Das Ballett der zwei Schönsten begeistert das Publikum in Brigachtal. Foto: Hella Schimkat

Hoch oben unterm Dach des Brigachtaler Vereinshauses schlug die Stunde der Verbrüderung der Brigedäler Obrigkeit: Das Fasnettheater der Kulturfreunde an der Brigach hatte sich Großbritannien vorgeknöpft.

In Brigedäler Englisch führten die Verantwortlichen genial durch den Abend. Die närrischen Besucher unterm Dach klopften sich auf die Schenkel, lachten sich schlapp und honorierten die närrische Theaterkunst immer wieder mit stehenden Ovationen.

Moderator, Regisseur und Darsteller Volker Hirt versprach: „It wird englisch“ (es wird Englisch), God save the King. Ja den hatte Bürgermeister Michael Schmitt zur Einweihung der Brücke eingeladen, seine rechte Hand – Missus Hengstler drehte schier durch, und die legendäre Brigedäler Musi „eMVau Theatermusik“ verkündete mit tragender Musik „King Charles und Camilla“.

Im Nebenraum hatte Charles (Meinrad Doser) noch nach weiteren Orden gekrustelt, während Nadine Götz Camilla mit Schminke und Perücke dorffein machte.

Der Bauhofmeister (Thomas Huber) sollte sich um Camilla kümmern, was er so umsetzte: Ein Glas Wein Camilla, zwei Glas Wein er, mit mehreren Wiederholungen.

Unterschiede zwischen Kleinbritannien und Großbrigachtal

Bevor King Charles die Mühlenbrücke eröffnete, hatte Hirt die Unterschiede zwischen Kleinbritannien und Großbrigachtal erklärt: „Ihr habt einen König, der sagt wo es langgeht und alle winken es ab, wir haben einen Bürgermeister und der Gemeinderat winkt alles ab.“

Charles eröffnete die Brücke, der Schultes verbeugte sich so tief, dass er fast nicht mehr hoch kam. Dann ging es ins Rathaus, angeführt von der torkelnden Camilla mit schwankenden Bauhofmeister.

Ach so: Brigedal besteht aus Überauchen, immer gerade aus, rechts Kirchdorf, links Klengen und ganz links das streitbare Beckhofen.Die Brigedäler, also Ententümler, meinten: Englisch ist wie Brigedälerisch, nur schneller.

Brexit von Brigedal

Der Brexit von Brigedal wurde beschlossen, die Musi und Beckhofen blieben zurück. Die Musi wurde übrigens im Spiegelsaal von Beckhofen gegründet, an der Weißwaldhütte und der Brücke wurden Zollstationen geplant. Walter Winkelzwick hatte die Zuflüsse zur Donau nach Schwarzwälder Speckwürfeln untersucht und herausgefunden, dass der Bondelbach der einzige Zufluss zur Donau war.

Der Schultes sah sich schon auf dem Thron sitzen. Ein Imperium wie Brigedal hatte auch eine Miss Marple. Diese musste im Saal einen Mord aufklären, denn die tote Rechnungsamtsleiterin war mit dem Kopf auf den Tisch geknallt.

Miss Marple zwängst sich durch die Reihen und sucht den Schuldigen

Miss Marple zwängte sich durch die Reihen, schließlich hatte jeder im Saal ein Motiv, und am Schluss war die Rechnungsamtsleiterin nicht „dead“ sondern hackedicht.

Familie Brigedäler samt Oma hatten beim Goldenen Schuss eine Reise nach Brittany gewonnen, die Tochter und John Lennon fanden zueinander – und die Oma war not amused: „Die sprechen hier noch nicht mal katholisch“, maulte sie.

Es wurden noch viele Sketche geboten, es wurde „Let it be“ von John Lennon gesungen, auf Brigedälisch „Wenn Du konn richä Vater häsch, lasses sii, lass es sii, lass es sii. Es gab begeisterte Besucher, die schon den Tisch für das nächste Theater in einem Jahr buchten.

Die Mitwirkenden

Die Darsteller: Volker Hirt, (Moderator, Ernst, Winkelzwick), Thomas Huber (Kleiser, Shanty, Miss Marple). Nadine Götz, Maske. Petra Simon (Camilla, Leiche), Ronja Geiger (Tina), Detlef Pfundstein (Heinz Erhardt), Dieter Hirt (Uwe, Guiseppe, Shanty), Kathrin Ehlert (Oma), Meinrad Doser (King Charles), Annika Ehlert (John Lennon), Beatrix Pfundstein (Von der Leyen, Hedwig, Frau Schmitt), Britta Geiger (Moderator, Annette Hengstler) Christof Baumann (Bürgermeister, Shanty)