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Brigachtal Von Roggenbachern und Kürneggern

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Ludwig Kühn zeigt eine seiner verzierten Kerzen. Foto: Schimkat

Unterkirnach - Ludwig Kühn kann einfach nicht mit der Arbeit aufhören. Obwohl er das Alter von 90 Jahren überschritten hat, hat er damit begonnen, die Geschichte von Unterkirnach aufzuschreiben – und das gestaltet sich schwierig.

Gerade hat er den zweiten Band über die Geschichte von Maria Tann fertiggestellt. Hierbei handelt es sich um die sechs Jahre, nachdem die Firma Haus Selekt das ehemalige Klosterareal übernommen hatte und zu einem Schmuckstück umwandelte.

So richtig viel erzählen könne er von seiner neuen Arbeit noch nicht, aber ein wenig verrät er schon. Man könne nicht direkt über Unterkirnach schreiben, weil der Schwarzwald erst ab 1200 besiedelt wurde, also müsse man sich mit der Allgemeingeschichte befassen, erläutert er. Es gebe zwei Wurzeln, einmal das Geschlecht der Roggenbacher mit der Burg auf dem Schlossberg, und das Geschlecht der Kürnegger von der Ruine Kürnach. Die Bewohner beider Burgen waren Ministeriale des Herzogs von Zähringen, also Bedienstete, die Kriegsdienst und Verwaltung leisteten. Es habe sich bei beiden Burgen um Wohnburgen gehandelt, von denen die "Kirne" urbar gemacht wurde, so Kühn. In der Abfolge über die Roggenbacher komme das Kloster Tennenbach ins Spiel und über die Kürnegger das Kloster St. Georgen. Die Einflüsse vom Kloster St. Georgen seien über Oberkirnach gekommen und die Einflüsse von Tennenbach über den Roggenbacher Hof. "Mehr habe ich noch nicht", erklärt Kühn – und dann geht es in sein Arbeitszimmer und seine Werkstatt im Erdgeschoss.

Sein Arbeitszimmer ist das reinste Museum, und Kühn meint trocken: "Da habe ich noch viel zu tun." Die Werkstatt ist so ausgestattet, dass manch ein Hobbytüftler vor Neid erblassen würde.

Dann fällt der Blick auf zwei riesige Kerzen, die kunstvoll verziert sind. Auf die Frage, woher er diese habe, antwortet Kühn: "Die habe ich selbst hergestellt." Es handele sich um Osterkerzen, die jeweils ein Jahr in der Kirche stehen, insgesamt habe er 13 Kerzen kreiert, berichtet er weiter. Eine Kerze zeigt Jesus mit seinen Jüngern beim Abendmahl. Alle Kerzen sind mit Auferstehungsmotiven und anderen österlichen Motiven verziert, die Motive habe er sich auch aus alte Schriften geholt, so Kühn. Dann erklärt er, dass er die Kerzen jeweils roh von der Kirchengemeinde erworben habe. Dazu habe er farbiges Knetwachs gekauft und damit die Figuren geformt: Durch die Wärme der Hände lasse sich der Wachs formen, erläutert er. Auf die Frage, wie er die Details in den Gesichtern, die richtig ausdrucksvoll sind, hinbekomme, meint er bescheiden: "Na ja, es braucht schon seine Zeit und ist eine Tüftelarbeit."

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