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Brigachtal Wird ein Zugvogel heimisch?

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Die Männer sind immer zuerst da: Dieser Storch auf dem Strommast am Ortseingang von Brigachtal ist ein Männchen, das bis jetzt zum Eintreffen des Weibchens Zeit hat, das Nest herzurichten. Der Storch, der schon in den Vorjahren auf dem Mast gesichtet wurde (Foto aus den Vorjahren), ist vermutlich zurückgekehrt. Foto: Kreidemeier Foto: Schwarzwälder Bote

Von Niklas Käfer

Zugvogel oder doch wohlig im heimischen Nest? Mit Friedrich Widmann auf Reise und Spurensuche dieser einzigartigen Tiere. Der Vogelexperte kennt auch den jüngst gesichteten Storch auf dem Hochspannungsmast am Ortseingang in Brigachtal.

Brigachtal. Mindestens zwei Dinge lernt man in der Schule über den Storch. Der Storch ist ein Zugvogel und der Storch bringt den Nachwuchs. Wenn der Storch zu weiten Reisen ausfliegt, warum sieht man ihn dann mitten im Winter im Brigachtal?

Friedrich Widmann aus Neudingen meint den jüngst gesichteten Storch aus Brigachtal zu kennen: "Wahrscheinlich war es er. Hatte er keinen Ring?", fragt der Storchenvater, um sich über die Herkunft des Storches zu vergewissern. "Die Männer sind immer zuerst da", schiebt Widmann hinterher, und ist sich zumindest beim Geschlecht sicher.

Woher der Storch wohl kommt? Da es sich beim Storch um den vermeintlich unberingten Vogel handelt, den Widmann vermutlich schon lange kennt, kann er dazu keine klare Auskunft geben. Seit 1994 kümmert sich Widmann um die Störche in der Region. Er vermutet, dass es sich bei diesem Storch entweder um einen Vogel handelt, der den gesamten Winter auf der Baar verbringt oder den es erst bei einem richtigen Wintereinbruch in den Süden zieht. Sicherheit über die Herkunft hat Widmann beispielsweise bei einem beringten Storch, der sich schon seit einigen Jahren in Neudingen aufhält: Der Storch entstammt einer Zuchtstation aus dem Elsass – lässt die Beringung erkennen.

Viele Störche entstammen ehemaligen Zuchtstationen aus dem Elsass, der Schweiz und dem Süden Deutschlands.

Unabhängig davon sind auch die Reiseziele der Tiere nicht immer Afrika, über die Meerenge in Gibraltar, sondern beispielsweise auch das südliche Baden, das Rhonetal oder Spanien.

Die Störche "bleiben, so lange es genug Nahrung gibt", sagt Widmann. "So lange der Boden frostfrei bleibt, finden die Störche genügend Nahrung, zum Beispiel Würmer." Denkbar wäre also, dass sich aufgrund des milden Wetters der Brigachtaler Storch erst gar nicht aufgemacht hat, sondern sich "zu Hause" und mit "gedecktem Tisch" hier eingerichtet hat. Die Störche essen beispielsweise Mäuse, Insekten wie Heuschrecken oder auch Frösche.

Eine Besonderheit, die der Storchen-Liebhaber beobachtet haben will: Mit Beginn seiner Arbeit seit 1994 bis heute hätten sich die Ernährungsgewohnheiten der Tiere verändert. Früher hätten die Störche weniger Mäuse verspeist. Er vermutet, die Störche hätten sich das bei den Graureihern abgeschaut. Ein viel triftiger Grund, der dahinter stehen könnte: "Eines ist sicher, auf der Baar hat es früher viel mehr Heuschrecken gegeben. Wenn man früher durch die Wiesen gelaufen ist, war alles voll davon. Wenn im Frühjahr Gras oder anderes geerntet wurde, waren sie überall", so Widmann. Stichwort "Insektensterben": Auch anderswo berichten Storchenexperten vom Einfluss auf das Nahrungsangebot der Tiere.

Widmann kennt viele Anekdoten zu den besonderen Vögeln: Er berichtet von Kollegen, die eigens wegen Storcheneiern nach Marokko gefahren sind, um den Storch zurück in seine ursprüngliche Heimat zu holen. In Zuchtstationen und Volieren (großen Käfigen) habe man in der Vergangenheit versucht, die Vögel zu züchten und wieder heimisch zu machen – jetzt mache man das nicht mehr. "Die Populationen haben sich erholt" erklärt Widmann. Sieben Brutpaare, alleine in Neudingen, habe es vergangenes Jahr gegeben.

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