Einfühlsam und engagiert singen leitende Mitarbeiterinnen aus der Ukraine Lieder (von links): Sweta Beresniuk, Aliona Tokar sowie Lisa und Lena Uchnal. Foto: Hans-Jürgen Kommert

In der Kirche in Langenschiltach berichteten Mitarbeiter des Hilfswerks „Brücke der Hoffnung“ über ihre Arbeit in der Ukraine – eingeladen durch Gisela und Hans-Günter Götz.

Seit Jahrzehnten kümmern sich die beiden um Hilfe für „vergessene Dörfer“ in der Ukraine.

 

Der Abend begann, nach einleitenden Worten von Pfarrer Markus Keller, mit einem Lied der leitenden Mitarbeiterinnen vor Ort, rund um die Stadt Switlowodsk, begleitet von bedrückenden Bildern zerstörter Häuser.

Seit vier Jahren begleiten Explosionen und Drohnenangriffe die Menschen – die Front des russischen Angriffskrieges ist nur rund 100 Kilometer entfernt.

Missionswerk „Brücke der Hoffnung“

Dann berichtete Rebekka Herrmann über das von ihrem Vater Burkhard Rudat vor mehr als 30 Jahren gegründete Missionswerk „Brücke der Hoffnung“. Die Mitarbeitenden vor Ort sowie in Deutschland bestünden aus einem „engagierten Team mutiger Christen“, insgesamt mehr als 40 hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Villa Sonnenschein in der Ukraine sei für viele Kinder ein zweites Zuhause mit Mittagessen und Gruppen- und Bildungsangeboten.

Die Kinder stammten oft aus schwierigen Familienverhältnissen, bekämen in Lehrwerkstätten handwerkliche Fähigkeiten vermittelt und oft erste Schulbildung. Denn seit mehr als fünf Jahren gebe es in der Ukraine keine normale Schulbildung mehr, weshalb das Projekt „Schule in Kriegszeiten“ sehr wichtig sei.

In der Villa Regenbogen wohnten zudem vier Mädchen aus den „vergessenen Dörfern“ und sozial schwachen Familien, die sich gerade in Ausbildung befänden. Dazu kommen weitere Zufluchtsorte weiter östlich. Über vier Jahre Krieg hätten die ukrainische Wirtschaft fast zerstört, sodass es für Bewohner immer schwieriger werde, zu überleben.

So sei das Projekt „Starthilfe“ für viele zu einem echten Anfang geworden, dabei helfe man zum Beispiel bei der Gründung eines eigenen kleinen Unternehmens, manchmal auch schlicht beim Wiederaufbau zerstörter Wohnhäuser.

Viele Tage mit Raketenangriffen

Die Arbeit sei anstrengend, es gebe viele Tage mit Raketenangriffen, man lebe mit heulenden Sirenen und stundenlangen Stromausfällen – in den Einrichtungen könne man nun dank Notstromaggregaten diese abmildern.

Zudem bringe man den Menschen Brennholz oder Lebensmittel, spende Fürsorge und Trost. Konkrete Beispiele der Hilfsarbeit zeigten Berichte und Videos von mehreren Projekten, bei dem zum Beispiel Kinder, die bisher auf einfachen Matratzen oder Decken in heruntergekommenen Zimmern schliefen, ein renoviertes und neu eingerichtetes Kinderzimmer bekamen. Diese Unterstützung verändere die Persönlichkeit der Kinder, es gehe dabei auch um das Gefühl, gesehen zu werden, so Herrmann, die diese Beiträge moderierte, gemeinsam mit Lena Uchnal, der Leiterin der Einrichtungen in der Ukraine. Wie gegenwärtig der Krieg ist, schilderten sie am Beispiel einer zehnköpfigen Familie, deren Haus die teils jugendlichen Mitarbeiter wieder aufbauten.

Am Ende wurde gemeinsam mit den vier Sängerinnen ein Lied angestimmt, dass diese zunächst auf Ukrainisch und dann zusammen auf Deutsch sangen. Die Möglichkeiten, die Arbeit der „Brücke der Hoffnung“ zu unterstützen sind vielfältig – nähere Infos dazu gibt es im Internet unter bdh.org. Hans-Günter und Gisela Götz informierten unter anderem darüber, dass zurzeit vor allem Kinderkleidung in den Größen 104 bis 176 sowie „S“ gesucht werde.