Seine Feuertaufe als Veranstalter hat der „Wander- und Heimatverein Oberdigisheim“ mit Bravour bestanden – beim altbewährten Brunnenfest. Zumal nicht nur der Verein und sein Name neu sind.
Als ob Weihnachten, sein Geburtstag und ein Lottogewinn zusammengefallen wären, strahlt Peter Sauter über das ganze Gesicht. Der Vorsitzende des kürzlich gegründeten Wander- und Heimatvereins Oberdigisheim (WHV) ist stolz auf seine Helferschar und die große Resonanz auf das erste Brunnenfest unter neuer Leitung – dabei regnet es junge Hunde.
Die gute Laune kann das Sauter nicht vermiesen: Seit dem Ausstieg aus dem Schwäbischen Albverein und der Gründung des WHV kommen neue Mitglieder, und vor allem junge: Waren es in der Albvereins-Ortsgruppe Oberdigisheim noch 19, älteren Semesters, sind es nun drei Mal so viele, und das Durchschnittsalter ist massiv gesunken.
„Die Jungen entlasten uns gehörig“
„Sie entlasten uns gehörig“, sagt Sauter über die jungen Mitglieder und weitere Unterstützer, die beim Aufbau des Festzeltes unterhalb der Vereinshütte geholfen, „die ganze Theke gemanagt“ und – schick gewandet – am Sonntag die Linsen mit Spätzle und andere warme Spezialitäten auf flinken Füßen von der provisorischen Küche im Schuppen ins Festzelt getragen haben – ohne dass die fröhlich feiernden Gäste hätten befürchten müssen, dass Petrus ihnen das Mittagessen verwässert.
Was der WHV den Jungen bietet, bringt Peter Sauter auf den Punkt: deutlich niedrigere Beiträge als in der Albvereins-Ortsgruppe. „Die müssen einfach bezahlbar sein“, sagt der Vorsitzende mit Blick auf Familien, die nun mit 30 Euro Jahresbeitrag dabei sind – alle Kinder bis zum 18. Geburtstag inklusive. Einzelpersonen zahlen 15 Euro. „Das ist ein Beitrag, den man sich noch leisten kann, und dann bleiben die Mitglieder auch dabei“, betont Sauter.
„Der Ort lebt nur durch die Vereinsgemeinschaft“
Denn so wie das Dorf, der Stadtteil Oberdigisheim, von der Vereinsgemeinschaft lebe, so lebe der Verein selbst nur durch die Mitglieder und ihre Bereitschaft, sich zu engagieren. Die neue Internetseite ist derzeit in der Mache, die Facebook- und Instagram-Seiten wollen ebenso gepflegt werden wie die Vereinshütte, die seit 2023 einen Anbau – „fast vollständig in Eigenleistung errichtet!“ – hat, und der schmucke Brunnen daneben, der dem Fest seinen Namen gegeben hat.
Außerdem will der WHV keine Abstriche beim Jahresprogramm machen, im Gegenteil: Das Brunnenfest in der Bergsteige und das Backhäuslefest auf dem Geyerbad sollen sich, wie gehabt, jährlich in den Sommerferien abwechseln. Wanderungen sind geplant, auch im Winter, die Sonnwendfeier, ein z’Liacht-Abend und natürlich das Rübengeisterschnitzen zu Halloween, das vor allem den Kindern Spaß macht.
Den Spaß am Samstag und Sonntag haben den Besuchern – darunter Ortsvorsteher Achim Mayer und seine Frau Monika – vor allem die Musizierenden beschert: Das Duo „Arnold und Peter“ hat zu Gitarre und Akkordeon Schunkellieder gesungen, der Feuerwehrchor der Raumschaft Balingen fröhliche Lieder geschmettert und der Projektchor Oberdigisheim unter der Leitung von Mariella Krause zum Mitsingen eingeladen – neue Mitglieder seien auch dort jederzeit willkommen, winkte Peter Sauter mit dem Zaunpfahl, als er den Auftritt ankündigte, und dankte außerdem der Feuerwehrabteilung Oberdigisheim für die Mithilfe..
Die Musiker geben sich die Klinke in die Hand
Das Frühschoppenkonzert bestritt der Musikverein Lyra Oberdigisheim unter der Leitung von Jürgen Stanger im Festzelt, das Floristin Manuela Clesle mit bunten Blüten geschmückt hatte, und Petrus steuerte rhythmische Klänge in Form von Regentropfen auf der Zeltplane bei. Aber das konnte Peter Sauter und seinem wachsenden Vereinsteam die Freude am Brunnenfest nicht verhageln: Der Wander- und Heimatverein hat schließlich angefangen, eine echte Erfolgsgeschichte zu schreiben.