Johannes Wütz (23) hält den Kasten des TSV Trillfingen sauber. Sein Bruder Fabian (29) führt die Mannschaft. Foto: Kara

In unserer Reihe „Brüder im Fußball“ werfen wir dieses Mal einen Blick zum TSV Trillfingen. Dort steht Johannes Wütz im Tor. Sein älterer Bruder Fabian ist der Kapitän der Mannschaft.

Was beide verbindet, ist die gemeinsame Leidenschaft für den FC Schalke 04. „Bei uns in der Kabine sind wir ein paar Schalke-Fans. Wir waren auch zum Jahresabschluss im Dezember in Düsseldorf. Am Samstagmittag hat Schalke zuhause gegen die Fortuna gespielt. Da sind wir mit elf Jungs in die Veltins-Arena. Da waren allerdings auch Dortmund-Fans mit dabei“, erzählt Fabian Wütz.

 

Der Traum vom Wollensack

Als Kapitän trat der 29-jährige Innenverteidiger Fabian Wütz vor Jahresfrist die Nachfolge von Adrian Stehle an, der zuvor das Vorstandsamt beim TSV Trillfingen übernommen hatte. „Seit ich aktiv kicke, kenne ich keinen anderen Kapitän, wie ihn“, erzählt Fabian Wütz, der sehr stolz ist dieses Amt nun auszufüllen. Er und sein Bruder sind Trillfinger Jungs, wurden im Verein groß. „Schon als Kinder war es unser Traum sonntags auf dem Wollensack zu stehen und Heimspiele zu bestreiten. Das Kapitänsamt kam jetzt noch oben drauf. Es ist jedes Mal eine Riesenfreude, wenn man alle zwei Wochen als erster auf den Platz läuft.“

Nachfolger der Krause-Brüder

Direkt hinter ihm läuft sein jüngerer Bruder Johannes auf. Der 23-Jährige ist seit zwei Spielzeiten Stammkeeper. „Zur Zeit, wo ich hoch gekommen bin, standen immer die Krause-Brüder im Tor. Aufgrund von Verletzungen musste ich dann bei der ersten Mannschaft herhalten und war gleichzeitig Spieler der zweiten Mannschaft“, erzählt Johannes Wütz.

Zu Landesligazeiten

Noch in der Landesliga trat er in die Fußstapfen von Torhüter Niklas Krause, der sich an der Schulter verletzt hatte und bestritt noch die letzten fünf Spiele. „Für mich war es eine brutale Ehre mit Niklas und Andre zusammentrainiert und gespielt zu haben. Ich habe viel von den beiden gelernt.“

Unterschiedliche Charaktere

Von den beiden Wütz-Brüdern ist Johannes der temperamentvollere. „Auf dem Platz bin ich das lautere Organ im Gegensatz zu meinem Bruder, der zwar als Kapitän viel mit den Spielern spricht, aber in einer etwas ruhigeren Lage als ich“, scherzt Johannes Wütz. „Bei mir kommt da schon mal die ein oder andere Gelbe Karte wegen Meckern beim Schiedsrichter hinzu. Da ist mein Bruder schon anders.“ Johannes Wütz ist als Torwart „nur“ 1,70 Meter groß. Seine Stärken liegen auf der Linie und im Eins-gegen-eins. Auch mit dem Ball ist der 23-Jährige stark. Seit der Bambinizeit steht Johannes Wütz im Tor. Zu seinen Vorbildern zählten Oliver Kahn und Manuel Neuer.

Ruhepol in der Defensive

Der etwas ruhigere Fabian ist Linksfuß. Mit seinen 1,77 Meter ist der Defensivakteur auch torgefährlich. In dieser Spielzeit hat er nach Standards in den Derbys gegen Stetten und gegen Gruol/Erlaheim getroffen.

An der Seite von Adrian Stehle

Als A-Jugendlicher hat Fabian Wütz seine ersten Spiele für den TSV Trillfingen bestritten. Der Linksfuß rutschte damals in der Saison 2013/14 ins Team, als sich ein anderer Abwehrspieler verletzt hatte. Er wurde in der Rückrunde ins kalte Wasser geworfen. „Das halbe Jahr war mit das schönste in meiner Laufbahn. Wir sind damals von der Kreisliga A in die Bezirksliga aufgestiegen. Da denkt man heute elf Jahre später noch gerne zurück.“ Auch die Landesligazeit hat Fabian Wütz sehr geprägt. „Der Aufstieg in der Relegation war ein Erlebnis, da gibt es kaum Worte dafür. Wir sind mit Bussen zurückgekommen. Die ganz Ortsmitte war voll, da hat Musik gespielt. Das war ein Erlebnis, das vergisst du dein ganzes Leben nicht.“

Ein weiteres Jahr Bezirksliga

In der neu strukturierten Bezirksliga vermisst Fabian Wütz das ein oder andere Derby. Und es werden mit ziemlicher Sicherheit noch weniger werden Die Teams aus dem Schwarzwald seien darüber hinaus doch sehr stark. Auch in Sachen Infrastruktur hätten die Schwarzwaldclubs ganz andere Voraussetzungen. „Es gab schon einige Dinge, wo wir uns beim TSV Trillfingen anpassen mussten“, sagt Fabian Wütz. Was für die Brüder, die auch im Ehrenamt beim TSV Trillfingen tätig sind, nun erstmal zählt, ist der Klassenerhalt und natürlich der FC Schalke 04.