Josef Vogt mit einem von ihm zusammengestellten Buch über die kommunalpolitische Entwicklung der Gemeinde Brigachtal im Zeitfenster von 2007 bis 2020.Foto: Schimkat Foto: Schwarzwälder Bote

Porträt: Josef Vogt ist ein Aktivposten im Brigachtaler Ehrenamt / Seit über 40 Jahren hier zuhause

Kaum jemand ist trotz Ruhestand so vielseitig ehrenamtlich aktiv wie Josef Vogt in der Gemeinde Brigachtal. Um seine zahlreichen ehrenamtlichen Aktivitäten aufzuführen, muss man im Gespräch mit ihm ganz von vorne beginnen.

Brigachtal. Geboren in Bergheim, Kreis Biberach, absolvierte er in Amendingen eine Metzgerlehre und im Hirschen in Ottobeuren eine Kochlehre. Er machte seine Küchenmeisterprüfung in Villingen und wurde von Hans-Dieter Wildpret, stellvertretender Schulleiter an der Landesberufsschule für Hotel- und Gaststättengewerbe als Lehrer angeworben.

Im Abendgymnasium machte er sein Abitur und wurde zuerst Diplom-Pädagoge, anschließend Oberstudienrat, war hier bis zum Renteneintritt tätig. "Aufgrund meiner breiten Ausbildung präsentierte ich 25 Jahre Baden-Württemberg auf Messen, gab an der Volkshochschule verschiedene Kurse, schrieb Bücher unter anderem zu den Themen ›Das essen Jäger gerne‹, ›Das essen Kinder gerne‹ oder ›Die Kartoffel‹", erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

In der Gemeinde aktiv

Vogt verfasste Werke für Erwachsenenpädagogik und Ernährungserziehung für Kinder und lebt seit 1979 mit seiner Familie in Brigachtal. 20 Jahre brachte sich Vogt als Vorsitzender im Pfarrgemeinderat ein, ist seit 2012 im Stiftungsrat der Kirchengemeinde "Zwischen Brigach und Kirnach", seit zwölf Jahren sitzt er für "Pro Brigachtal" als Gemeinderat am Ratstisch, dazu steht er seit Jahren an jedem Pfarrfest in der Küche der Pfarrgemeinde und bekocht höchst zufriedene Besucher.

Sich zurückzulehnen und nichts mehr zu tun, ist natürlich nicht die Sache von Josef Vogt. Vor zehn Jahren trat er dem Verein SKM – Sozialverband für rechtliche Betreuung im Schwarzwald-Baar-Kreis bei, seit acht Jahren leitet er ihn als Vorsitzender. Auf die Frage, wie er zu diesem Verein gestoßen ist, antwortet Vogt, dass der frühere, inzwischen verstorbene Pfarrer Walter Mackert ihn gefragt hatte, ob er seine Arbeit übernehmen wolle.

Soziales Engagement

Vogt holt einen großen Ordner und erläutert die Arbeit des Sozialverbands. "Wir betreuen, beraten und begleiten Menschen, die unsere Hilfe benötigen, ob bei Behinderung, Krankheit oder im Alter, wobei es uns wichtig ist, die Würde des Menschen zu bewahren und zu schützen", so Vogt. Zu den ehrenamtlichen Arbeiten gehören die Gesundheitsfürsorge, die Vermögensfürsorge, die Aufenthaltsbestimmung und Sorge für eine Unterkunft, die Hilfe bei jeglichem Schriftverkehr, fährt er fort.

Josef Vogt ist wichtig zu erklären, dass den jeweiligen Menschen, die betreut werden, soviel wie möglich selbst überlassen wird: "Sie werden auf keinen Fall entmündigt." Als Motive und Ziele des Sozialverbands nennt Vogt, dass die christliche Nächstenliebe der Auftrag und Ansporn ist. Die Voraussetzung, im Verband tätig zu werden, sei die Grundeinstellung, anderen Menschen helfen zu wollen. Josef Vogt betreut zur Zeit vier Personen in Villingen und Bad Dürrheim und erklärt, dass er diese Menschen mindestens einmal im Monat besucht – das hänge von dem jeweiligen Fall ab, könne jedoch auch öfter sein.

Hilfe für Auszubildende

Und da er anscheinend immer noch Kapazität frei hat, ist er seit seit vier Jahren ehrenamtlich bei dem SES – Senioren Experten Service – tätig und hilft ehrenamtlich Auszubildenden, wenn sie bei der Ausbildung in irgendeiner Form nicht weiterkommen. "Ich werde von Schulen angefragt und ich helfe das Lernen zu helfen, also den Weg und Pfad zu öffnen."

"Ach ja, meine Frau und ich machen alle vier Wochen am ersten Samstag im Monat Maultaschen für den Hofladen Hettich in Brigachtal", ruft er noch. Es wird im Laufe des Gesprächs zunehmend deutlich: Bei seinem ehrenamtlichen Engagement lässt Josef Vogt kaum eine Möglichkeit aus.

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