Sie sollte ein Blickfang zur Gartenschau werden: die geplante Forbach-Bücke als Verbindung der Schelklewiese zum Rosenplatz. Doch die Kosten waren zu hoch. Nun hat der Gemeinderat entschieden, einfacher zu bauen und die Planer zu wechseln.
Im Vorfeld hatte es einen Planungswettbewerb gegeben. Nun hat der Gemeinderat Baiersbronn einstimmig beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Wettbewerbssieger, dem Planungsbüro Knippershelbig GmbH aus Stuttgart, zu beenden.
Bürgermeister Michael Ruf führte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats aus, dass mehrere Ausschreibungen eine deutliche Überschreitung der geschätzten Kosten ergeben hatten. „Wir haben das planende Büro Knippershelbig mehrfach aufgefordert, die Konstruktion deutlich zu vereinfachen. Aber die Gespräche waren aus unserer Sicht nicht zielführend“, sagte Ruf.
Die Verwaltung sehe es nicht als machbar an, eine 40-prozentige Kostensteigerung hinzunehmen. Das werde zwar bedauert, doch es sei der richtige Weg. „Wir können diese Brücke so nicht realisieren“, machte Ruf deutlich.
Zeit rennt davon
Bauamtsleiter Daniel Armbruster ging auf die Einsparungen ein, mit denen man versucht habe, eine finanzierbare Brücke hinzubekommen. Auch unter Berücksichtigung der Reduzierungen würde die Brücke immer noch bei 1,1 Millionen Euro zuzüglich 20 Prozent Nebenkosten liegen. „Diese neue Brücke hat aber mit dem ursprünglichen Entwurf nur noch wenig gemeinsam. Wir sollten die Pferde wechseln, ist mein Vorschlag“, so Armbruster. „Wir hätten uns einen Blickfang an dieser Stelle gewünscht. Wir sollten nun etwas einfacher bauen oder bis nach der Gartenschau warten“, so Ingo Christein (CDU).
Ruf erklärte, die Brücke werde als Zugang zur Gartenschau benötigt. „Ich finde es schade, dass das Büro nicht auf unsere Einwände eingegangen ist. Nun rennt uns die Zeit davon“, sagte Ruf.
In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde allerdings schon ein Plan B präsentiert, um das Projekt „Forbachbrücke zur Schelklewiese“ noch vor der Gartenschau fertigzustellen. Ruf schlug vor, eine andere Brückenkonstruktion mit einem anderen Ingenieurbüro als Partner zu wählen. „Mit dem Büro Rothenhöfer aus Karlsruhe haben wir einen guten und soliden Partner, der in der Gemeinde Baiersbronn bekannt ist“, so Ruf.
Alternative Planung
Joachim Störk vom Büro Rothenhöfer stellte eine alternative Brückenplanung vor und zeigte sich zuversichtlich, dass diese Brücke Anfang 2025 auch fertiggestellt sein könnte. „Ich habe mich auf die Schnelle mit der Sache befasst und überlegt, was wir tun können. Es soll keine 0815-Brücke werden“, sagte Störk.
Ziel sei, mit einfachen Mitteln etwas Gestaltung in die Brücke zu bringen, die Ausführung müsse noch im Detail geplant werden. Störk schlug eine Blockträgerkonstruktion vor, die barrierefrei über eine Rampe erschlossen wird.
„Mit einfachen Mitteln der Gestaltung kann eine unauffällige und filigrane Brücke gebaut werden“, erklärte der Planer. Die Gesamtkosten bezifferte er auf rund 880 000 Euro zuzüglich Nebenkosten. Mögliche Einsparungen könnten noch vorgenommen werden.
Baubeginn könnte bereits im Juli sein
Bei einer Vergabe noch im Juni könnte der Baubeginn bereits im Juli erfolgen, sodass eine Fertigstellung Ende Februar 2025 noch möglich sei. „Wenn alles normal läuft, sollte das Bauwerk Ende des Jahres stehen.“ Dietmar Günter (CDU) fragte, ob es geplant sei, mit einem Generalunternehmer zu arbeiten. „Wir können die Vergabe in drei Lose unterteilen, es könnten auch örtliche Baufirmen beteiligt werden“, so Störk. Wichtig sei, dass sich die Bauunternehmen an den Ausschreibungen beteiligen, davon hänge die Umsetzung ab.
Beschluss fällt einstimmig
„Wir haben es nicht verbockt und uns auch keinen Bären aufbinden lassen. Ziel war eine tolle Brücke, diese ist aber nicht finanzierbar, und wir müssen nun einen Schritt zurückgehen“, sagte Ruf abschließend. Einstimmig beschloss das Gremium, das Büro Rothenhöfer mit den weiteren Schritten zur beauftragen.