Eine derzeit gesperrte Brücke im Glasbachtal sorgte im Ausschuss für Diskussionen. Foto: Stephan Hübner

Für Diskussionen sorgte im Königsfelder Gemeinderats-Ausschuss der geplante Ersatz einer Sandsteinbrücke im Glasbachtal in Buchenberg durch einen Rohrdurchlass.

Der von der Thematik betroffene Ortschaftsrat Buchenberg war zu der Sitzung ebenfalls eingeladen.

 

Beantragt wurde der Ersatzbau von Landwirten, die so zu ihren Flächen kommen müssten, so Bürgermeister Fritz Link. Die Brücke sei nicht denkmalgeschützt und auch nicht in privater Hand. Unter dem Gebot sparsamer Haushaltsführung handle es sich um ein nicht sanierungsfähiges Bauwerk.

„Der Abriss tut mir in der Seele weh“, so der Ingenieur Paul Wirtz vom Fachbüro Rothenhöfer. Aber wegen durchgesackter Steine sei die Standfestigkeit nicht mehr gegeben. Die minimale Überdeckung ermögliche auch dass keinerlei Verteilung der Last. Sollte die Brücke zusammenstürzen sei die Gemeinde in der Verantwortung.

Brücke bereits gesperrt

Die Brücke sei bereits gesperrt, merkte Link an. Bei einer Sanierung im Bestand müsste eine Person auf sehr engem Raum arbeiten, und das Gewölbe könnte einstürzen, was lebensgefährlich sei, so Wirtz. „Hier möchte ich keinen reinschicken.“

Auch sei der Wiederaufbau wirtschaftlich nicht sinnvoll, zudem würden keine großen Lasten zugelassen. Dann wäre zusätzlich eine Furt nötig, was Gesamtkosten von 160 000 Euro mit sich brächte. Eine Furt stellte bei Hochwasser auch eine Gefahr für Fußgänger dar.

Im Haushalt seien 80 000 Euro eingestellt, was knapp unter der Nettosumme für einen Rohrdurchlass liegt. Etwas teurer wäre eine widerstandsfähigere Stahlkonstruktion. Weitere 20 000 Euro würde eine vom Geschichtsverein Buchenberg gewünschte Verblendung der neuen Brücke mit dem alten Sandsteinportal kosten.

Stillgelegter Mühlenkanal

Link berichtete auch von der Idee der Instandsetzung einer zweiten Brücke in der Nähe, die aber aber keine Funktion mehr erfüllt, da sie über einen lange stillgelegten Mühlenkanal führt. Die Gesamtkosten lägen dann bei 160 000 Euro. Die zweite Brücke wäre dann auch nur für Fußgänger und Radfahrer nutzbar.

Für Langholzfahrer nötig

Die zweite Brücke könne man nicht so lassen, so Ortsvorsteher Roland Meder. Matthias Weisser betonte, dass sie für Langholzfahrer nötig ist. Wirtz nannte als Lösung die mit 20 000 Euro deutlich günstigere Verfüllung der zweiten Brücke. Dann lägen die Gesamtkosten inklusive Verblendung laut Link aber immer noch bei 120 000 Euro. Dann müsse man darüber nachdenken, anderswo Straßenbaumaßnahmen zurückzunehmen.

Im sensiblen Glasbachtal

Birgit Helms sah den Erhalt der Brücken im sensiblen Glasbachtal als wichtig an. Sigrid Fiehn brachte die Idee ins Spiel, nur die zweite Brücke optisch im Originalzustand zu erhalten. Bernd Möller sprach sich gegen die Idee von Ortsbaumeister Gregor Schenk aus, die Verblendung später anzubringen und forderte dann eine Verpflichtung des Gemeinderats, das in den nächsten Jahren umzusetzen. Das käme laut Link aber dann aufgrund der nötigen Baustelleneinrichtung noch teurer.

Letztlich entschied sich der Ausschuss für einen Rohrdurchlass ohne Verblendung und die Verfüllung der zweiten Brücke.