Jörg-Dieter Klatt und sein Dino, ein pädagogisch wertvoller Begleiter für die alljährlichen Besuche des Schulleiters bei den künftigen Erstklässlern im Kindergarten. Das voluminöse Stofftier wird Klatt auch nach Vöhrenbach begleiten. Foto: Wende Foto: Schwarzwälder-Bote

Jörg-Dieter Klatts Werkrealschul-Erfahrungen geben Ausschlag für Ernennung zum Rektor in Vöhrenbach

Von Andreas Wende

 

Brigachtal. Er kann es nicht lassen: Jörg-Dieter Klatt, der sieben Jahre lang die Schule in Klengen leitete, übernimmt einen neuen Spitzenjob. Klatt wird Rektor an der Josef-Hepting-Werkrealschule in Vöhrenbach mit Außenstellen in Eisenbach und Unterkirnach.

Seit 1980/81 steht der 58-Jährige im Schuldienst – zuerst an der Bickebergeschule, dann vier Jahre in Klengen, danach 13 Jahre als Schulleiter in Dauchingen, ehe er 2003 in gleicher Funktion nach Brigachtal zurückkehrte. Und jetzt Vöhrenbach; wenn alles auch gesundheitlich gut läuft, kann der Pädagoge diesen Posten bis zu seiner Pensionierung bekleiden.

"Es ist gut, wenn Schulleiter auch mal den Dienstort wechseln", sagt Klatt im Pressegespräch anlässlich seines bevorstehenden Abschieds. Der findet offiziell am kommenden Dienstag, 19.30 Uhr, in der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Rathaus statt und sehr persönlich heute Abend bei der Schlussfeier der Schule; mit Klatt verlassen auch die letzten Brigachtaler Neuntklässler diese Bildungstätte.

Bildung als Lebensperspektive zu vermitteln lautet Klatts pädagogisches Credo – mit väterlicher Konsequenz, denn "Kinder brauchen Liebe, aber auch Regeln". Der gebürtige Freiburger hat Schule stets als Ort verstanden, an dem die Grundlagen der Entwicklung einer modernen Gesellschaft gelegt wurden. Dazu gehört das selbstverantwortliche Lernen als Konzept ebenso wie die Ganztagsschule, Strukturen, die bereits angelegt waren, als Klatt die Schulleitung von seinem Vorgänger Kurt Ohmann übernahm. Viel Geld habe auch die Gemeinde als Schulträger dafür in die Hand genommen, lobt Klatt.

Und auch das Kollegium habe "ganz toll mitgezogen. Ich bin hier zwar der Boss – aber nur zum Unterschreiben", beschreibt der Pädagoge sein Verständnis von Führung. Eine Vortragsreihe mit renommierten Erziehungswissenschaftlern als Referenten vermittelte das Ganztagsprinzip überzeugend, so dass vor vier Jahren auch Elternbeirat und Schulkonferenz zustimmten. Den Regelunterricht vor- und nachmittags wollten indes nicht alle Eltern gutheißen, die ihre Kinder am Nachmittag vermissten.

Ihnen kam man jetzt entgegen. Im neuen Schuljahr wird der Regelunterricht nur noch vormittags erteilt. Am Nachmittag soll es dreimal pro Woche auf freiwilliger Basis "Lernen und Leben" geben, wobei sich Lern- und Spielelemente abwechseln – ein System, das nach Klatts Ansicht "das zweitbeste" ist.

Mit seinem Wirkungskreis fest verbunden war stets eine rege Bautätigkeit. Nahezu alle Schulen, an denen Klatt amtierte, wurden Orte intensiver baulicher Umgestaltung. Das begann mit dem Werk- und Vereinshaus in Brigachtal, ging weiter in Dauchingen und wird noch kein Ende haben, wenn Klatt Brigachtal Richtung Vöhrenbach verlassen haben wird. Und dort steht immerhin das Lehrerzimmer zur Sanierung an.

Wer Klatt in Brigachtal als Rektor der Grundschule nachfolgt, steht nicht fest. Die Stelle bleibt erst einmal vakant.