Prüfen lassen will die Kirchengemeinde St. Martin, ob auf dem Pfarrhaus in Brigachtal eine Photovoltaik-Anlage installiert werden kann. Archivfoto: Kaletta Foto: Schwarzwälder-Bote

Abwägungen zwischen Denkmal- und Klimaschutz haben seit 2007 an Bedeutung gewonnen

Von Georg Kaletta

Brigachtal/VS-Marbach. Die Kirchengemeinde St. Martin hat vor, auf dem Dach des Pfarrhauses eine Photo­voltaik-Anlage installieren zu lassen. Ob dieses Vorhaben wegen der für das Gebäude bestehenden Auflagen der Denkmalpflege realisiert werden kann, soll laut Stiftungsratsmitglied Josef Vogt geprüft werden.

Auf alle Fälle sind die Chancen, eine Anlage zur Gewinnung von Solarstrom auf dem Pfarrhausdach errichten zu lassen, weitaus besser als 2007. Schon damals befasste sich die Kirchengemeinde mit diesem Thema, da im Jahr zuvor eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Allerheiligenkirche errichtet wurde.

Vom Denkmalamt Freiburg wurde der Antrag für die zweite Solarstromanlage in der Kirchengemeinde seinerzeit jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass sich das Erscheinungsbild des alten Pfarrhauses nicht verändert darf. Zwischenzeitlich gab es einige Urteile der Verwaltungsgerichte, die Solardächer auf Baudenkmälern möglich machten. Allerdings kann die Denkmalbehörde nach wie vor die Zustimmung verweigern, wenn es durch den Bau einer PV-Anlage zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Gesamtbildes eines Baudenkmals kommt.

Die Abwägung zwischen den Belangen des Denkmal- und des Klimaschutzes haben auch im Zusammenhang mit dem Thema Energiewende weitaus mehr an Bedeutung als früher gewonnen. Auch aus dieser Sichtweise will die St. Martinsgemeinde erneut prüfen lassen, ob die Genehmigungsfähigkeit zum Bau der Anlage gegeben ist, mit der ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden kann, fasste Vogt zusammen.

Noch gut kann er sich daran erinnern, als die Kirchengemeinde im Jahr 2005 Pläne schmiedete, in die Solarstromerzeugung einzusteigen, und nicht immer Zustimmung in der Bevölkerung fand. Manche Bürger konnten damals die Gedankengänge der in der Pfarrgemeinde verantwortlichen Personen nicht nachvollziehen. Kirche und Stromerzeugung – diese beiden Dinge waren für sie nicht in Einklang zu bringen, was sie auch kundtaten.

Vermutlich lag zum damaligen Zeitpunkt auch ein Informationsdefizit vor, denn die Erzdiözese Freiburg hatte schon lange davor auf die umweltschonende Stromerzeugung gesetzt und ein Förderprogramm aufgelegt. Das Sonderprogramm "Sonnenkollektoren auf Kirchendächern" verhalf der St. Martinsgemeinde im Jahr 2006 zu einem Zuschussbetrag aus Freiburg in Höhe von 20 000 Euro.

Damit konnte ein Fünftel der mit 100 000 Euro veranschlagten Solaranlage auf dem Dach der Allerheiligenkirche finanziert werden.

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