele Frauen zwischen 45 und 65 von Brustkrebs betroffen, im Enzkreis ist der Wert bei den Seniorinnen am höchsten. Die niedrigsten Werte hat der Bodenseekreis.

Klicken Sie auf einen Landkreis für den exakten Wert:

Am häufigsten sind Frauen über 65 Jahren von Brustkrebs betroffen. In der Karte zeigen wir die Verteilung unter Frauen zwischen 65 und 80. Es zeigt sich auch hier ein Nord-Süd-Gefälle.

Ein Klick auf den Kreis zeigt Ihnen auch hier den exakten Wert an:

Brustkrebs in der Region Stuttgart

In den Kreisen Böblingen und Esslingen ist Brustkrebs deutlich häufiger als im Land, außerdem im Raum Schorndorf sowie im nördlichen Teil des Kreises Ludwigsburg. Deutlich niedriger als im Land sind die Werte nur in Teilen Stuttgarts.

Auf der Karte liegt der Anteil in den dunkler eingefärbten Gemeinden über dem Landesschnitt. Am höchsten ist er in Hochdorf (Kreis Esslingen) mit 4,7 Prozent, am niedrigsten in der Stuttgarter Innenstadt mit 1,3 bis 1,5 Prozent. Das hat vermutlich damit zu tun, dass hier relativ viele junge und relativ wenige alte Frauen leben.

Klicken Sie in der Karte auf die Gemeinde, die Sie interessiert, um den Anteil der Bewohner mit Diagnose Brustkrebs zu sehen:

Die Daten in diesem Beitrag stammen von der AOK Baden-Württemberg. Sie ist mit rund 4,6 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse in Baden-Württemberg. Für zwölf ausgewählte Krankheiten stellt uns die AOK aggregierte Diagnosedaten ihrer Versicherten zur Verfügung.

Bis hinunter auf Postleitzahlebene kann man damit sehen, wie verbreitet die Krankheiten sind – aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, von Kindern bis zu Hochbetagten. Die Verteilung der Diagnosen unter ihren Versicherten entspricht in etwa der Verteilung unter allen Einwohnerinnen und Einwohnern.

Zu unserem Projekt „Gesundheitsatlas“ gelangen Sie über diesen Link.

Zum Datenprojekt „Gesundheitsatlas“

Daten
Wie alle Krankenkassen erhält die AOK zu Abrechnungszwecken von Ärzten und Krankenhäusern Daten zu Diagnosen und der Therapie ihrer Versicherten. Diese Daten aggregiert sie nach Wohnort, Geschlecht und Alter der Patienten. Damit kann die AOK errechnen, wie hoch unter ihren Versicherten der Anteil einzelner Krankheiten in bestimmten Altersgruppen oder Postleitzahlbereichen ist.

Repräsentativ
Die Zusammensetzung der AOK-Versicherten entspricht bei Geschlecht und Altersgruppe in etwa der Gesamtbevölkerung in Baden-Württemberg. Bei Unter-45-Jährigen liegt der Anteil höchstens fünf Prozent über dem der Gesamtbevölkerung, bei Älteren höchsten 15 Prozent darunter. Lässt man Einkommensunterschiede außen vor, sind die Daten zur Verteilung einzelner Krankheiten unter AOK-Versicherten also annähernd repräsentativ für Baden-Württemberg.