Die Brüder Benjamin (links) und Sebastian Moser streiten sich um den Platz im Tor der SGM Nusplingen/Obernheim. Foto: Kara/Collage: Hürster

Der Bezirksligist SGM Nusplingen/Obernheim hat ein Luxusproblem. Er hat zwei herausragende Torhüter, zudem sind Sebastian und Benjamin Moser Brüder und konkurrieren um dieselbe Position.

Brüder im Fußball gibt es viele, doch seltener spielen sie auf der identischen Position. So ist es aber bei Sebastian und Benjamin Moser bei der SGM Nusplingen/Obernheim. Sebastian ist Jahrgang 1997, während Benjamin Jahrgang 1999 ist. Beide sind urwüchsige Obernheimer.

 

Entscheidung für Halbserie

„Bei uns ist es eigentlich so, dass wir beide die Vorbereitung bei der ersten Mannschaft machen und dann entscheiden die Trainer, wer für die Halbsaison die Nummer eins wird“, berichtet Sebastian Moser. Der 26-Jährige steht aktuell im Kasten der SGM, während sein Bruder Benjamin das Tor der zweiten Mannschaft hütet.

In den vergangenen Jahren hatte eher Benjamin die Nase vorn. In dieser Spielzeit profitierte Sebastian ein wenig vom Pech seines Bruders, der sich über Wochen mit einer Fingerverletzung herumplagte.

Ultimativer Heimvorteil

Als Keeper in der zweiten Mannschaft haben die Brüder jedoch den ultimativen Heimvorteil in Obernheim. „Wenn man im eigenen Ort spielen darf und die eigenen Leute zukucken macht das die Einsätze in der Zweiten auch nochmal spezieller“, erzählt Benjamin.

Auf die Konkurrenzsituation im familiären Umfeld angesprochen erzählt Sebastian: „Wir wären keine Sportler, wenn wir keinen Ehrgeiz hätten. Es gibt aber null böses Blut. Wenn einer mal keine Zeit hat, dann springt der andere zu hundert Prozent für ihn ein.“ Gegenseitiges Necken gehöre jedoch schon auch dazu. Es zählt für beide jedoch die Mannschaft und nicht der persönliche Vorteil.

Mit schweren Verletzungen, wie aktuell Marc-André ter Stegen oder vor nicht allzu langer Zeit Manuel Neuer hatten die beiden bisher noch nicht zu tun. „Ich hatte mal Probleme mit der Patellasehne und da habe ich ein halbes Jahr gebraucht, das war allerdings zur Corona-Zeit“, erzählt Benjamin. Er sagt „Torhüter verletzen sich eher seltener, aber wenn sie sich verletzen, dann eher schwerer als ein Feldspieler.“

Herausragende Leistung

Eines seiner besten Spiele machte Sebastian Moser jüngst gegen den FC Hardt. Er blieb fehlerfrei und glänzte mit sicherem Passspiel im Spielaufbau. Prompt unterlief ihm in der Folgewoche gegen den SV Bubsheim ein Fehlpass, der zu einem Gegentor führte. Die Gefühlswelten bei Torhütern liegen eben sehr nah beieinander.

Die Brüder stammen aus einer Sportlerfamilie. Der Vater hat lange Fußball gespielt, die Mutter spielte Handball auf der Position der Torhüterin. „Das beste aus zwei Welten hat sich zusammengetan“, erzählen die Moser-Brüder, die schon seit der frühen Jugend in Obernheim zwischen den Pfosten stehen.

Erinnerungen an die Verbandsstaffel

Gut in Erinnerung geblieben ist den beiden die Zeit in der A-Jugend-Verbandstaffel. In seinem ersten Jahr mit Sebastian im Tor stieg die SGM auf. „Ich habe dann in meinem zweiten Jahr noch Verbandsstaffel gespielt und dann ist der Benni rausgekommen und hat das Ding dann für zwei Jahre übernommen.“

Diese Erfahrung habe den Übergang zu den Aktiven dann schon erleichtert, erzählt Benjamin, zu dessen Stärken das Spiel auf der Linie und die Ruhe am Ball und die körperliche Ausstrahlung gehören. „Benjamin ist muskulöser, wie ich“, sagt Sebastian, zu dessen Stärken neben des Spielaufbaus die Kommunikation gehört. „Sebastian hat eine größere Klappe wie ich“, sagt Benjamin, und meint damit die Extrovertiertheit seines Bruders, er hingegen ist eher etwas zurückhaltender. Beide haben ähnliche Hobbys. Beide fahren Ski, beide fahren Motorrad, „alles was mit Sport und Adrenalin zu tun hat, sind wir auf jeden Fall zu haben.“