An dieser Stelle soll die Brücke entstehen, die die Baugebieten Hürsten und Hertenwasen verbindet. Foto: Andrea Maute

Der Technische Ausschuss gibt grünes Licht für den Bau der Brücke Hürsten in Engstlatt. Das letzte Wort hat nun der Balinger Gemeinderat.

Es ist ein Bauvorhaben, das die Verwaltung respektive das Tiefbauamt schon viele Jahre beschäftigt. „Der erste Ordner ist von 2006. So lange begleitet uns diese Maßnahme bereits“, ließ Amtsleiter Volker Mutscheller wissen.

 

Nun rückt der Baubeginn in greifbare Nähe. Was genau geplant ist und wie der Zeitplan aussieht, skizzierte er nochmals kurz in der Ausschusssitzung.

Eine ungenügende Verkehrssituation

Hintergrund des Bauvorhabens ist die Schaffung einer Verbindung zwischen den Baugebieten Hürsten und Hertenwasen. Der Stadtteil Engstlatt wird durch die Bahnlinie Tübingen – Sigmaringen geteilt. Wer diese über den beschrankten Bahnhof Meisterstraße überqueren will, muss teils längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die Unterführung Furtwiesenstraße ist indes eng, schlecht einsehbar und baulich, wie Volker Mutscheller erklärte, „in einem nicht allzu guten Zustand.“ Alles in allem „eine ungenügende Verbindungssituation“, die man durch den Bau der Brücke Hürsten nun verbessern möchte – nicht zuletzt auch, weil neue Baugebiet Bol-Hertenwasen an das Schulzentrum angeschlossen werden soll.

„Ein schlankes, ansehnliches Bauwerk“

Die zukünftige Brücke wird die Sägewerkstraße auf der Westseite mit der Furtwiesenstraße auf der Ostseite verbinden. Ein beträchtlicher Teil macht neben der Brückenbaumaßnahme der Straßenbau aus, denn es wird sowohl eine Anbindung der Brücke an die Furtwiesenstraße als auch an die Sägewerkstraße hergestellt.

Des Weiteren soll der Rad- und Wirtschaftsweg, der auf der Ostseite längs der Bahn verläuft, mittels Unterführung unter der Furtwiesenstraße hindurchgeführt werden. Hinzu kommen noch Maßnahmen, die den Leitungsbau betreffen.„Was die Brücke selbst betrifft, ist es uns gelungen, ein möglichst schlankes Tragwerk zu konzipieren, so dass es ein ansehnliches Bauwerk wird“, ließ Mutscheller wissen.

Allerdings sei es recht kompliziert, über der Bahnstrecke zu bauen, erklärte er und machte keinen Hehl daraus, dass sich die Kommunikation mit der Bahn doch „relativ schwierig“ gestalte und es bei der Baumaßnahme die eine oder andere Hürde zu überwinden gebe.

Elektrifizierung steht nichts im Wege

Verwendet werden beim Bau Fertigteilträger. „Das hat den Vorteil, dass das ganze Tragwerk sozusagen in einer Nacht aufgebaut werden kann“, verdeutlichte der Tiefbauamtsleiter. Dadurch, dass der Brückenschlag in kurzer Zeit möglich sei, könne der Eingriff in den Bahnverkehr auf ein Minimum reduziert werden.

Auf Nachfrage von Peter Single (SPD) konnte Volker Mutscheller bestätigen, dass die Höhe der Brücke so gewählt wurde, dass einer künftigen Elektrifizierung der Bahnstrecke nichts im Wege steht.

Ebenso sei bereits der für elektrifizierte Bahnstrecken vorgeschriebene Berührungsschutz mitberücksichtigt, so dass eine Nachrüstung bei einer kommenden Elektrifizierung problemlos möglich ist.

Baubeginn soll im Frühjahr 2026 sein. Mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme wird Mitte 2027 gerechnet, so dass von einer Bauzeit von 16 Monaten auszugehen ist.

Am 16. Dezember entscheidet der Gemeinderat

Der Neubau der Brücke Hürsten, inklusive der Straßenanbindungen, der Radwegunterführung, der Lärmschutzwand und der Treppenanlage sowie notwendiger Leitungs- und Kanalbauarbeiten geht mit Gesamtkosten in Höhe von 2.400.000 Euro brutto einher.

Im Zuge der Vorberatung stimmten die Mitglieder des Technischen Ausschusses in der Sitzung am Mittwoch der Baumaßnahme einstimmig zu. Am 11. Dezember ist Anhörung im Ortschaftsrat Engstlatt und fünf Tage später, am 16. Dezember, wird der Gemeinderat schließlich eine Entscheidung fällen.

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Befürworter, aber auch Gegner
Dass das Brückenbauprojekt realisiert wird, war, so wurde in den vergangenen Sitzungen immer wieder betont, ein langjähriger Wunsch aus Engstlatt. Gleichwohl gibt es auch Bürger, die sich zwar nicht gegen die Brücke an sich, wohl aber gegen das in dieser Form geplante Bauwerk ausgesprochen hatten.

Unter anderem wurde Kritik im Umgang mit geschützten Tieren – im Besonderen mit der streng geschützten Schlingnatter – geäußert. Von Seiten der Stadt wurde diesbezüglich angeführt, dass man sich bei der Baumaßnahme intensiv mit der Unteren Naturschutzbehörde abstimme.